Neue Koeffizientenrangliste im europäischen Fußball

Im Geldrausch: Bayern spielt um 250 Millionen Euro

Bundesliga - 04.09. 13:30

Rekordverträge der DFL und der UEFA bescheren den 36 Profivereinen in Deutschland Vermarktungserlöse in neuen Dimensionen. Speziell der FC Bayern profitiert von einigen Neuerungen auf internationaler Ebene.

Jubel beim FC Bayern: In 2018/19 könnte mächtig Geld fließen beim deutschen Rekordmeister. © imago

Das ist wirklich eine satte Summe, die den Bayern da bis zum Ende der Saison 2018/19 winkt. Es sind bis zu 250 Millionen Euro aus Vermarktungserlösen möglich - so viel wie nie. Ein Gedankenspiel: Selbst für den nahezu auszuschließenden Fall, dass der deutsche Rekordmeister seine sechs Gruppenspiele in der Königsklasse verlieren sollte, fließen aus den Vermarktungs-Quellen über 175 Millionen Euro an die Bayern.

Am vergangenen Montag hatte der kicker exklusiv die Verteilung der insgesamt 1,117 Milliarden Euro aus der nationalen Vermarktung der Übertragungsrechte durch die DFL an die Klubs der ersten und zweiten Bundesliga veröffentlicht. Nochmal eine ganz andere Dimension ist allerdings der Geldrausch, in dem sich die Topvereine in Europa nun bewegen.

Seit dem Abschluss der neuen und mit Beginn der seit dieser Saison geltenden Vermarktungsverträge der UEFA dürfen sich die Teilnehmer an der Champions League und der Europa League auf eine Rekordsumme von über 3,25 Milliarden Euro freuen. Der neue Verteilungsschlüssel wurde zum Vorteil der Klubs gestaltet, die seit vielen Jahren Stammgäste in den europäischen Wettbewerben sind.

In der Königsklasse werden 2,04 Milliarden Euro an die Vereine verteilt, in der Europa League 510 Millionen Euro. Die restlichen 736 Millionen werden für Solidaritätszahlungen an die 55 Mitgliedsländer der UEFA, für die in den Qualifikationsspielen beider Wettbewerbe ausgeschiedenen Klubs (107,5 Mio.) und für die Organisationskosten (295 Mio.) aufgewendet.

19 Millionen für den Sieg im CL-Finale

Allgemein wurden die Startgelder und Erfolgsprämien in beiden Wettbewerben erhöht: Jeder Starter in der Champions League erhält gleich mal 15,25 Millionen Euro. Für einen Sieg in der Gruppenphase gibt es 2,7 Millionen, für ein Remis 900.000 Euro. Der Achtelfinal-Einzug bringt 9,5 Millionen, das Viertelfinale 10,5 Mio., das Halbfinale 12 Mio. Im Finale kassiert der Verlierer 15 Millionen, der CL-Sieger 19.

Dazu sorgt eine neue Koeffizientenrangliste für Aufsehen, Real Madrid liegt in dieser an der Spitze vor dem FC Bayern und Erzrivale Barcelona. Jeder Platz in dieser Rangliste ist 1.110.591 Euro wert. Real nimmt über diese alleine 35.538.909 Euro ein, die Bayern 34.428.318 Euro - ehe überhaupt das erste Gruppenspiel angepfiffen ist.

In einer weiteren Simulation hat die UEFA auf der Basis der Ergebnisse der Saison 2016/17 den Zuwachs der Zahlungen an die Vereine ermittelt: Zu dieser Zeit kam Bayern auf Einnahmen von 54 Millionen Euro, bei vergleichbarem Abschneiden wären es 2018/19 94 Mio. Euro - ein satter Zuwachs von 74 Prozent. Dortmund springt im Vergleich von 53 auf 84 Mio. Euro, das würde ein Plus von 58 Prozent bedeuten. Schalke würde 24 Mio. Euro statt 18 Mio. Euro kassieren (33 Prozent).

Bayern könnte am Ende also tatsächlich 250 Millionen Euro aus Vermarktungserlösen kassieren - die Einnahmen aus dem DFB-Pokal kämen da beispielsweise noch dazu.

Rainer Franzke/msc

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