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21.07.2018, 12:51

Junioren-Cheftrainer Krücken: "Mit Geld können wir keine Talente ködern"

Mainzer NLZ orientiert sich an Nowitzki-Trainer

Als Trainer sammelte Thomas Krücken in der Jugend des 1. FC Köln, bei Hertha BSC und Manchester City Erfahrungen. In Hoffenheim coachte er zudem die U 19 sowie die zweite Mannschaft. Zwischenzeitlich leitete er für ein Jahr in Bielefeld die Nachwuchsabteilung. Vier Jahre lang ist der 40-Jährige inzwischen in Mainz, seit Sommer 2017 als Junior-Cheftrainer. "Ich initiiere, entwickle und begleite Prozesse für Toptalente, Trainer und Training auf Basis einer funktionierenden Mannschaft", erzählt er unter anderem.

Thomas Krücken
Seit einem Jahr Junior-Cheftrainer beim Mainz 05: Thomas Krücken.
© imagoZoomansicht

Krücken über ...

... seine Aufgabe im Detail:
Mein Hauptaugenmerk richtet sich auf die Individualisierung. Wir wollen jedes einzelne Potenzial eines Spielers individuell betreuen und entwickeln. Da gibt es deutliche Unterschied: Das hängt vom biologischem Alter und der Position ab. Ein Ahmet Gülyemen und Jonathan Burkardt haben komplett verschiedene positionstechnische und athletische Profile, dementsprechend haben sie unterschiedliche Trainingsreize bekommen. So erhoffen wir uns dann die größtmögliche Leistungssteigerung.

... künftige neue Elemente in der Nachwuchsförderung:
Ich sehe mich als Querdenker. Wir können nicht mit Geld mithalten mit anderen Verein, wir müssen es mit Ideen tun. Mit Geld können wir keine Talente ködern, aber mit Inhalten. Wenn die Saison angelaufen ist, werde ich mir aus anderen Sportarten Wissen einholen, das ich unser Programm integriere. National wie international. Ballsporten wie andere olympische Sportarten, die man auf den ersten Blick gar nicht Fußball verbindet. So habe ich mich beispielsweise mit Holger Geschwindner, dem Individualtrainer von Dirk Nowitzki, getroffen. Ich wollte wissen, wie er mit Dirk an die Dinge herangegangen ist.

Athletik, Sportpsychologie und Fußball eng verzahnt

... die Grundprinzipien des Nachwuchsleistungszentrums:
Die Ausbildungskonzeption bei Mainz 05 ist unter der Federführung von Stefan Hofmann hervorragend entwickelt worden. Auf dieser Basis, die mit drei Sternen zertifiziert ist, bauen wir auf. Deshalb genießen wir auch Deutschlandweit einen so guten Ruf. Gemeinsam mit den an der Ausbildung beteiligten Trainern habe ich den Ausbildungsplan weiterentwickelt. Dabei haben wir die athletischen, sportpsychologischen und fußballerischen Komponenten verzahnt und progressiv auf die Bedürfnisse des jeweiligen Entwicklungsabschnittes zugeschnitten.

... die Entwicklung der Trainer:
Wolfgang Frank hat damals im Abstiegskampf auf Viererkette umgestellt, daran hat niemand gedacht. Und Jürgen Klopp hat den Klub mit seinem Pressingfußball auf den Weg gebracht, auf dem er sich bis heute befindet. Wir müssen unsere Struktur permanent weiterentwickeln. Stichwort: Trainerentwicklung. Sie sind der Schlüssel für die Entwicklung der Spieler. Da will ich vorangehen mit der Erfahrung, die ich in den vergangenen 18 Jahren gesammelt habe.

... den Austausch mit Trainer Sandro Schwarz:
Es ist extrem hilfreich, dass Sandro Schwarz zuvor in der Jugend gearbeitet und ein sehr gutes Gespür für junge Spieler hat. Wir tauschen uns regelmäßig aus und spielen uns nicht nur hier, sondern auch Zuhause den Doppelpass zu.

Zehn Abiturienten aus der letzten A-Jugend

... die aktuellen Spieler, die es aus dem NLZ in den Profibereich geschafft haben:
Wir haben acht Spieler, die in unserem NLZ ausgebildet worden sind. Suat Serdar, der jetzt nach Schalke gewechselt ist, wäre der neunte gewesen. Deshalb glaube ich, dass wir auf einem richtig guten Weg sind - mit Rouven Schröder an der Spitze, Sandro als Profitrainer und Volker Kersting als Leiter des Nachwuchsleistungszentrums. Wenn man sieht, wie viele Jungs bei den Profis dabei sind, kann man echt zufrieden sein.

... die schulische Förderung im NLZ:
Wir hatten jetzt zehn Abiturienten aus der letzten A-Jungend, das ist ein Brett und das muss man auch mal klar herausstellen. Das zählt genauso viel oder ist sogar wichtiger. Am Ende freuen wir uns zwar über einen Ridle Baku, aber wir haben den anderen gegenüber eine soziale Verantwortung. Das ist für unser Programm elementar wichtig.

... die aktuell bei den Profis trainierenden Leandro Barreiro, Jonathan Burkardt und Ahmet Gülyemen:
Die Qualität an Nachwuchsspielern in unseren Kadern ist hoch, es werden weitere Talente auf diesem Niveau unterwegs sein. Das ist das Resultat einer nachhaltigen Arbeit und einem guten Scouting. Diese drei Spieler haben es sich verdient - es gilt immer das Leistungsprinzip. Sie konnten sich im Trainingslager bei den Profis präsentieren. Ich traue jedem einzelnen dieses Trios auf Sicht in jedem Fall zu, sich bei den Profis durchzusetzen.

... über die mentale Stabilität:
Das Umfeld für die Spieler ist enorm wichtig, da bekommen sie von mir große Unterstützung. Klar sammeln sie neue Erfahrungen, klar sind sie nervös, wenn sie mit den Profis trainieren oder spielen. Aber Sandro und Rouven geben jederzeit das Gefühl, dass wir eine Einheit sind. Es gibt keinerlei Berührungsängste zwischen den Junioren und den Profis.

Georg Holzner

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