Ein Kommentar von Michael Pfeifer

Nagelsmanns Schnitt: Sauberer geht's nicht

Bundesliga - 21.06. 19:14

Nun ist es also raus. Julian Nagelsmann wird seine Ausstiegsklausel ziehen und die TSG Hoffenheim im kommenden Sommer verlassen. Es spricht für diesen auch jenseits des Fußballfeldes klar strukturierten Trainer, seine Entscheidung weiträumig zu kommunizieren. kicker-Redakteur Michael Pfeifer kommentiert.

Noch ein Jahr Hoffenheim, dann geht es nach Leipzig: Trainer Julian Nagelsmann. © imago

Um noch vor seiner Abschiedssaison für alle Beteiligten Klarheit zu schaffen und unbelastet von störenden Spekulationen in diese anspruchsvolle Spielzeit mit dem Debüt der Kraichgauer in der Champions League zu gehen.

Nagelsmann hält sich damit auch an die Abmachung mit Vereinsboss Dietmar Hopp. Der hatte neulich im kicker-Interview eine frühzeitige Absprache erwähnt, um dem Klub die nötige Zeit bei der Suche nach einem geeigneten Nachfolger zu geben. Die hat die TSG jetzt. Es ist eine für den Klub bittere Entscheidung, aber ein sauberer Schnitt. Sauberer geht's eigentlich nicht. Versüßt zudem durch fünf Millionen Euro, die Leipzig wird überweisen müssen.

Hopp denkt an David Wagner

Und offenkundig hat Hoffenheim bereits eine Idee. Im Winter soll die Lösung präsentiert werden. Hopp selbst hatte bereits den früheren Hoffenheimer Nachwuchstrainer und heutigen Chefcoach von Huddersfield Town, David Wagner, ins Spiel gebracht. Wie auch immer Nagelsmanns Nachfolger heißen wird, er wird ein schweres Erbe antreten, die Amtszeit seines Vorgängers ist bislang eine einzige Erfolgsgeschichte.

Das nun absehbare Ende wird die Chancen auf eine weitere erfolgreiche Spielzeit nicht schmälern. Dazu ist Nagelsmanns Autorität und Fachkompetenz zu gewaltig und das loyale Team von ihrem Chef zu überzeugt. Dennoch wird es spannend werden zu beobachten, ob und wie die Hoffenheimer diesmal die nun noch anspruchsvollere Doppelbelastung meistern werden.

Kein Branchenriese, aber ein potenzieller

Leipzig ist für den erst 30 Jahre alten Trainer im Grunde der nächste folgerichtige Schritt. Nach neun Jahren im Kraichgau, erst in der Nachwuchsakademie und schließlich seit Februar 2016 als Cheftrainer. Da wächst die Sehnsucht nach einem Tapetenwechsel und einer neuen Herausforderung. Die bietet ihm RB.

kicker-Redakteur Michael Pfeifer

Nagelsmann wählt damit nicht den Weg zu einem bereits etablierten Branchenriesen, sondern zu einem potenziellen. Der mit deutlich besseren finanziellen Möglichkeiten als die TSG dem innovativen Fußballlehrer mutmaßlich noch höherwertigeres Personal zur Verfügung zu stellen vermag. Leipzigs Chancen, sich in der nationalen Spitze zu etablieren sind mit dieser Personalie sicher nicht gesunken.

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