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09.09.2018, 10:19

Bremen: Galavorstellung im Test gegen Meppen

Kohfeldt lobt "quietschfidelen" Pizarro

Im Test des SV Werder Bremen gegen den SV Meppen (5:2) spielte Claudio Pizarro am Samstag erstmals seit einem halben Jahr wieder über die kompletten 90 Minuten und legte dabei einen Gala-Auftritt hin. Ein Kandidat für die Startelf am Sonntag gegen den 1. FC Nürnberg ist er - aller Voraussicht nach - dennoch nicht. Vielmehr setzt Trainer Florian Kohfeldt auf die Joker-Qualitäten seines Routiniers.

Galavorstellung gegen Meppen: Werders Claudio Pizarro traf zweimal selbst, zwei Tore bereitete er vor.
Galavorstellung gegen Meppen: Werders Claudio Pizarro traf zweimal selbst, zwei Tore bereitete er vor.
© imagoZoomansicht

Als Claudio Pizarro Ende Juli zum wiederholten Male bei Werder Bremen anheuerte, erschienen Zweifel an der Sinnhaftigkeit dieses Transfers durchaus nachvollziehbar. Schließlich war der Peruaner erst ein Jahr zuvor von Alexander Nouri bei den Hanseaten aussortiert worden und blieb anschließend in Köln den Nachweis der weiterhin vorhandenen Bundesligatauglichkeit schuldig. Die magere Bilanz in der Domstadt: 16 Einsatze (nur zwei über die Distanz von 90 Minuten), ein Tor - und der erste Abstieg seiner Karriere.

Pizarro macht Kohfeldt Spaß

Pizarros Abschied aus der Bundesliga schien somit bereits missglückt - ehe Geschäftsführer Frank Baumann und Nouris Nachfolger Florian Kohfeldt ihn zurück an die Weser holten, und damit - nach jetzigem Stand - einen guten Griff landeten. Belebte der Mittelstürmer bereits bei seinen Einwechslungen gegen Hannover und Frankfurt die Werder-Offensive, setzte er im Testspiel gegen den SV Meppen ein echtes Ausrufezeichen. Beim 5:2-Erfolg gegen den Drittligisten erzielte Pizarro zwei Treffer selbst, zwei weitere bereitete er vor. Klar also, dass der Bremer Publikumsliebling mit der Partie und seiner Ausbeute äußerst zufrieden war, schließlich ist es "für einen Stürmer immer wichtig, Tore zu machen", wie er im Anschluss zu Protokoll gab.

Überrascht und zugleich erfreut zeigte er sich über den Umstand, erstmals seit dem 12. März diesen Jahres (seinerzeit beim Auswärtsspiel mit dem 1. FC Köln im Weserstadion) wieder einmal die kompletten 90 Minuten auf dem Platz absolvieren zu dürfen. "Ich brauche Spielpraxis. Heute habe ich mehr gespielt als ich gedacht hätte", denn eigentlich sei mit Kohfeldt vereinbart gewesen, dass er "60 oder 70 Minuten" spiele. Nachdem Nuri Sahin allerdings den Platz mit Rippenproblemen verlassen musste, war nach 74 Minuten die letzte Wechseloption erloschen, sodass Pizarro durchspielte. Am Ende sei es dann zwar "ein bisschen lang", aber "super" gewesen.

Sein Trainer wiederum bescheinigt ihm eine "sehr gute Leistung" und hatte nicht das Gefühl, den Routinier mit der Spieldauer möglicherweise etwas überfordert zu haben. "In der Kabine nach dem Spiel sah er noch quietschfidel aus", scherzte Kohfeldt über den 39-Jährigen, der in dreieinhalb Wochen seinen 40. Geburtstag feiert, und lobte dessen Gala-Auftritt: "Die Qualität im Strafraum, dieses Lauern beim ersten Tor, die Vorbereitung auf Josh (Joshua Sargent, Anm. d. Red.) - es macht schon Spaß, ihm beim Fußballspielen zuzusehen."

Trotz Gala keine Startelf-Option gegen Nürnberg

Ebenjenen Spaß empfindet auch der Bremer Anhang, wenn die Vereinslegende im Weserstadion aufläuft. Dass Pizarro nach seiner gestrigen Glanzleistung am kommenden Sonntag gegen Nürnberg womöglich gar in die Startelf rutscht, ist allerdings mehr als unwahrscheinlich.

"Nicht überbewerten", so Kohfeldt, sollte man den Umstand, dass der Champions-League-Sieger von 2013 gegen Meppen jetzt mal wieder über die kompletten 90 Minuten auf dem Platz blieb. Reicht es, salopp formuliert, für Pizarro also über die komplette Spielzeit nur noch gegen Drittligisten, aber nicht mehr für die Bundesliga? "Das will ich nicht sagen, aber ich entscheide danach, was das Wohl der Mannschaft ist. Und da glaube ich, dass der Effekt, wenn er reinkommt, in vielen Dingen so stark ist, dass ich es mir momentan nicht vorstellen kann, dass ich es anders mache", erklärt der Fußball-Lehrer, der zugleich den Einfluss seines mit weitem Abstand erfahrensten Akteurs (448 Bundesliga-Einsätze) auf die Partie zuletzt in Frankfurt unterstreicht. "Es war nicht unbedingt eine taktische Einwechslung", erläutert Kohfeldt Pizarros Hereinnahme in der 59. Minute, "sondern ich wollte einen Spieler auf dem Feld haben, der diese ganz schwierige Situation für die Mannschaft nach der Situation mit Pavlas (verletzungsbedingte Auswechslung von Jiri Pavlenka, Anm. d. Red.) mit seiner Ausstrahlung wieder beruhigt. Da bin ich heilfroh, dass ich diesen Impuls setzen kann." Der Plan ging letztlich auf, Werder siegte in der Mainmetropole in der letzten Sekunde.

Nach guter Vorbereitung "laufen die Dinge"

Dass es nach seiner Rückkehr in den Norden für ihn so gut läuft, scheint Pizarro derweil nicht zu überraschen. "Ich hatte eine gute Vorbereitung und fühle mich gut. Wir haben eine gute Mannschaft und verstehen den Trainer - die Dinge laufen", freut sich der 85-malige Nationalspieler, der das Länderspiel der Peruaner gegen die DFB-Elf am heutigen Abend im Kreise der Familie verfolgen wird. Naturgemäß hofft er auf einen peruanischen Sieg, sieht die Erfolgsaussichten allerdings eher als gering an: "Es wird schwierig, weil die Deutschen aktuell in einer schwierigen Situation sind und den Sieg brauchen."

Deutlich komfortabler ist da aktuell die Situation bei Werder, das mit einem Heimsieg am Sonntag gegen Nürnberg den Saisonstart veredeln könnte. Aller Voraussicht nach zwar ohne Pizarro in der Startelf, aber möglicherweise mit ihm als siegbringenden Joker.

Karsten Lübben

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© picture alliance

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weitere Infos zu Pizarro

Vorname:Claudio
Nachname:Pizarro
Nation: Italien
  Peru
Verein:Werder Bremen
Geboren am:03.10.1978

weitere Infos zu Kohfeldt

Vorname:Florian
Nachname:Kohfeldt
Nation: Deutschland
Verein:Werder Bremen


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