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17.10.2018, 21:44

Freiburger Mitgliederversammlung: Rekordumsatz und Satzungsänderung erwartet

100 Millionen und weniger Macht für SC-Präsident Keller?

Eine Mitgliederversammlung beim SC Freiburg läuft in der Regel unspektakulär und harmonisch ab. Der seriösen Vereinsführung, die einen neuen Rekordumsatz vermelden wird, sei Dank. Doch diesmal knistert es ein wenig beim Sport-Club. Im Fokus: Präsident Fritz Keller. Dessen Macht soll limitiert werden. Das schmeckt dem langjährigen Kluboberhaupt nicht - seine Wiederwahl wird trotzdem erwartet.

SC-Präsident Fritz Keller
Vor der Wiederwahl im Fokus: SC-Präsident Fritz Keller.
© imagoZoomansicht

"Der Präsident des Vereins repräsentiert den Verein nach außen und steht dem Vorstand vor." So steht es in Paragraph 11.1.1 der 2014 verabschiedeten Satzung des SC. In 11.1.2 heißt es weiter: "Der Präsident des Vereins ist grundsätzlich ehrenamtlich tätig." Bei genauerem Hinsehen wird an dieser Stelle eine Unwucht in der Klubstruktur deutlich. Dazu muss man wissen, dass die beiden übrigen Freiburger Vorstände, Jochen Saier (Sport) und Oliver Leki (Finanzen, Marketing und Organisation), hauptamtlich tätig sind und das operative Geschäft leiten. Nicht unbedingt logisch, dass diesem Entscheider-Duo formal ein ehrenamtlicher Präsident vorsteht.

Präsident soll künftig nicht mehr dem Vorstand angehören

Deshalb soll dieses Modell der Vergangenheit angehören. Keller, schon seit 1994 Vorstandsmitglied beim Sport-Club, soll weiter ehrenamtlicher Präsident bleiben - jedoch nicht mehr als Teil des Vorstands, sondern in einem neu nur für seinen Posten geschaffenen Organ, das er verstärkt durch repräsentative Aufgaben mit Leben füllen soll. Eine eindeutige Stärke des in den verschiedensten Bereichen bestens vernetzten 61-Jährigen, der im Hauptberuf als Winzer, Gastronom und Hotelier tätig ist und auch dem Aufsichtsrat der Deutschen-Fußball-Liga (DFL) angehört. Kellers künftige Zuständigkeit soll des Weiteren die "Beratung des Vorstandes und Vermittlung bei möglichen Streitigkeiten" beinhalten.

Weiterer Schritt der Professionalisierung - SC will e. V. bleiben

Die Satzungsänderung, die die Operative und Repräsentative sauber trennt, bedeutet für den SC einen weiteren Schritt der Professionalisierung - unabhängig von den aktuellen Personen. Denn die Freiburger wollen als eine der wenigen Ausnahmen in der Bundesliga ihren Weg als e. V. (eingetragener Verein) konsequent weiter beschreiten und planen keine Ausgliederung ihrer Profiabteilung, durch die die anvisierte Trennung zwischen Geschäftsführung und ehrenamtlichem Vereinspräsidium automatisch erfolgen würde. Der Vorstand, Aufsichts- und Ehrenrat haben daher gemeinsam den entsprechenden Antrag zur Satzungsänderung entworfen, über den die SC-Mitglieder bei der ordentlichen Jahresversammlung am morgigen Donnerstagabend im Freiburger Konzerthaus abstimmen werden. Ein positives Votum ist zu erwarten - genauso wie eine erneute Wiederwahl von Keller für die kommenden drei Jahre.

Keller will präsent bleiben und aufpassen

Auch wenn sich nach der erfolgten Satzungsänderung an den bisherigen Abläufen im Tagesgeschäft kaum etwas ändern wird und Keller den Antrag als aktuelles Vorstandsmitglied letztlich mitträgt, scheint ihm die Sache dennoch nicht ganz zu schmecken. "Wir haben über Jahre hinweg in der bisherigen Konstellation gute Arbeit geleistet", betonte er im Gespräch mit der Badischen Zeitung und kündigte an: "Wer mich kennt, weiß, dass ich auch weiterhin präsent sein und zu den Vorgängen im Klub meine Meinung kundtun werde." Das ist keine Überraschung, würde sich das Gegenteil doch kaum mit dem umtriebigen Naturell des erfolgreichen Geschäftsmanns vereinen lassen.

Ich werde nicht zulassen, dass wir in Freiburg Zustände wie in Kaiserslautern, bei den Münchner Löwen oder gar dem Hamburger SV bekommen.Fritz Keller

Überraschend sind eher Kellers weitere Aussagen in der BZ. Er werde "als von den Mitgliedern gewählter Präsident" ein waches Auge auf die Gremien haben, insbesondere den Aufsichtsrat: "Ich werde nicht zulassen, dass wir in Freiburg Zustände wie in Kaiserslautern, bei den Münchner Löwen oder gar dem Hamburger SV bekommen. Dort sind die Aufsichtsräte zu mächtig." Ein Seitenhieb gegenüber den drei genannten Klubs, der doppelt erstaunt, da das Freiburger Kontrollgremium in den vergangenen Jahren geräuschlos wirkte und unverdächtig ist, zu viel oder störenden Einfluss auf das Tagesgeschäft zu nehmen.

Emotionaler Keller "raus aus der Haftung"

Einen positiven Aspekt hat Keller dennoch ausgemacht: "Ich bin raus aus der persönlichen Haftung und habe wieder mehr Zeit für Job und Familie." Alles in allem typische Aussagen für Keller, die man einordnen kann, wenn man ihn kennt. Gerade im Rahmen von Ligaspielen reagiert der Freiburger Klubboss immer mal wieder emotional-impulsiv und schoss speziell mit seinen Reaktionen zu Schiedsrichterentscheidungen auch schon öfter über das Ziel hinaus - besitzt aber auch die Fähigkeit, sich hinterher aufrichtig entschuldigen zu können. Spannend also, wie sich der laut Satzung als Versammlungsleiter vorgesehene Keller am Donnerstagabend äußert.

Erstmals 100 Millionen Euro Umsatz erwartet

Abseits dieser Thematik wird es auch in diesem Jahr ohnehin genug Anlass zur Freude und Harmonie durch die sportlichen wie wirtschaftlichen Berichte der Vereinsführung geben. So wird der SC "einen Rekordumsatz und ein sehr gutes Jahresergebnis" für das Geschäftsjahr 2017/18 vermelden, wie Finanzvorstand Leki bereits im Sommer verraten hat. Nach kicker-Informationen soll dabei - vor allem durch hohe Transfererlöse - erstmals in der Vereinshistorie die 100-Millionen-Euro-Grenze beim Gesamtumsatz fallen.

Carsten Schröter-Lorenz

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Vereinsdaten

Vereinsname:SC Freiburg
Gründungsdatum:30.05.1904
Mitglieder:17.000 (15.10.2018)
Vereinsfarben:Rot-Weiß
Anschrift:Schwarzwaldstraße 193
79117 Freiburg im Breisgau
Telefon: (07 61) 38 55 10
Telefax: (07 61) 38 55 11 50
E-Mail: scf@scfreiburg.com
Internet:http://www.scfreiburg.com


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