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14.11.2018, 09:50

Rotation, Ideenlosigkeit, seit sieben Spielen nicht mehr zu Null

Bayerns Weg in die Krise

Das erste Drittel der Saison ist vorüber. 18 Pflichtspiele hat der FC Bayern seither bestritten. In der Liga ließen die Münchner schon in fünf Partien Punkte liegen. Wie konnte es soweit kommen? Wie ist der Rekordmeister in diese Krise hineingeschlittert? Der kicker blickt zurück auf die elf Ligaspiele und erklärt, wann der FC Bayern seine Form und die Punkte verlor.

Für die Münchner ging's zuletzt bergab: Sinnbildlich Robert Lewandowski.
Für die Münchner ging's zuletzt bergab: Sinnbildlich Robert Lewandowski.
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Dem 5:0 im Supercup bei Eintracht Frankfurt folgten knappe Siege im DFB-Pokal jeweils gegen einen Regionalligisten (1:0 bei Drochtersen/Assel, und 2:1 bei Rödinghausen), drei 2:0 (in Lissabon, in Athen, gegen Athen) und ein 1:1 (gegen Ajax) in der Königsklasse sowie sechs Dreier, zwei Remis und drei Niederlagen in der Bundesliga. Dort steht der Abomeister der vergangenen sechs Jahre nun auf Rang fünf.

1. Spieltag - 3:1 gegen Hoffenheim: 3 Punkte, 3:1 Tore, Platz 2

In einem rassigen Eröffnungsspiel ging Bayern verdient in Führung. Die Münchner wackelten aber nach der Pause, Hoffenheim vergab gute Möglichkeiten. Erst ein Elfmetergeschenk (79., Nordtveit gegen Ribery) brachte den Rekordmeister auf die Siegerstraße. Am Ende nicht unverdient - mit dem faden Beigeschmack der schweren Verletzung von Kingsley Coman (Syndesmoseriss).

2. Spieltag - 3:0 in Stuttgart: 6 Punkte, 6:1 Tore, Platz 1

Von Beginn an dominierte der FCB die Partie gegen harmlose Schwaben. Überzeugt hatte erstmals im Bayern-Dress Leon Goretzka, der das 1:0 selbst erzielte, für Lewandowski assistierte und sich am dritten Treffer (Müller) beteiligte. Vor der dann folgenden Länderspielpause war noch alles in gewohnter Ordnung.

3. Spieltag - 3:1 gegen Leverkusen: 9 Punkte, 9:2 Tore, Platz 1

Gegen völlig überforderte Leverkusener, die zwar früh durch einen Handelfmeter (5., Volland) in Führung gingen, sonst aber keine Gegenwehr leisteten, hatten die Münchner keine Mühe. Ein lockerer Erfolg. Erneut aber traf es einen Franzosen: Corentin Tolisso zog sich ohne Gegnereinwirkung einen Kreuzbandriss zu. Zudem erlitt Rafinha nach einem Frustfoul von Karim Bellarabi (Rote Karte) einen Innenbandteilanriss am Sprunggelenk.

4. Spieltag - 2:0 auf Schalke: 12 Punkte, 11:2 Tore, Platz 1

Der bis dahin beste Auftritt der Bayern. Beim Vizemeister der Vorsaison überzeugte vor allem James. Zwar hatte der Kolumbianer zum 1:0 getroffen, er ließ aber - aufgrund von Konzentrationsmängeln - weitere Hochkaräter fahrlässig liegen. Zu diesem Zeitpunkt der Saison, am vierten Spieltag, hatte es den Anschein, der Serienmeister würde erneut unaufhaltsam durch die Liga marschieren.

5. Spieltag - 1:1 gegen Augsburg: 13 Punkte, 12:3 Tore, Platz 1

Doch schon im Heimspiel gegen den FC Augsburg kam es anders. Trainer Niko Kovac wechselte seine Startelf auf fünf Positionen: Alaba (leichter Muskelfaserriss) musste angeschlagen aussetzen, Thiago, James, Ribery und Lewandowski fielen der Rotation zum Opfer. Goretzka musste als Linksverteidiger ran. Der Ex-Schalker verletzte sich, und die Fünfmann-Rotation sollte sich rächen. Bayern vergab sieben Großchancen (die besten hatten Wagner und Renato Sanches), kassierte in der 89. Minute nach einem Zusammenprall von Niklas Süle und Manuel Neuer den Ausgleich. Was wie ein Ausrutscher aussah, sollte der Beginn einer Negativserie sein, von der sich der FCB bis heute nicht erholt hat.

6. Spieltag - 0:2 in Berlin: 13 Punkte, 12:5 Tore, Platz 2

Wieder zählte der kicker nach 90 Minuten sieben Bayern-Chancen, wieder aber wollte der Ball nicht über die Linie -und wieder luden die Münchner den Gegner zum Toreschießen ein. Jerome Boateng verursachte völlig unnötig einen Strafstoß - 1:0 Hertha (23., Ibisevic). Beim 0:2 (44., Duda) versagte die Defensive im Kollektiv.

7. Spieltag - 0:3 gegen Mönchengladbach: 13 Punkte, 12:8 Tore, Platz 6

Große Enttäuschung: Bayerns Nationalverteidiger Mats Hummels.
Große Enttäuschung: Bayerns Nationalverteidiger Mats Hummels.
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Die Erklärung lautete bis vor dem Duell gegen die Borussia, man nutze die eigenen Möglichkeiten nicht. Vieles sollte sich ändern so kurz vor der Länderspielpause. In gewisser Weise war das auch der Fall. Denn gegen Gladbach erspielte sich der FC Bayern lediglich zwei Chancen, während man den Gästen den Weg zum Sieg eigenhändig pflasterte. Nach einer dominanten Startphase verlor Süle vor dem 0:1 den Ball an der Mittellinie; ein Missverständnis zwischen Thiago und Neuer besorgte das 0:2; Hummels Schläfrigkeit vor dem 0:3 setzte den Schlusspunkt. Vorne wie hinten enttäuschten die Münchner auf ganzer Linie. Nun war klar: Der Rekordmeister steckt in der Krise.

8. Spieltag - 3:1 in Wolfsburg: 16 Punkte, 15:9 Tore, Platz 4

Nach der Länderspielpause sollte alles besser werden. Mutige Bayern mit Tempo und Kreativität hatte Coach Kovac gefordert. Nach dem Doppelschlag von Robert Lewandowski (33., 49.) schien der alte FCB wiederhergestellt. Ein Platzverweis von Arjen Robben aber reichte aus, um das Münchner Gebilde zu verunsichern. Nur sechs Minuten später stand es nur noch 2:1. Der vor diesem Spieltag Tabellensechste ließ sich den Sieg diesmal aber nicht nehmen. Das 3:1 (James) sollte später als erster Schritt in die richtige Richtung gelten.

9. Spieltag - 2:1 in Mainz: 19 Punkte, 17:10 Tore, Platz 2

So hatte man auch auf ein lockeres Schaulaufen bei den Nullfünfern gehofft, die zu diesem Zeitpunkt seit fünf Spielen in Folge ohne eigenen Treffer waren. Bayerns Defensive offenbarte nahezu identische Lücken und Unkonzentrierten bei gegnerischen Hereingaben - wie schon in Wolfsburg. Jean-Paul Boetius entwischte Joshua Kimmich beim 1:1 (48.). Der gut aufgelegte Thiago rettete den Münchnern das Erfolgserlebnis. Die Ergebniskrise war auch aufgrund der Siege im Pokal und in der Champions League vorerst beendet. So dachte man. Spielerische Defizite blieben trotzdem, wie das Spiel gegen die Breisgauer bestätigte.

10. Spieltag - 1:1 gegen Freiburg: 20 Punkte, 18:11 Tore, Platz 3

Fehler ab der 17. Minute, etliche Ballverluste, Unaufmerksamkeiten und Missverständnisse prägten den Bayern-Auftritt. Keine Kreativität im letzten Drittel, kaum Bewegung in den Halbräumen, zu wenig Tempo über die Flügel, mangelnde Konsequenz in den Zweikämpfen. Bezeichnend für die Ideenlosigkeit: Innenverteidiger Süle hatte die meisten Ballkontakte, weil die Bälle entweder zu schnell verloren gingen oder die Angriffe abgebrochen und neu aufgebaut werden mussten. Freiburg indes nutzte eine seiner beiden Möglichkeiten (Sanches und Süle zu passiv), einmal mehr nach einer Hereingabe vom Flügel.

11. Spieltag - 2:3 in Dortmund: 20 Punkte, 20:14 Tore, Platz 5

Gespannt blickten Fußballdeutschland und 203 weitere Nationen auf den deutschen Klassiker. In einem furiosen, temporeichen, intensiven und hochklassigen Spiel fanden die Münchner den besseren Start, führten 1:0 (26., Lewandowski). Bayern überraschte. Doch je länger die Partie dauerte, desto schneller häuften sich die Fehler. Neuer verursachte einen Strafstoß (49., 1:1 Reus), vor dem 2:2 (67., Reus; Lewandowski hatte zuvor zum 2:1 getroffen) reihte sich ein Fehler an den anderen, beim 2:3 (73., Alcacer) verlor erst Ribery den Ball, dann wurde die Defensivreihe blitzschnell überrumpelt.

Und da steht der FC Bayern nun: mit sieben Zählern Rückstand zur Spitze auf Platz 5; nur zwei Siege aus den letzten sieben Spielen; und seit dem 2:0 auf Schalke nicht mehr ohne Gegentor.

Georg Holzner

Tabellenrechner 1.Bundesliga
 

54 Leserkommentare

michjord
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15.11.2018 | 15:36

Mark888

"Die Bayern haben sich nach Weltmeisterschaften und Europameisterschaften immer schwer getan und die [...]
Streichholzbolplatz
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15.11.2018 | 15:35

@Tooor-1962

Ein Wagner muss das so sagen. Es ist sein letztes Jahr bei den Bayern. Er will noch unbedingt als Mitläufer [...]
Streichholzbolplatz
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15.11.2018 | 15:15

@Zinfandel

Haben Sie überhaupt gelesen?

Es geht nicht darum wo sich der junge Superspieler Sancho, welcher[...]
Tooor-1962
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15.11.2018 | 12:38

Wie abgehoben und realitätsfern sind einige bei Bayern?
Der Kommentar eines Herrn Wagner der von d[...]
gimma305
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15.11.2018 | 12:37

Müller-Auslaufmodell

Der sportl.Niedergang der Bayern läßt sich am Beispiel Thomas Müller festmachen.Der spielt seit der [...]

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Vorname:Franck
Nachname:Ribery
Nation: Frankreich
Verein:Bayern München
Geboren am:07.04.1983

weitere Infos zu Kovac

Vorname:Niko
Nachname:Kovac
Nation: Kroatien
Verein:Bayern München

Bundesliga - Tabelle

Pl. VereinTorePkte.
1Borussia Dortmund35:1330
 
2Bor. Mönchengladbach30:1426
 
3Eintracht Frankfurt29:1423
 
4RB Leipzig22:1022
 
5Bayern München23:1721
 
6TSG Hoffenheim27:1820
 
7Werder Bremen20:2018
 
8Hertha BSC19:2017
 
9VfL Wolfsburg16:1715
 
101. FSV Mainz 0511:1415
 
11SC Freiburg16:2014
 
12Bayer 04 Leverkusen18:2414
 
13FC Augsburg20:2113
 
14FC Schalke 0413:1713
 
151. FC Nürnberg13:2910
 
16Hannover 9615:269
 
17Fortuna Düsseldorf13:289
 
18VfB Stuttgart8:268

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