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09.07.2018, 19:23

Hoffenheims Rückkehrer im Gespräch

Squadra Azzurra? Grifo: "Das ist ein Lebenstraum"

Julian Nagelsmanns Taktiktafel hat schon erlebt, wie genau Vincenzo Grifo zielen kann. Mit einem zufälligen "Wirkungstreffer" auf das Analysegerät sorgte der in Pforzheim geborene Italiener am Dienstagvormittag für Lacher unter den Trainingskiebitzen. Später gab sich der Rückkehrer, der schon von 2012 bis 2015 bei der TSG unter Vertrag stand, im Teamhotel des Hoffenheimer Trainingslagers in Garmisch-Partenkirchen bei einer Gesprächsrunde ebenso gut gelaunt.

Vincenzo Grifo
"Man sagt ja: Alte Liebe rostet nicht": Vincenzo Grifo ist zurück in Hoffenheim.
© imagoZoomansicht

Der Offensivmann redete unter anderem über...

...Heimatgefühle bei der Rückkehr: "Man sagt ja: Alte Liebe rostet nicht. Wenn du bei einem Verein, wie ich hier, dein Bundesligadebüt gefeiert hast, dann ist eine große Verbindung normal. Ich habe viele Hoffenheimer Spiele gesehen, auch die Weiterentwicklung der letzten Jahre."

...seinen starken Auftritt beim 3:1-Hinspielsieg seines damaligen Klubs Gladbach in Sinsheim, als er seine beste Saisonleistung für die Borussia ablieferte: "Da kam vieles zusammen. Jeder weiß, dass meine Situation in Gladbach nicht einfach war. Ich habe nicht das große Vertrauen bekommen, was mir sehr wehgetan hat - das darf man auch so offen und ehrlich sagen. Nach einer Verletzung bekam ich in Hoffenheim erstmals die Chance von Anfang an. Da wollte ich zeigen, dass ich wieder da bin, dass der Straßenkicker zurück ist. Plus die Extramotivation der alten Wirkungsstätte. Da war ich im Flow. Es war bitter, dass ich eine Woche später wieder draußen war. Aber ich trauere dem nicht nach, denn ich bin mega-froh, dass es hier geklappt hat. Ein größeres Argument als Champions League und das auch noch in der alten Heimat, das gibt es nicht."

...seine erste Zeit in Hoffenheim: "Damals konnte ich mich gegen Konkurrenz wie Firmino oder Volland nicht durchsetzen, aber ich war saujung. Die Perspektive mit der Ausleihe zum FSV Frankfurt und nach Dresden war richtig, auch wenn es bei Dynamo mit dem Abstieg sportlich nicht so lief. Ich bin aber gereift und es hat mir gezeigt, dass ich viel lernen muss. Wenn man mit 18 Jahren 15 Bundesligaeinsätze hatte, denkt man vielleicht, man müsse jedes Spiel machen. Aber so ist es eben nicht. In Frankfurt habe ich andere Bundesligisten wie Freiburg auf mich aufmerksam machen können."

Ich bin ja nicht gekommen, um das Gleiche wie in Gladbach zu erlebenVincenzo Grifo

...das sehr fordernde Training von Coach Julian Nagelsmann: "Man merkt, dass er sich viele Sachen einfallen lässt, die nicht jeder Trainer macht. Vor allem im taktischen Bereich, aber auch bei Spielformen und Prinzipien. Bislang finde ich mich mega-gut zurecht, mir macht es richtig Spaß, denn es wird viel mit Ball trainiert. Für mich, der ich die Sprache kann, ist es vielleicht etwas leichter als für einen, der sie noch nicht beherrscht."

...Ziele: "Es gibt nur ein Ziel für einen Fußballprofi: Spielen. Ich bin ja nicht gekommen, um das Gleiche wie in Gladbach zu erleben. Was wäre ich für ein Typ, wenn ich sagen würde, ich wäre mit zehn Einsätzen zufrieden?"

...das Fernziel Nationalmannschaft: "Ich habe ja für Italiens U 21 und U 20 gespielt, das ist ein Lebenstraum. Wenn Italien spielt, sitzt die ganze Familie vor dem Fernseher. Mir würden die Tränen kommen, wenn ich das schaffe, da gibt es nichts Schöneres. Dass wir Champions League spielen ist cool, so kann man auch für die Nationalmannschaft auf sich aufmerksam machen. Aber ich mache mir da keinen Druck, will einfach befreit aufspielen. Italien hat eine neue Situation, sie haben einen Umbruch vor. Ob es mir vielleicht entgegenkommt, kann ich nicht sagen, aber ich glaube, sie werden schon Ausschau halten auf Ligen wie Spanien, Frankreich oder Deutschland."

Vincenzo Grifo (Mitte) will sich in Hoffenheim durchsetzen.
Vincenzo Grifo (Mitte) will sich in Hoffenheim durchsetzen.
© imago

...seinen Ex-Trainer Christian Streich im Vergleich mit Nagelsmann: "Streich ist einfach schon länger dabei und von der Art nochmal anders. Julian ist noch mega-jung, hat aber in den letzten zweieinhalb Jahren bewiesen, dass er vieles draufhat, gerade im taktischen und spielerischen Bereich. So richtig werde ich diese Frage wohl erst in einem halben Jahr beantworten können. Beide wissen jedenfalls, wie man mit Spielern umgehen muss."

...die Tatsache, dass Nagelsmann in einem Jahr nach Leipzig geht: "Dass er heiß begehrt war und diese Situation kommen konnte, war mir bewusst. Aber mir war wichtig, in diesem Jahr definitiv mit ihm arbeiten zu können. Denn in einem Jahr kann man sich auch sensationell entwickeln."

...das letztjährige Angebot aus Hoffenheim, als er sich für Gladbach entschied: "Ich hatte einfach Lust auf etwas Neues. Wenn das in Gladbach hingehauen hätte, dann wüsste ich nicht, ob ich hier säße. Aber: Manchmal ist es Schicksal im Leben, vielleicht hat es dieses eine Jahr auch gebraucht."

...das Scheitern in Gladbach: "Der Trainer hat mir einfach nicht das Vertrauen geschenkt dort. Das ist ausschlaggebend. Ein Trainer muss dir auch mal den Finger geben, nicht die ganze Hand. Jeder weiß, dass Offensivspieler eine gewisse Freiheit brauchen. Die habe ich nicht gespürt. Dann kam der Kontakt mit Alexander Rosen zustande."

Aufgezeichnet von: Benni Hofmann

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weitere Infos zu Grifo

Vorname:Vincenzo
Nachname:Grifo
Nation: Italien
Verein:TSG Hoffenheim
Geboren am:07.04.1993


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