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13.04.2018, 09:03

Briel: "Öffnung der Regel stünden wir ergebnisoffen gegenüber"

Soll es mit der 50+1-Regel weitergehen?

Mit der 50+1-Regel ist von DFB und DFL festgehalten, dass nur Kapitalgesellschaften am Spielbetrieb der Lizenzligen teilnehmen können, an denen der jeweilige Verein die Mehrheit der Stimmanteile hält. Das Einschreiten von Investoren soll verhindert werden, der Verein die Entscheidungshoheit behalten. Soll diese Regel beibehalten werden? Der kicker befragte acht Experten zur Zukunft des Fußballs.

Die Fans haben eine klare Meinung zur 50+1-Regel.
Die Fans haben eine klare Meinung zur 50+1-Regel.
© imagoZoomansicht

Hans-Joachim Watzke (Geschäftsführer Borussia Dortmund): Ja. Der größte Fehler ist zu glauben, dass sich die Wettbewerbssituation durch das Abschaffen ändern würde. Wenn du 50+1 abschaffst, lässt sich das Rad später nicht mehr zurückdrehen. Wer sich mal an einen Oligarchen verkauft hat, bleibt in dessen Hand.

Stephan Schippers (Geschäftsführer Borussia Mönchengladbach): Wir bei Borussia Mönchengladbach sind eindeutig für einen Erhalt. Wir sind der Überzeugung, dass es auch innerhalb der bestehenden Regelung durchaus möglich ist, strategische Partner an einen Verein zu binden und damit konkurrenzfähig zu bleiben.

Peter Peters (Finanzvorstand Schalke 04 und Vizepräsident des Ligaverbands): Nachdem die Klubs diese Frage mehrheitlich deutlich mit Ja beantwortet haben, liegt es nun an jedem einzelnen Mitglied, ob es dieses Votum akzeptiert oder aber weitere rechtliche Mittel ergreift.

Axel Hellmann (Vorstand Eintracht Frankfurt): Das Schutzinteresse von 50+1, die Entscheidungshoheit des Klubs und damit der Mitglieder in den relevanten Gestaltungsfragen der Fußball-Kapitalgesellschaften, muss nicht nur beibehalten, sondern rechtsfest und bestandssicher weiterentwickelt werden, unbeachtlich der Höhe der Beteiligung der anderen Anteilseigner.

Frank Briel (Geschäftsführer TSG Hoffenheim): Grundsätzlich sind wir Befürworter der aktuellen Form. Einer Öffnung der Regel, zum Beispiel unter der Bedingung langfristiger Gesellschafterbindung sowie der Gewährung von Vorkaufsrechten für den Mutterverein, stünden wir ergebnisoffen gegenüber.

Michael Meeske (Finanzvorstand 1. FC Nürnberg): Die Ziele von 50+1 - Schutz grundlegender Vereinsrechte und ein ausgeglichener Wettbewerb - stehen für uns nicht zur Diskussion; ob diese ggf. aber mit einer anderen Zahl im Namen oder einer nicht quantitativen Überschrift besser erreicht werden können, sollten wir diskutieren.

Matthias Lehleiter (Finanz- und Fußballexperte Berenberg): Ich wünschte mir, es gäbe eine regere Debatte über konkrete Konzepte. Vor allem unter Einbindung aller Interessengruppen, sprich auch der Fans. Das Modell Swansea City ist für mich hier ein guter Ansatz.

Claus Vogt (Vorstand FC PlayFair!): 50+1 ist unantastbar! Ausnahmen darf es nicht geben, sie müssen sanktioniert beziehungsweise abgeschafft werden. Ich wünsche mir auch mehr Mitspracherecht der Fans durch einen demokratisch gewählten Verteter oder Ausschuss in jedem Profiverein als Lizenzauflage.


In der kicker-Montagsausgabe erschien der komplette siebte und letzte Teil der Serie "50+1 - Fluch oder Segen?". Darin befragt der kicker acht Experten zur Bundesliga 2025 und der Zukunft des Fußball: Hans Joachim-Watzke (Geschäftsführer Borussia Dortmund), Stephan Schippers (Geschäftsführer Borussia Mönchengladbach), Peter Peters (Finanzvorstand FC Schalke und DFL-Vizepräsident), Axel Hellmann (Vorstand Eintracht Frankfurt), Frank Briel (Geschäftsführer TSG Hoffenheim), Michael Meeske (Finanzvorstand 1. FC Nürnberg), Matthias Lehleiter (Finanz- und Fußballexperte Berenberg) und Claus Vogt (Vorstand FC PlayFair).

mst

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