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03.08.2018, 17:14

DFB standardisiert Geldstrafen für Fan-Vergehen

Einen Gegenstand werfen - 1000 Euro

Um für mehr Transparenz zu sorgen, hat der DFB die Strafen für Fan-Vergehen standardisiert. Im neuen Leitfaden ist von Pyrotechnik bis Schmäh-Banner alles festgehalten - bei den strafmildernden Umständen gibt es eine Neuerung.

Pyrotechnik auf dem Rasen: Bei den Geldstrafen setzt der DFB ab sofort auf mehr Transparenz.
Pyrotechnik auf dem Rasen: Bei den Geldstrafen setzt der DFB ab sofort auf mehr Transparenz.
© picture allianceZoomansicht

Vier Fans eines Zweitligisten haben bei einem Spiel vier pyrotechnische Gegenstände abgebrannt, zwei geworfen und damit eine knapp einminütige Spielunterbrechung verursacht, der Klub jedoch anschließend immerhin zwei Täter identifiziert? Künftig weiß der betroffene Verein schon vor dem DFB-Urteil, welche finanziellen Folgen all das für ihn haben wird - er muss ziemlich genau 3240 Euro entrichten.

Der Kontrollausschuss des DFB hat einen Leitfanden entwickelt, der künftig exakt festhält, wie sich die Strafen für Fan-Vergehen zusammensetzen. "In erster Linie geht es uns um die Stärkung des Prinzips der täterorientierten Sanktionierung, daneben aber auch um eine Erhöhung der Transparenz", erklärt DFB-Vizepräsident Dr. Rainer Koch auf der Verbandswebsite. "Transparenz führt zu Akzeptanz. Und ohne Akzeptanz kann Gerichtsbarkeit nicht funktionieren."

Geregelt sind ab sofort das Abrennen und Werfen von pyrotechnischen und anderen Gegenständen, das Eindringen aufs Spielfeld, das Verwenden von Laserpointern und das Zeigen von unsportlichen Bannern. Straferhöhend wirkt sich nach festen Prozentsätzen aus, wenn deswegen das Spiel unterbrochen werden muss; strafmildernd, wenn Täter identifiziert werden und - das ist neu - sich danach herausstellen sollte, dass der Täter "sich beweisbar in besonders anerkennenswerter Weise ehrenamtlich im Sport oder in Sozialprojekten engagiert" hat. Dann wird die Geldstrafe weiter reduziert.

"Der Anwendungsbereich des Strafzumessungsleitfadens ist auf Fälle ausgerichtet, die für eine standardisierte Betrachtung geeignet sind", erklärt Koch und nennt vor allem den Einsatz von Pyrotechnik. "Pyrotechnische Vorfälle, deren Umfang oder Wirkung das übliche Maß, wie zuletzt zum Beispiel während des Entscheidungsspiels um den Aufstieg in die 3. Liga in Mannheim, deutlich überschreiten, können hingegen selbstverständlich nicht schematisch und auch nicht mehr mit den Standardstrafen erfasst werden. Gleiches gilt beispielsweise für andere besonders verwerfliche Vergehen, wie zum Beispiel rassistische Vorkommnisse. Hier werden auch zukünftig alle Umstände des jeweiligen Einzelfalles zu berücksichtigen sein."

Der neue DFB-Leitfaden - Geldstrafen in Euro

Art des Vergehens BL 2. Liga 3. Liga Junioren-BL
Abbrennen von Pyro-Gegenständen (je Gegenstand) 1000 600 350 200
Abschießen/Werfen von Pyro-Gegenständen (je Gegenstand) 3000 1500 750 350
Eindringen auf das Spielfeld (je Person) 3000 2000 1000 300
Werfen von Gegenständen (je Gegenstand) 1000 500 300 150
Verwendung von Laserpointern (je Verwendung) 4000 2000 1000 300
Unsportliche Botschaften (je Banner o.ä.) bis 3 qm 2000 1000 500 150
Unsportliche Botschaften (je Banner o.ä.) ab 3 qm 8000 4000 2000 300

Spielunterbrechung bis eine Minute: bis zu +20%
Spielunterbrechung ab eine Minute: bis zu +50%
Spielunterbrechung ab fünf Minuten: bis zu +100%

Erfolgreiche Identifizierung von einem Täter: -25%
Erfolgreiche Identifizierung von mehr als einem Täter bis zu 50% der Täter: -50%
Erfolgreiche Identifizierung von mehr als 50% bis zu 100% der Täter: -75%

(Die Geldstrafe reduziert sich in den oben genannten Fällen nochmals, wenn identifizierte Täter sich beweisbar in besonders anerkennenswerter Weise ehrenamtlich im Sport oder in Sozialprojekten engagiert haben.)

jpe

Bilanz 2017/18
DFB-Strafen: Diese 20 Klubs mussten am meisten zahlen
Das Strafen-Ranking 2017/18 - und sechs Ausnahmen

Genau 2.202.400 Euro umfassen die Geldstrafen, die die Klubs 2017/18 in 1. und 2. Bundesliga, 3. Liga, DFB-Pokal und Relegation für "unsportliches Verhalten ihrer Zuschauer" zahlen mussten. Ein Ranking der 20 am härtesten sanktionierten Vereine - und ein Sextett, das keinen Cent überweisen musste.
© imago (3)

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