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26.04.2018, 18:08

Kommentar: Eisberg Kind, entmachteter Rebbe, Wolfsburger Scherbenhaufen

Der Fall Heldt: Ein Poker mit vielen Verlierern

Horst Heldt wollte nach Wolfsburg und darf nicht. Hannover 96 verhandelte mit dem VfL und erteilte dem niedersächsischen Nachbarn eine knallharte Absage. Muskelspiele und ein Poker um Millionen - zunächst einmal mit vielen Verlierern. Ein Kommentar von Thomas Hiete.

Horst Heldt
Weiter als Manager von Hannover 96 tätig: Horst Heldt.
© imagoZoomansicht

Es schien alles auf dem Weg zu sein. Horst Heldt und sein Assistent Gerry Zuber haben sich mit dem VfL Wolfsburg auf eine Zusammenarbeit verständigt, Hannover 96 signalisierte Verhandlungsbereitschaft. Diese letzte und entscheidende Hürde musste VfL-Verhandlungsführer und -Aufsichtsrat Frank Witter umschiffen - er kollidierte mit dem Eisberg namens Martin Kind. Der 96-Präsident zog am Donnerstag im Millionenpoker um den Fußballmanager alle Register, ließ kurz und knapp per Pressemitteilung verlauten: Horst Heldt bleibt bei Hannover 96.

Kind macht seinem Ruf als Hardliner alle Ehre. Er bestimmt die Spielregeln, wer das nicht akzeptiert, hat ein Problem. Dieser Poker bringt jedoch erst einmal viele Verlierer zum Vorschein. Den VfL Wolfsburg, dessen Sportdirektor Olaf Rebbe durch die offizielle 96-Mitteilung, dass mit Wolfsburg über seinen Nachfolger verhandelt wurde, endgültig entmachtet ist. Der Klub steht drei Spieltage vor Saisonende mitten im Abstiegskampf und vor dem vielleicht wichtigsten Spiel des Jahres gegen den HSV vor einem Scherbenhaufen.

Horst Heldt geht ebenfalls schwer beschädigt aus dem gescheiterten Wechselversuch hervor. Der Absprung nach Köln gelang ihm nicht, nun versperrt Boss Kind auch den Weg nach Wolfsburg. Schwer vorstellbar, dass es nun für ihn in Hannover weitergeht, als wäre nichts gewesen. Und der VfL lässt seinen Wunschkandidaten durch die Nichterfüllung der 96-Forderungen im Regen stehen.

Für Präsident Kind heißt es nun: Er muss das kaum realistisch erscheinende Kunststück vollbringen, mit Heldt so weiterzumachen, als sei nichts geschehen. Muss der mächtige Boss am Ende doch einen Nachfolger finden? Dass der wiederholt wechselwillige Manager weiterhin potenzielle Neuzugänge von einem Engagement in Hannover überzeugen soll, klingt jedenfalls nach einer Unmöglichkeit.

Thomas Hiete

kicker-Redakteur Thomas Hiete
kicker-Redakteur Thomas Hiete
© kicker
Video zum Thema
kicker.tv Hintergrund- 26.04., 15:55 Uhr
Unruhe auf allen Ebenen - Wolfsburg im Abstiegskampf
Es droht die Relegation - zum zweiten Mal in Folge. Der VfL Wolfsburg ist trotz großer Investitionen im vergangenen Sommer wieder in großer Abstiegsnot, Bruno Labbadia schon der dritte Cheftrainer der Saison. Als nächstes muss Olaf Rebbe gehen.
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25 Leserkommentare

slogman
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28.04.2018 | 21:54

Top-Journalismus

Ein Kommentar, so stichhaltig wie ein Magenwind. Das, was sich der Verfasser hier so schön zusammenreimt, [...]
Kopperle
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27.04.2018 | 19:31

@retiled

...warum soll er ihn denn rausschmeißen?...dann hätte er ihn ja gleich für Geld gehen lassen können...sonst [...]
HankonTheBeach
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27.04.2018 | 15:34

Geschäft

Herr Kind hätte es bestimmt nicht so ein Imperium geschaffen, wenn er immer das 1. Angebot angenommen [...]
Semsemnamm
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27.04.2018 | 14:09

@Sonnenlöwe:

"Aber diejenigen welche in jedem Fall hier meckern oder alles schlecht finden sind immer selbige ;-)"
<[...]
Kalawrititnov
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27.04.2018 | 14:09

Naja, ich würde wahrscheinlich Herrn Heldt die Papiere geben, wenn die anderen Vereine bereits versorgt [...]

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