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17.04.2018, 14:41

Fröhlich stellt klar: Winkmann war noch auf dem Feld

Einspruch? Die Lage nach dem kuriosen Videobeweis in Mainz

Am Montagabend gewann der 1. FSV Mainz gegen den SC Freiburg das Kellerduell mit 2:0. Der Aufreger des Spiels war der Elfmeterpfiff nach Videobeweis von Schiedsrichter Guido Winkmann, der nach dem Halbzeitpfiff erfolgte. Ob die Freiburger Einspruch gegen die Spielwertung einlegen, ist noch offen.

Geknickte Freiburger nach dem 0:2 in Mainz.
Geknickte Freiburger nach dem 0:2 in Mainz.
© imagoZoomansicht

Schiedsrichter Guido Winkmann hatte elf Sekunden nach dem ahndungswürdigen Handspiel des Freiburger Kempf zur Halbzeit gepfiffen. Die Akteure und das Team des Unparteiischen begaben sich Richtung Kabine, unterdessen wurde Winkmann von der Video-Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus von Köln aus über das Handspiel unterrichtet. Der Unparteiische sah sich die Aktion am Bildschirm an, entschied auf Handelfmeter und holte die Freiburger und Mainzer Spieler aus dem Kabinentrakt zurück aufs Feld. De Blasis verwandelte sicher, danach verließen die Akteure das Feld wieder.

In den Regeln des DFB für die Saison 2017/18 heißt es unter Regel 05, Punkt 2 zu den Entscheidungen des Schiedsrichters:

"Wenn das Spiel fortgesetzt wurde oder der Schiedsrichter die erste oder zweite Halbzeit (einschließlich Nachspielzeit) beendet und das Spielfeld verlassen oder das Spiel beendet hat, darf der Schiedsrichter eine Entscheidung nicht ändern, wenn er feststellt, dass diese nicht korrekt ist oder von einem anderen Spieloffiziellen einen Hinweis erhalten hat."

Die VAR-Regeln vom IFAB (International Football Association Board) sehen eine Regelung für eine Situation vor, wie sie sich in Mainz zugetragen hat. Dort steht in Punkt 8.13, dass der Videoassistent auch nach dem Halbzeit- oder Schlusspfiff eingreifen kann, um auf eine irreguläre Situation hinzuweisen, die während des Spiels erkannt wurde. Da sich der Videoassistent in der laufenden Bundesliga-Saison bekanntlich noch in der Testphase befindet, sind die VAR-Regeln auch noch nicht offizieller Bestandteil des DFB-Regelkanons.

Auf diese Lücke bzw. Uneindeutigkeit im Regelwerk könnten sich die Freiburger für einen Einspruch beziehen.

Die Frage, über die man unter sportgerichtlichen Gesichtspunkten streiten könnte: Ist das Überschreiten der Seitenlinie, wie es bei Winkmann der Fall gewesen sein soll, unbedingt ein Verlassen des Spielfeldes, zumal die Assistenten anscheinend noch auf dem Spielfeld standen?

Fröhlich: Kontakt vor dem Verlassen des Feldes

Am Dienstagnachmittag bezog Lutz-Michael Fröhlich, der Projektleiter Video-Assistent und Sportliche Leiter Elite-Schiedsrichter, zur Position von Winkmann zur Zeit der Entscheidung klar Stellung. "Video-Assistentin Bibiana Steinhaus nahm mit Schiedsrichter Guido Winkmann Kontakt auf, bevor dieser das Spielfeld verließ. Das belegen der Ton- und Bildmitschnitt aus dem Video-Assist-Center in Köln, in dem jedes Spiel archiviert wird", so Fröhlich in einem Interview mit DFB.de

Wenn Winkmann tatsächlich noch auf dem Feld war, als er von Steinhaus angefunkt worden war, hat Freiburg wohl keinen Ansatzpunkt für einen Protest. Am Mittwoch gab der SC Freiburg bekannt, dass die Breisgauer keinen Einspruch einlegen werden.


Unabhängig davon heißt es in Rechts- und Verfahrungsordnung des DFB unter Paragraf 17 zum Thema "Einspruch gegen die Spielwertung":

1. Einsprüche gegen die Wertung von Bundesspielen müssen innerhalb von zwei Tagen nach Ablauf des Tages, an dem das Spiel stattgefunden hat, bei der DFB-Zentralverwaltung schriftlich eingelegt und in kurzer Form begründet werden. In besonderen Fällen kann der Spielausschuss/DFL Deutsche Fußball Liga die Einspruchsfrist abkürzen. (...)

2. Einsprüche gegen die Spielwertung können unter anderem mit folgender sachlicher Begründung erhoben werden:

(...) c) Regelverstoß des Schiedsrichters, wenn der Regelverstoß die Spielwertung als verloren oder unentschieden mit hoher Wahrscheinlichkeit beeinflusst hat.

(...) 3. Über den Einspruch entscheidet in erster Instanz das Sportgericht, als Berufungsinstanz das Bundesgericht.

(...) 5. Wird auf Spielwiederholung erkannt, ist das Spiel grundsätzlich am gleichen Ort neu auszutragen.

In diesem Fall endet die Einspruchsmöglichkeit der Freiburger am Mittwoch um 23.59 Uhr.

kon

Bundesliga, 2017/18, 30. Spieltag
1. FSV Mainz 05 - SC Freiburg 2:0
1. FSV Mainz 05 - SC Freiburg 2:0
Vorfreude?

Mainz-Coach Sandro Schwarz vor der Begegnung gegen Freiburg.
© imago

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