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24.04.2018, 13:26

Österreicher will harmonischen Abschied nicht trüben

Junuzovic: Abschied als Chef-Diplomat

Am Dienstagvormittag empfing Zlatko Junuzovic im Presseraum des Weserstadions die versammelten Journalisten, um seinen tags zuvor verkündeten Abschied zu erklären. Allerdings: Über die tatsächlichen Motive des Österreichers erfuhren die interessierten Fragesteller herzlich wenig.

Zlatko Junuzovic
Spielte unter Trainer Florian Kohfeldt nicht mehr die gewohnte sportliche Rolle: Zlatko Junuzovic.
© imagoZoomansicht

Die Beweggründe für seinen Entschluss, das seit vergangenen Sommer vorliegende Vertragsangebot des Klubs nicht anzunehmen, verpackte Junuzovic in diplomatische Formulierungen, die ganz offensichtlich nur ein Ziel verfolgten: Nur keine Wahrheiten preisgeben, die nach "sechseinhalb schönen Jahren" einen rundum harmonischen Abschied trüben könnten.

So sprach der 30-Jährige immer wieder von einem "Gefühl", dass "die Zeit gekommen" sei, "eine neue Herausforderung" zu suchen. Wodurch konkret dieses Gefühl beeinflusst wurde, umschrieb er ebenso nichtssagend mit Schlagworten wie "Gesamtpaket", "Einbeziehung der Familie" oder dem Hinweis, er habe "nur eine Karriere". Die Gründe für Junuzovics Abschied liegen natürlich dennoch klar auf der Hand. "Geld hat nicht immer die Priorität", betonte der Profi zwar ungefragt - doch dass seine finanziellen Vorstellungen und die des Klubs bis zum Ende deutlich auseinanderlagen, ist hinlänglich bekannt. Sonst hätte Junuzovic bereits im vergangenen Sommer jene im Vergleich zu den bisherigen Bezügen abgespeckte Offerte angenommen, die von Werder in der Folgezeit nicht nennenswert nachgebessert, aber aufrechterhalten wurde.

Junuzovics Rolle/Position unter Kohfeldt

Ein weiterer zentraler Punkt: Junuzovic spielte unter Trainer Florian Kohfeldt nicht mehr die gewohnte sportliche Rolle, in zweierlei Hinsicht. Der Kapitän war nicht mehr absolut gesetzte Stammkraft, was für ihn erklärter Maßen "nicht das Problem" gewesen sei. Und: Junuzovics Position unter Kohfeldt war meist der linke Flügel, nicht mehr die Spielfeldmitte. "Der Trainer weiß, dass ich nicht gerne außen spiele, sondern im Zentrum", gab Junuzovic nun immerhin eine Sache unverblümt zu. Verbunden mit dem Zusatz: "Für mich ist das okay. Ich versuche, das so gut es geht umzusetzen." Aber empfand er, wenn schon nicht den sportlichen Status, so doch die avisierte Gehaltskürzung als Zeichen mangelnder Wertschätzung? Antwort Junuzovic: "Die Gespräche hat mein Berater geführt. Es war ein guter Austausch mit Werder, mehr ist nicht zu sagen."

Loyalität hat Priorität

Gewiss: Es sind fast ausschließlich Phrasen, die Junuzovic - auch aus seinem neuen Arbeitgeber macht er noch ein Geheimnis - in eigener Sache loswird. Vorwerfen lässt sich ihm das aber nicht. Denn wem brächte es wirklichen Erkenntnisgewinn, würde auch er noch klar benennen, was ohnehin für jedermann offensichtlich ist. Vielmehr ließe sich aus solchen Aussagen eine Trennung mit bösem Blut konstruieren. Dass Junuzovic einen entsprechenden Eindruck unbedingt vermeiden will, spricht für seine Loyalität zum Klub, auch über die gemeinsame Zeit hinaus. "Die sechseinhalb Jahre bei Werder waren etwas Besonderes mit sehr vielen schönen Momenten", sagt Junuzovic. Dass das keine Phrase ist, darf man ihm getrost abnehmen. Und dass Junuzovic die positiven Erinnerungen nicht durch eine auch nur ansatzweise schmutzige Scheidung überlagern will, darf man bei aller Wahrheitsliebe durchaus respektabel finden.

Thiemo Müller

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weitere Infos zu Junuzovic

Vorname:Zlatko
Nachname:Junuzovic
Nation: Österreich
Verein:RB Salzburg
Geboren am:26.09.1987

weitere Infos zu Kohfeldt

Vorname:Florian
Nachname:Kohfeldt
Nation: Deutschland
Verein:Werder Bremen


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