Zur Loginbox springen Zur Navigation springen Zum Inhalt springen
21.08.2018, 13:20

Freiburg: Das emotionale Pokalerlebnis des SC-Torjägers beim Ex-Klub

Petersen: "Elfmeterschießen ist eine Qualitätsfrage"

So war er nicht geplant, der dienstliche Ausflug in die Lausitz. Bis zum fünften Elfmeter musste der SC Freiburg in der Partie bei Energie Cottbus um den Einzug in die zweite Pokalrunde zittern. Am Ende kam das Team von Christian Streich beim couragierten Drittligisten mit einem blauen Auge davon. Für einen zweifachen Freiburger Torschützen war es besonders emotional.

"Zum Glück hatte ich im Nachschuss getroffen": Freiburgs Nils Petersen nach seinem vergebenen Strafstoß.
"Zum Glück hatte ich im Nachschuss getroffen": Freiburgs Nils Petersen nach seinem vergebenen Strafstoß.
© imagoZoomansicht

Höchst selten wird ein Gäste-Spieler in einem fremden Stadion so begrüßt: "Für uns bist du der Spieler des Jahres und wir freuen uns auf dich", wandte sich der Cottbuser Stadionsprecher an die Adresse von Nils Petersen, die Energie-Fans applaudierten. Sie haben die Leistungen des einstigen Publikumslieblings nicht vergessen. 35 Tore und neun Vorlagen sind für Petersen in 56 Ligaeinsätzen für Cottbus notiert, den letzten absolvierte er jedoch im Mai 2011, ehe er als damaliger Zweitliga-Torschützenkönig sogar von den großen Bayern abgeworben wurde.

"Das ist heutzutage nicht selbstverständlich, wenn man seit sieben Jahren weg ist und den Verein ja damals verlassen hat, dass man so willkommen geheißen wird. Das weiß ich sehr zu schätzen, es ist mir fast unangenehm", sagte der stets bescheidene Torjäger hinterher bewegt: "Ich habe mich wahnsinnig gefreut, wieder hier zu sein und die Stunden seit Sonntag sehr genossen."

Die Pokalpartie selbst war für Petersen und seine aktuellen Teamkollegen jedoch alles andere als ein Hochgenuss. Das Streich-Team musste bis zum fünften verwandelten Elfmeter hochintensive Arbeit verrichten, um in die nächste Runde einzuziehen. Trotz spielerischer Überlegenheit brachte der SC bis zur Halbzeitpause keine hochkarätige Torchance zustande. "Die erste Hälfte war ordentlich, aber wir sind nicht so zum Abschluss gekommen", analysierte Petersen. Die durch eine Unaufmerksamkeit vor dem Freiburger Strafraum begünstigte Cottbuser Führung kurz nach dem Seitenwechsel sah Petersen als "verdient" an.

Petersen: "Das war natürlich Pech für Cottbus"

Neben einem Kopfballaufsetzer von Mike Frantz vergab in der Folge auch Petersen selbst einen absoluten Hochkaräter. Aus wenigen Metern Torentfernung setzte der ansonsten eiskalte Vollstrecker eine flache Hereingabe neben das Tor - der nächste Bundesligist stand kurz vor dem Ausscheiden. "Wir müssen uns bei Mike bedanken, dass er uns durch so eine Einzelleistung im Spiel hält", bedankte sich Petersen bei Frantz, dem kurz nach Anbruch der Nachspielzeit durch Brustannahme und Volleyschuss ein absolutes Traumtor gelang. "Unterkante Latte - das war natürlich Pech für Cottbus", zeigte Petersen Mitgefühl mit seinem Ex-Klub.

kicker-Bundesliga Sonderheft

In der Verlängerung brachte der einmalige Nationalspieler den Sport-Club in Front - mit Glück. Seinen zunächst abgewehrten Elfmeter versenkte er per Flugkopfball im zweiten Versuch. "Dann darfst du nicht wieder den Ausgleich bekommen. Dass wir das nochmal zulassen, war wie ein Eigentor", haderte Petersen mit einer Abwehrschwäche einige Minuten später, die Fabio Viteritti zum 2:2 nutzte.

Petersen: "Ich habe dann mit Überzeugung verwandelt"

Der Shootout vom Punkt musste die Entscheidung bringen. Trotz seines Fehlschusses in der Verlängerung trat Petersen als Erster an und verwandelte diesmal brachial-sicher oben links. "Zum Glück hatte ich im Nachschuss getroffen. Hätte ich den nicht gemacht, wäre es vielleicht anders gewesen. So versuche ich mich dann schon, der Verantwortung zu stellen. Zum Elfmeter anzutreten ist kein Zuckerschlecken, aber ist auch der einfachste Weg, ein Tor zu erzielen. Das sehe ich als Stürmer natürlich sofort und habe dann auch mit Überzeugung verwandelt", erklärte Petersen, für den die Phrase, Elfmeterschießen sei eine Lotterie, nicht zutrifft: "Das ist am Ende eine Qualitätsfrage. Da waren wir den einen Schuss besser, das reicht dann auch manchmal."

An diesem Montagabend genügte es dem SC Freiburg, letztlich fünf sichere Strafstoßschützen aufbieten zu können. Petersen: "Das ich nun mit einem Sieg aus Cottbus heimfliegen kann, ist ein Bonus." Ein Bonus zu seinem persönlich schönen und emotionalen Erlebnis. Nüchtern betrachtet war es für Freiburg nur eine erfüllte Pflichtaufgabe - bei allem Respekt vor dem couragierten und effektiven Auftritt des Cottbuser Teams. Auch wenn Petersen mit dem "Spiel einverstanden war und nicht alles schlechtreden will", gibt es für den Sport-Club noch einiges zu verbessern vor dem Ligastart am Samstag gegen Eintracht Frankfurt.

Carsten Schröter-Lorenz/Daniela Frahm

DFB-Pokal, 2018/19, 1. Runde
Energie Cottbus - SC Freiburg 3:5 i.E.
Energie Cottbus - SC Freiburg 3:5 i.E.
Rückkehr

FCE-Maskottchen Lauzi begrüßt Petersen an dessen alter Wirkungsstätte.
© imago

vorheriges Bild nächstes Bild
 
Seite versenden
zum Thema

weitere Infos zu Petersen

Vorname:Nils
Nachname:Petersen
Nation: Deutschland
Verein:SC Freiburg
Geboren am:06.12.1988

weitere Infos zu Streich

Vorname:Christian
Nachname:Streich
Nation: Deutschland
Verein:SC Freiburg


DIE GANZE WELT DER KICKER APPS!
Informieren Sie sich über unser vielfältiges App Angebot:
Smart TV Tippspiel kicker MeinVerein Voice & VR eMagazine