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12.05.2018, 19:19

FC-Fanbeauftragte kritisierten Polizeieinsatz in Wolfsburg

Randale und Rauchbomben: "Wir sind Hamburger, und ihr nicht"

Das Ende war chaotisch: Kurz vor dem Schlusspfiff der Partie des Hamburger SV gegen Gladbach (2:1) eskalierte die Situation, als Anhänger schwarze Rauchbomben zündeten und in den Strafraum der Borussia warfen. Ein Polizeieinsatz und eine längere Verzögerung bis zum Schlusspfiff waren die Folge. Auch in Wolfsburg rückten die Ordnungshüter an.

Polizeiaufgebot in Hamburg
Polizeiaufgebot in Hamburg: Die Ordnungshüter beziehen Stellung vor dem Block, aus dem die Rauchbomben geflogen waren.
© imago

Die Stimmung vor und während des Spiels im ausverkauften Volksparkstadion und die in der Nachspielzeit hätten konträrer nicht sein können. Hoffnungsfroh fieberten die HSV-Fans dem Duell gegen Gladbach entgegen, frenetisch feuerten sie ihre Lieblinge von den Rängen an. Letztlich vergeblich, weil sich schon Mitte des zweiten Durchgangs herauskristallisierte, dass Konkurrent Wolfsburg beim Unternehmen "Relegationsplatz" nicht mitspielte und gegen Köln in Führung lag, was den Sprung des HSV auf Rang 16 unmöglich machte.

Pyro, Polizei, Pferde

Schon gut zehn Minuten vor dem Ende stand so mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit fest, dass der Dino den bitteren Weg in die 2. Liga würde antreten müssen. Für einige Chaoten war dies wohl Grund genug, gänzlich aus dem Rahmen zu fallen. Einige Anhänger zündeten Pyrotechnik und steckten Pappen an, schwarze Rauchbomben flogen in den Strafraum der Gäste - Referee Dr. Felix Brych war gezwungen, die Begegnung zu unterbrechen. Hundertschaften der Polizei kamen auf den Rasen, zudem berittene Ordnungshüter zum Einsatz, auch um einen möglichen Platzsturm zu verhindern. Die überwiegende Mehrheit der Fans distanzierte sich klar von den Randalierern und skandierte: "Wir sind Hamburger, und ihr nicht."

Es waren einige wenige, die in einem Stadion nichts zu suchen haben und ausgeschlossen gehören.Christian Titz

Die Spieler beider Teams harrten gemeinsam auf dem Platz aus, ehe Brych das Spiel nach einer Unterbrechung von einer guten Viertelstunde kurz noch einmal freigab und Sekunden später offiziell beendete.

Eine mehrteilige Serie zum Abstieg des HSV lesen Sie in den kommenden Ausgaben des kicker
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HSV-Coach Christian Titz bezog bezüglich des Fehlverhaltens der Anhänger gegenüber Sky ganz klar Stellung: "Fast alle Zuschauer haben sich würdevoll verabschiedet. Es waren einige wenige, die in einem Stadion nichts zu suchen haben und ausgeschlossen gehören."

Polizeieinsatz auch in Wolfsburg - Kritik von FC-Fanbeauftragten

Auch in Wolfsburg war im Vorfeld der Partie gegen Köln ein Polizeieinsatz nötig. 20 Szene-bekannte Anhänger der Rheinländer wollten sich ihren Weg vom Unter- auf den Oberrang bahnen, die Polizei schritt ein. Nach Darstellung der Kölner Fanbeauftragten bekamen die Ordnungshüter die Situation unter dem massiven Einsatz von Pfefferspray in den Griff.

Der FC verurteilte "das Verhalten der Täter ohne jede Einschränkung". Allerdings halten die FC-Fanbeauftragten den massiven Einsatz der Polizei nach Klubangaben für "überzogen" und kritisieren zudem, "dass ganze Ausgangsbereiche aufgrund des Vorfalls gesperrt wurden, so dass viele unbeteiligte Fans in ihren Blöcken eingeschlossen waren und das Stadion nicht verlassen konnten." Inzwischen wird gegen rund 50 Kölner wegen Landfriedensbruchs ermittelt.

"Als unangemessen und hinderlich" bezeichnet es der Bundesliga-Absteiger außerdem, "dass FC-Mitarbeiter trotz Akkreditierungen ihre Klub-Shirts ablegen mussten bzw. sich nicht frei im Stadion bewegen konnten".

jch

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