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10.08.2018, 23:45

Der Gladbacher erzielte frühesten Hattrick in der Bundesliga

Berühmt durch den Pfostenbruch: Laumen wird 75!

Am Samstag wird Herbert Laumen 75 Jahre alt. 121 Tore in 267 Bundesligaspielen erzielte der Torjäger, alleine für Borussia Mönchengladbach waren es 97 bei 186 Einsätzen. Mit den Fohlen gewann Laumen 1970 und 1971 die Deutsche Meisterschaft - und doch wird mit seinem Namen vor allem ein ganz anderes bundesliga-historisches Ereignis verbunden: der legendäre Pfostenbruch am 3. April 1971.

Herbert Laumen
Feiert 75. Geburtstag: Herbert Laumen.
© Getty ImagesZoomansicht

Mit 97 Treffern ist Herbert Laumen hinter Jupp Heynckes (195) der zweiterfolgreichste Schütze in der Historie von Borussia Mönchengladbach. Der Mann, der drei Tore in den ersten neun Spielminuten erzielte und den frühesten Hattrick in der Bundesliga-Geschichte hinlegte. Und doch beruht die generationsübergreifende Berühmtheit des ehemaligen Stürmers auf einem Tor, das er gar nicht erzielte - sondern zum Einsturz brachte. Herbert Laumen und der Pfostenbruch vom Gladbacher Bökelberg, diese Begriffe bleiben auf ewig miteinander verbunden. "Ich bin der Mann, der auf den Fotos im Netz zappelt", sagt er und fügt mit einem Lächeln hinzu: "Na ja, immerhin erinnern sich wenigstens ein paar Leute an die Sache mit dem Hattrick."

Laumen nimmt es locker. Er hat sich längst mit dem Schicksal abgefunden, dass seine Erfolge und Tore als Fußballer wohl für immer im Schatten der Ereignisse vom 3. April 1971 stehen. "Der Pfostenbruch ist eben legendär", sagt Laumen. "Was da passiert ist, läuft mir bis an mein Lebensende nach. Daran ändert sich nichts mehr."

"Ich gehe in Deckung und liege wie ein Fisch im Netz"

Rückblick: 1:1 steht es zwischen der Borussia und Werder Bremen. Zwei Minuten vor dem Ende gibt es Freistoß für die Fohlen. Günter Netzer bringt den Ball in die Mitte, "und ich rausche mit vollem Tempo heran, komme nicht an den Ball und fliege mit dem ganzen Schwung ins Netz. Als ich mich dann hochziehen will, höre ich, wie es knirscht und sehe dann, wie alles zusammenbricht. Erst der Pfosten, dann das ganze Tor. Und ich gehe in Deckung und liege wie ein Fisch im Netz. Die Zuschauer kamen aus dem Lachen nicht mehr raus. Es herrschte ein Riesenspektakel im Stadion."

Herbert Laumen
Im netz gefangen nach dem Pfostenbruch: Herbert Laumen.
© imagoZoomansicht

Eine der kuriosesten Geschichten der Bundesliga nahm ihren Lauf. Schiedsrichter Gert Meuser forderte die Aufrichtung des Tores oder einen Ersatz. Der war nicht vorhanden und hätte auch gar nicht im Erdreich installiert werden können, weil das morsche Holz direkt am Boden abgebrochen war. Auch die Wiederaufrichtung scheiterte. Schiedsrichter Meuser beendete die erfolglosen Bemühungen und brach nach zwölf Minuten das Spiel ab. "Die Bremer wollten weiterspielen, weil das 1:1 für sie ein gutes Ergebnis war. Also gaben sie sich die größte Mühe, das Tor wieder aufzustellen", sagt Laumen. Am Weiterspielen hatten die Borussen hingegen überhaupt kein Interesse. Sie bauten, weil ihnen ein Punkt im Titelkampf zu wenig war, auf ein Wiederholungsspiel. Besonders Günter Netzer forderte den Ordnungsdienst mehr oder minder deutlich zur Zurückhaltung auf. "Als dann das DFB-Urteil rauskam, dass das Spiel 2:0 für Bremen gewertet wird, standen wir alle unter Shock. Damit hatte niemand gerechnet." Doch letztendlich kostete das faule Holzstück Borussia nicht die Meisterschaft. Die Fohlen gerieten im Fernduell mit Bayern München zwar ins Hintertreffen, schnappten sich trotzdem am letzten Spieltag die Meisterschaft. "Zum Glück", sagt Laumen, "ist am Ende alles gut gegangen."

Spitznamen "Pfostenbruch"

Durch seinen "Tor-Fall" handelte sich Herbert Laumen den Spitznamen "Pfostenbruch" ein. Dabei wollte Hennes Weisweiler gegen Werder eigentlich auf seine Offensivkraft verzichten. Laumens bevorstehender Wechsel - ausgerechnet nach Bremen - war bekannt geworden. Der Trainer setzte Laumen zunächst auf die Bank, brachte ihn nach 35 Minuten dann doch. "Hennes war sauer", so Laumen, "aber in Bremen bekam ich einen Vierjahresvertrag. Und in Gladbach hieß es, ich sei mit 27 dafür zu alt. Sportlich war der Wechsel nach Bremen allerdings ein Fehler."

Aluminiumtore dank Laumen

Der gebrochene Pfosten, ein Stück von rund 50 Zentimetern Länge, liegt heute im Archiv der Borussia. Er wartet auf den Einzug ins künftige Borussen-Museum, die neue Erlebniswelt im großen Neubau auf dem Borussia-Park-Gelände. Er bleibt ein Relikt an frühere Zeiten: Der DFB empfahl den Klubs nach dem Pfostenbruch, die Holzgehäuse auszutauschen. Laumen mit einem Anflug von Stolz: "Seitdem gibt es die Aluminiumtore. Der Pfostenbruch ist also nicht nur legendär, er hat auch etwas bewirkt."

Jan Lustig

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Vereinsname:Bor. Mönchengladbach
Gründungsdatum:01.08.1900
Mitglieder:84.000 (01.07.2018)
Vereinsfarben:Schwarz-Weiß-Grün
Anschrift:Hennes-Weisweiler-Allee 1
41179 Mönchengladbach
Telefon: 01806-181900
Telefax: (0 21 61) 92 93 10 09
E-Mail: info@borussia.de
Internet:http://www.borussia.de

Borussia-Park

Stadionkapazität: 54.018

weitere Infos zu Laumen

Vorname:Herbert
Nachname:Laumen
Nation: Deutschland
Verein:Weseler SV
Geboren am:11.08.1943

weitere Infos zu Hecking

Vorname:Dieter
Nachname:Hecking
Nation: Deutschland
Verein:Bor. Mönchengladbach


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