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02.08.2018, 18:45

Nürnbergs Trainer will Spieler fit für höhere Anforderungen machen

Für mehr Geschwindigkeit: Köllner drückt aufs Tempo

Tempo - eines der Lieblingsbegriffe des FCN-Trainers dieser Tage. In dem Wissen, dass mit der neuen Liga das Umschaltspiel, das blitzschnell ausgeführte selbstredend, an Bedeutung für seine Elf gewinnen wird, drücken Michael Köllner und sein Stab in ihrer Trainingsarbeit bildlich gesehen aufs Gaspedal.


Aus dem Nürnberger Trainingslager in Natz-Schabs berichtet Chris Biechele

Michael Köllner
Nürnbergs Trainer Michael Köllner will seinem Team mehr Tempo einimpfen.
© imagoZoomansicht

"Ich bin sicher kein angenehmer Trainer, was das Arbeitspensum betrifft. Und da verlange ich den Spielern im Vergleich zum vergangenen Jahr noch mehr ab. Die Anforderungen sind höher, also müssen wir einen Tick mehr machen. Wir brauchen mehr Tempo und wir müssen auch in der Lage sein, in der Schlussphase noch mal zuzulegen und einen Gegner kaputtzulaufen", hebt Michael Köllner hervor. Ablesen lässt sich dies zum Beispiel an der Kaderzusammenstellung. Die ist zwar noch längst nicht abgeschlossen, doch ein Merkmal sticht bereits heraus: Der Club ist jünger geworden. Ganz bewusst. "Junge Spieler sind belastbarer", sagt Köllner.

Ablesen lässt sich dies aber auch an den zwei Einheiten am Donnerstag. Die stehen nämlich ganz im Zeichen von Geschwindigkeit. Am Vormittag heißt es sprinten, sprinten und nochmals sprinten, mal mit einem hinterherzuziehenden Gewicht, mal vor-, mal rückwärts, mal mit abrupten Richtungswechseln. Nicht minder rasant geht es bei den sich anschließenden Spielformen zu. Nach dem eroberten Ball heißt es zum Beispiel ruckzuck auf Attacke umschalten, innerhalb von acht Sekunden gilt es, zum Abschluss zu kommen. Und auch wenn am Nachmittag keine reine Sprinteinheit auf dem Programm steht, so bedeutet das mitnichten einen Tempoverlust. Auf engsten Raum ist in diversen Variationen flotte Ballzirkulation angesagt, um bei Verlust des Spielgeräts diesem sofort reaktionsschnell wie aggressiv hinterherzujagen, kurz Gegenpressing genannt. Eine Herausforderung für Beine und Kopf, das vom Trainer ausgegebene Motto für den Trainingstag lautet schließlich "knackig, intensiv und kurz".

Wir müssen auch in der Lage sein, in der Schlussphase noch mal zuzulegen und einen Gegner kaputtzulaufen.Michael Köllner

Wobei das mit dem kurz relativ zu verstehen ist, jeweils gut eineinhalb Stunden dauern die Einheiten. Sie werden die zwei letzten richtig scharfen des Trainingslagers bleiben, denn mit Blickrichtung auf den Härtetest am Samstag in Brixen gegen den FC Bologna um 17 Uhr schaltet der Trainerstab in puncto Intensität ab Freitag ein, zwei Gänge runter.

"Ich möchte, dass wir da einigermaßen frische Beine haben", so Köllner, für den die Partie gegen den italienischen Erstligisten ein wichtiger Orientierungspunkt darstellt - weniger, was das Resultat anbelangt als vielmehr die Art und Weise des Auftretens. "Wir legen ja großen Wert auf eine kompakte Spielweise. Und das sollte man gegen Bologna schon sehen können. Die italienischen Teams sind taktisch immer sehr gut organisiert, da werden wir auch Phasen haben, in denen wir länger nicht am Ball sein werden. Deswegen wird dies ein guter, wie auch wichtiger Test für uns werden", meint Köllner.

Köllner kommt hinterm Tresen "in einen richtigen Flow"

Michael Köllner
Michael Köllner schreibt auf dem Fan- Dorffest Autogramme.
© imago

Was das Thema Tempo anbelangt, ging er selbst am Mittwochabend beim ins Dorffest integrierten Fanfest auf dem Marktplatz in Natz mit bestem Beispiel voran. Nachdem die Mannschaft fleißig Autogramme geschrieben und sich gegen 21.30 Uhr auf den Weg ins Hotel gemacht hatte, löste der FCN-Cheftrainer ein Versprechen ein, das er im vergangenen Jahr dem hiesigen Pfarrer Artur gegeben hatte: Gemeinsam mit ihm schenkte er beim Stand der Kirchengemeinde Wein und Bier aus. Nach anfänglichen Problemen zauberte er gerade beim Weizenbier, der Herausforderung schlechthin am Schanktresen, eine schöne Bierkrone nach der anderen hin - und dies weit über zwei Stunden äußerst fix, sei angemerkt. Kein Wunder, schließlich hat er als Bub im Gasthaus seiner Eltern immer fleißig mitgeholfen. "Es hat richtig Spaß gemacht. Ich bin in einen richtigen Flow gekommen." Wenn dies in gut drei Wochen bei seiner Mannschaft im Ligabetrieb ebenso der Fall wäre, hätte er bestimmt nichts dagegen.

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weitere Infos zu Köllner

Vorname:Michael
Nachname:Köllner
Nation: Deutschland
Verein:1. FC Nürnberg


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