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10.08.2018, 13:05

Hilfsmittel auch in Bundesliga - Dr. Drees neuer Projektleiter

Video-Assistent: Jetzt mit Zuschauer-Info und Abseitslinie

Kalibrierte Abseitslinien und Zuschauerinformationen - diese bei der WM in Russland bei Interventionen des Video-Assistenten (VA) erprobten Hilfsmittel gibt es künftig auch in der Bundesliga. Zudem übergibt Schiedsrichterchef Lutz Michael Fröhlich die VA-Projektleitung an einen anderen früheren Erstliga-Referee.

Rund um den Video-Assistenten soll es in der kommenden Saison besser laufen.
Rund um den Video-Assistenten soll es in der kommenden Saison besser laufen.
© imagoZoomansicht

Dr. Jochen Drees, bis 2017 noch Unparteiischer in den Erstliga-Stadien und in der abgelaufenen Saison als VA im Einsatz, fungiert künftig als VA-Projektleiter. Die Praxis des Allgemeinmediziners in Münster-Sarmsheim schließt Ende August, nach dem Abschied von den Patienten und der Abwicklung einiger Formalien tritt Drees offiziell zum 1. Oktober 2018 seinen hauptamtlichen Job beim DFB an. Aber schon zu Saisonbeginn schult, coacht und betreut Drees im Kölner Videocenter die VA sowohl in der Bundesliga als auch in der offline-Testphase der 2. Liga. Selbst wird er nicht mehr als VA zum Einsatz kommen, neben den aktuell 26 Bundesliga-Schiedsrichtern stehen weiterhin die Ex-Referees Günter Perl und Wolfgang Stark für diesen Job zur Verfügung.

Alle 28 VA freuen sich über die herbeigesehnte Einführung zweier technischer Hilfsmittel, die bereits den internationalen Kollegen bei der WM in Russland zur Verfügung standen. "Die Tränen der Freude sind inzwischen zwar getrocknet, aber wir sind alle sehr froh, künftig auf die kalibrierte Abseitslinie zurückgreifen zu können", sagte Drees. Auch wenn eine offizielle Zertifizierung der FIFA noch aussteht, kommt dieser Service vom Dienstleister "Hawk Eye", wie Ansgar Schwenken, DFL-Direktor für Fußballangelegenheiten und Fans, informierte. 3-D-Einstellungen sollen auch die Beurteilung sehr knapper Abseitsszenen ermöglichen.

Linie steht auch TV-Sendern zur Verfügung

Das Standbild samt Linie wird laut Schwenken auch den übertragenden TV-Anstalten zur Verfügung stehen. Damit sind wir bei der zweiten Neuerung, die zu mehr Transparenz führen soll. Künftig sollen die Zuschauer im Stadion und vor den Fernsehgeräten über den Prozess sowie die endgültige Entscheidung bei einer VA-Intervention (möglich bei Torerzielung, Strafstoß, Rote Karte und Spielerverwechslung) informiert werden.

VAR
Beispiel für eine Einblendung in den Stadien.
© DFL

Den Sendern steht fortan ein drei- statt bislang ein zweigeteiltes Bild zur Verfügung. Die Fans vor Ort bekommen weiterhin zunächst das VAR-Symbol auf den Videowänden gezeigt. Bei der Entscheidungsverkündung folgt dann eine dreigeteilte Einblendung - erst die ursprüngliche Entscheidung, dann der Grund für den Check und schließlich die neue Entscheidung. Diese Einblendung soll der Zuschauer möglichst vor der Spielfortsetzung gezeigt bekommen.

Bewegbilder werden anders als bei der WM nach wie vor nicht auf den Leinwänden gezeigt. Grund: Individuelle Stadionregie an jedem Standort und unterschiedliche Qualität bei den Leinwänden. Schwenken dazu: "Zudem haben sich die Manager und Sportdirektoren der Bundesligisten deutlich dagegen ausgesprochen bei derzeitigem Projektstand Szenen auf den Stadionleinwänden zu zeigen, weil es zu größeren Emotionen während des Spiels führen kann."

Verbesserter Funk, neue Uhr

Für die Unparteiischen gibt es noch weitere Neuerungen: Der Schiedsrichterfunk mit dem VA wurde optimiert, darüber hinaus gehen die Unparteiischen mit einer neuen Uhr in die bevorstehende Spielzeit, die am 24. August mit der Partie Bayern München gegen die TSG Hoffenheim eröffnet wird.

Carsten Schröter-Lorenz/aho

Fehler trotz Prüfung
Elf falsche Entscheidungen des Videoassistenten
Elfmal wurde in der Bundesliga eine Fehlentscheidung trotz Prüfung des Videoschiedsrichters nicht zurückgenommen - in drei Fällen beruhte der falsche Entschluss des Schiedsrichters sogar auf Veranlassung des Videoassistenten.
Elf Fehlentscheidungen durch Videobeweis

Offiziell wurde in elf Fällen in der Bundesliga trotz Videobeweis eine Fehlentscheidung getroffen. In drei Fällen kam die falsche Entscheidung sogar erst durch den Videoassistenten zustande. Um welche elf Situationen handelte es sich?
© imago, Getty Images

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