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29.07.2018, 18:11

"Rumgeeiere beenden": Rummenigges Appell gegen 50+1

Rummenigge: "Wir müssen aufhören, den Populismus voranzutreiben"

Es wirkte fast wie eine Inszenierung, als Karl-Heinz Rummenigge im sechsten Stock des Mandarin Oriental zu seiner Brandrede gegen den deutschen Fußball ansetzte. Mittendrin ging der Feueralarm los, der sich jedoch zum Glück flugs als Fehlalarm entpuppte.


Aus Miami berichtet Frank Linkesch

Verschoss mal wieder Pfeilspitzen: FCB-Boss Karl-Heinz Rummenigge.
Verschoss mal wieder Pfeilspitzen: FCB-Boss Karl-Heinz Rummenigge.
© Getty ImagesZoomansicht

Kein Fehlalarm sind für Bayerns Vorstands-Boss die Entwicklungen im deutschen Fußball, darin sieht er sich nach den Eindrücken auf der USA-Reise des FC Bayern bestätigt. "Wenn man es statistisch und faktisch betrachtet, dann haben wir in den letzten Jahren etwas Terrain verloren. Wir waren 2013 im UEFA-Ranking Zweiter, lediglich die Spanier waren immer vor uns. Mittlerweile haben uns nicht nur die Engländer, sondern auch die Italiener überholt", bezog sich Rummenigge zunächst auf Tatsachen. Gerade in Bezug auf die Internationalisierung ist das für den 62-Jährigen bedrohlich: "Wir müssen ein bisschen aufpassen, das Abrutschen wird im US-Markt oder in Asien zur Kenntnis genommen. Wir müssen als Bundesliga ein Interesse daran haben anzugreifen. Das kann nicht nur Bayern München alleine leisten, das muss die Bundesliga als Ganzes leisten."

In Gesprächen mit Vertretern der NFL und der NBA habe er während der Tage in Philadelphia und Miami gesehen, wie in den USA die Vermarktung laufe, die Bundesliga befinde sich nicht auf diesem Niveau. Rummenigge wörtlich: "Wir müssen Augen und Ohren offenhalten und lernen, um die Dinge zu professionalisieren. Wir dürfen nicht glauben, dass wir mit der Bundesliga einen Selbstläufer haben. Die Bundesliga ist ein gutes Produkt, aber am Ende des Tages ist es entscheidend, wie wir uns international präsentieren." Die WM mit dem deutschen Vorrunden-Aus sei diesbezüglich alles andere als hilfreich gewesen. "Wir haben in Russland eine schwarze Stunde erlebt. Deshalb muss die Bundesliga jetzt Flagge zeigen und in der Champions League und Europa League eine gute Saison abliefern."

Einmal in Fahrt, plädierte Rummenigge mehr oder weniger direkt für eine Öffnung für Investoren, also die Abschaffung der 50+1-Regel. "Unser Verhalten in dieser Sache wird hier in den USA etwas belächelt. Wir müssen aufhören, in dieser Republik den Populismus voranzutreiben. Den treiben wir in fast allen Bundesligaklubs, insbesondere aber in den Verbänden, auf ein absurdes Niveau. Deutschland wird keine Insel der Glückseligen bleiben. Entweder wir gehen diesen Weg mit oder wir werden eine Zeche zahlen. Wenn wir bei der DFL, nicht nur beim DFB, so weitermachen, wird es sehr schwierig werden."

Rummenigge kann sich mit dem Vorschlag Eintracht Frankfurts anfreunden, dass jeder Verein selbst darüber entscheiden solle, ob er sich öffnet oder bei 50+1 bleibt. Er ist sicher: "Deutschland würde davon profitieren, wenn man den Markt öffnet." Das Thema sei ein "Rumgeeiere, schließlich spielten in der Bundesliga mit Leipzig, Hoffenheim, Leverkusen und Wolfsburg bereits vier Klubs nicht mehr unter wettbewerbsgleichen Bedingungen." Eine Öffnung, so Rummenigge, würde dringend benötigte Konkurrenz schüren: "Ich bin über jeden Klub, der uns unter Druck setzt und da oben mitspielt glücklich. Ich bin zum Beispiel davon überzeugt, dass Borussia Dortmund eine wesentlich bessere Rolle spielen wird. Wir sind interessiert an einer emotionalen Bundesligaspitze."

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kicker-Rangliste Sommer 2018: Mittelfeld offensiv
James thront - Ein Absteiger steht im weiteren Kreis
Auch dieses Trio taucht in der Liste auf: Nadiem Amiri, Kevin-Prince Boateng und Amine Harit (v.l.).
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Nach herausragenden offensiven Mittelfeldspielern sucht man in der kicker-Rangliste des Sommers vergeblich, in die Kategorie Weltklasse schaffte es kein einziger Profi. Lediglich James stellte für die Redaktion "Internationale Klasse" dar - ein Absteiger taucht im weiteren Kreis auf.
© imago (3)

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65 Leserkommentare

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01.08.2018 | 12:08

DIE DEPPEN!

Özil verhält sich vollkommen Respektlos und trifft sich mit einem Diktator, Dembele macht Dortmund zur [...]
Bobono
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30.07.2018 | 21:57

Entfremdung

@Jura-Studenten: Von einer reflektierten inhaltlichen Auseinandersetzung mit sich, Recht(sentstehung, [...]
rauschberg
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30.07.2018 | 20:49

naked_truth 30.07.18, 20:15

Profivereine sind Wirtschaftsunternehmen und werden zum Teil eben auch so geführt. Nimm dir das Finacial [...]
naked_truth
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30.07.2018 | 20:15

@ rauschberg

In diesem Punkt gebe ich Ihnen sogar vollkommen Recht. Dass KFC alias Bayer Uerdingen und RB Leipzig [...]
rauschberg
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30.07.2018 | 19:23

naked_truth 30.07.18, 18:16

Was halten sie denn von folgender Konstruktion:
Ein Fußballverein gliedert seine Profiabteilung a[...]

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