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23.07.2018, 22:58

(Fortsetzung: Bell: "Es war nicht klar, was unsere Identität sein soll")

kicker: Hat es einen bestimmten Grund, weshalb Sie sich dieser Aufgabe widmen?
Brosinski: Bevor ich nach Mainz gekommen bin, habe ich leider das Gegenteil miterleben müssen. Zwei, drei Monate hatte ich damals in Köln keinen Anschluss. Darunter leidet die Leistung, der Kopf macht irgendwann nicht mehr mit, wenn man nicht ankommt in der Mannschaft. Die Neuzugänge sollen nicht dasselbe Gefühl haben, wie ich es damals hatte. Ich will es ihnen leichter machen, damit sie sich aufgenommen fühlen und auf dem Platz Leistung bringen können.
Bell: Ich glaube aber auch, dass es eine Typfrage ist. In den vergangenen Jahren kamen Spieler, mit denen Brosi gut klarkam. Mit Jean-Philippe Gbamin, Gaetan Bussmann und den beiden Neuzugängen Jean-Philippe Mateta und Moussa Niakhaté haben wir inzwischen vier französisch sprechende Jungs in unserem Team. Vielleicht wird diesmal Bussmann mehr gefragt sein als Integrator und Dolmetscher. Bungert: Die sprachliche Komponente spielt natürlich auch eine Rolle. Als wir sechs spanischsprachige Jungs in der Mannschaft hatten, hat sich Pablo De Blasis vermehrt um diese Spieler gekümmert. Das hängt von mehreren Faktoren ab, es gibt viele, die Verantwortung übernehmen.

Es gibt viele finanziell stärkere Teams in der Liga, aber die wollen wir ärgern.Niko Bungert

Der Ligaverbleibt ist das Mainzer Ziel: Niko Bungert.
Der Ligaverbleibt ist das Mainzer Ziel: Niko Bungert.
© imagoZoomansicht

kicker: Warum wird die neue Saison besser laufen?
Bungert: Einfacher wird's nicht. Wir sind uns bewusst, dass es wieder eine schwierige Saison werden kann. Unser Ziel heißt erneut: 40 Punkte und der Klassenerhalt. Es wäre toll, das schon zwischen dem 25. und 30. Spieltag eintüten zu können. Wir bereiten uns aber auch darauf vor, dass es bis zum Ende spannend bleibt. Es gibt viele finanziell stärkere Teams in der Liga, aber die wollen wir ärgern. Darauf haben wir richtig Bock.
Bell: Es ist super, dass wir die drei, vier Neuzugänge schon vor dem ersten Trainingslager beisammenhaben, sie sollen nämlich alle in der kommenden Saison eine wichtige Rolle spielen. Zudem hat der Trainer sein erstes Jahr in der Bundesliga hinter sich und einiges rausgezogen. Die Zusammenarbeit hat sich eingespielt.

kicker: Das heißt, Sie haben sich erst aneinander gewöhnen müssen?
Bell: Ja klar, das ist normal. Sandro hat zuvor noch keine erste Mannschaft im Profibereich trainiert und womöglich feststellen müssen, dass manche Dinge anders laufen als im Nachwuchsbereich. Wir haben unterschiedliche und deutlich mehr Kulturen in der Mannschaft. Bei uns gibt es auch mal schwierigere Typen oder Spieler, die selbst schon mehr in ihrer Vita stehen haben, mit denen muss man anders umgehen und klare Ansagen machen.
Brosinski: Der Trainer hat uns gesagt, dass er selbst nie in der Bundesliga gespielt hat. Er war und ist sehr offen dafür, sich von uns Spielern Feedback einzuholen - ob man die Trainingssteuerung verbessern kann, oder was außerhalb des Platzes in uns vorgeht. Sandro ist sicherlich nicht neu bei diesem Verein, aber auch für ihn war es ein Lernprozess mit einer neuen Mannschaft und mit anderen Typen als in der zweiten Mannschaft. Er hatte neue Eindrücke, die er verarbeiten musste. Zusammen haben wir viele positive wie negative Dinge erlebt. Fürs zweite Jahr gilt es, diese Dinge auszusieben, damit letztlich mehr positive Dinge übrigbleiben. Wir haben unsere Lehren daraus gezogen. Das zweite Jahr wird eingespielter sein. Wir brauchen mehr Konstanz und müssen mal zwei, drei Spiele am Stück gewinnen. Vergangene Saison war leider eine Achterbahnfahrt.

Sandro hat es letztlich hervorragend gemacht.Niko Bungert

Kümmert sich um Neuzugänge: Daniel Brosinski.
Kümmert sich um Neuzugänge: Daniel Brosinski.
© imagoZoomansicht

kicker: Worin liegt diese Unbeständigkeit? Hat es bei dem ein oder anderen an der Bereitschaft gefehlt, Woche für Woche 100 Prozent abzuliefern?
Bungert: In erfolglosen Phasen haben wir Spieler viele Dinge vermissen lassen. Und Sandro hat es letztlich hervorragend gemacht in einer so schwierigen Saison mit all den Unruhen rund um den Verein und einigem Gegenwind immer die Ruhe zu bewahren. Dass wir am Ende die Klasse mit zwei so klasse Spielen halten, darf man auch für den Trainer als großen Erfolg werten.

kicker: Sind haben die vergangene Saison aufgrund mehrerer Verletzungen komplett verpasst. Was ist Ihnen von außen aufgefallen?
Bungert: Ich glaube nicht, dass wir Jungs auf dem Feld haben, die meinen, wir gewinnen auch mit 90 Prozent gegen Bundesligateams. Sicherlich nicht. Oftmals nimmt ein Spiel eine negative Dynamik auf, dann funktionieren viele Dinge nicht, die wir uns vorgenommen haben. Man muss es als Gesamtes betrachten und nicht nur kleine Mosaiksteine. Wir mussten einen neuen Ansatz für uns und zu den Mainzer Tugenden zurückfinden, das ist uns am Ende gelungen. Das war sehr nahe an dem, was wir uns vorstellen.

kicker: Was stimmt Sie positiv für die neue Saison?
Bungert: Das Erfolgserlebnis der letzten Saison. Dass wir es trotz vieler Probleme geschafft haben. Zudem haben wir unseren Stamm zusammenhalten und uns mit guten Neuzugängen verstärken können. Wir sind alle zusammen mit einem Jahr mehr Erfahrung gereift. Auch für mich persönlich läuft es jetzt besser. Ich bin guter Dinge, was meinen Körper betrifft und dass ich dieses Jahr häufiger auf dem Feld stehen kann.

kicker: Wie trichtert man neuen Spielern das oft gepredigte Mainz-05-Gen ein?
Bell: Mit vielen Verhaltensweisen im Alltag und im Umgang miteinander. Das haben wir festgelegt. Und dass man auf dem Platz - im Training wie im Spiel - zeigt, wie bei Mainz 05 gespielt werden soll. Dafür gibt es bestimmte Vorgaben. Ich persönlich kümmere mich beispielsweise um Ahmet Gürleyen, den jungen Innenverteidiger, und sage ihm, wie Mainz 05 sich auf unserer Position niederschlagen soll.
Brosinski: Ich glaube, dass gerade die Spieler, die schon länger im Verein sind, mehr Verantwortung übernehmen sollen. Jeder kann auf seiner Position den Neuen Ratschläge geben. Und Niko macht es auf seine Art als Kapitän. Wichtig ist, dass nicht so viel geredet wird, sondern die Dinge umgesetzt werden. Jeder soll wissen, wie Mainz-05-Fußball aussieht.

Interview: Georg Holzner

Tabellenrechner 1.Bundesliga
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weitere Infos zu Bungert

Vorname:Niko
Nachname:Bungert
Nation: Deutschland
Verein:1. FSV Mainz 05
Geboren am:24.10.1986

weitere Infos zu Bell

Vorname:Stefan
Nachname:Bell
Nation: Deutschland
Verein:1. FSV Mainz 05
Geboren am:24.08.1991

weitere Infos zu Brosinski

Vorname:Daniel
Nachname:Brosinski
Nation: Deutschland
Verein:1. FSV Mainz 05
Geboren am:17.07.1988

Wechselbörse - 1. FSV Mainz 05

NameZ/APositionDatum
Barreiro, LeandroMittelfeld04.11.2018
 
Gürleyen, AhmetAbwehr11.10.2018
 
Abass, IssahSturm31.08.2018
 
Halimi, BesarMittelfeld30.08.2018
 
De Blasis, PabloMittelfeld30.08.2018

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