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08.03.2018, 20:15

Geschäftsführer Hotze stärkt Manager Rebbe den Rücken

Der VfL Wolfsburg - ein Klub im Schwebezustand

Der VfL Wolfsburg steckt in einer tiefen Krise. Und das nicht erst seit dieser Saison. Geschäftsführer Wolfgang Hotze betont: "Wir laufen schon im dritten Jahr unseren sportlichen Zielen hinterher, das muss man so klar sagen." Strukturell soll und wird sich in der VfL-Führungsetage einiges ändern. Was genau, bleibt indes noch unklar. Das gilt auch für die Rolle von Sportdirektor Olaf Rebbe.

Nicht unumstritten: Olaf Rebbe.
Nicht unumstritten: Olaf Rebbe.
© imagoZoomansicht

Drei Trainer in dieser Saison, ein Stand heute missglückter personeller Großumbruch des Kaders im vergangenen Sommer. Dass Olaf Rebbe als Sportdirektor und damit Verantwortlicher für das sportliche Versagen der Niedersachen in der Kritik steht, ist selbstredend. In Wolfsburg laufen Diskussionen über mögliche Nachfolger, darüber hat der kicker berichtet. Wolfgang Hotze, Sprecher der VfL-Geschäftsführung, versucht nun entgegenzusteuern. Er sagt: "Es gibt derzeit keine Diskussionen um Olaf Rebbe. Es sucht auch niemand einen neuen Sportverantwortlichen. Wir reden in den Gremien grundsätzlich nicht über Namen oder den Austausch von Verantwortlichen, sondern darüber, wie wir den VfL strukturell ab Sommer ausrichten müssen - losgelöst von Personen."

Pläne mit Rebbe zu den Akten gelegt

Erkannt also ist: Es muss sich strukturell etwas ändern. Nur wie, wenn nicht über Namen geredet wird? In der Geschäftsführung fehlt seit dem Ausscheiden von Klaus Allofs im Dezember 2016 die sportliche Fachkompetenz. Hotze ist als langjähriger Finanz-Geschäftsführer und ausgewiesener Steuerfachmann ebenso wenig ein Fußballexperte wie Geschäftsführerkollege Dr. Tim Schumacher, der Jurist ist. Dieses übriggebliebene Duo und auch das Aufsichtsratspräsidium, das aus hochrangigen VW-Verantwortlichen besteht, muss sich auf die Expertise ihres Sportdirektors verlassen. Und genau da liegt das Problem: Rebbe hat bislang nicht nachgewiesen, dass er dieser Aufgabe gewachsen ist. Was dazu führt, dass die ursprünglichen Pläne, den Sportdirektor zum neuen Geschäftsführer zu machen, wenn Marcel Schäfer im Sommer 2019 als Sportlicher Leiter kommt, längst zu den Akten gelegt wurden.

Macht sich über die Zukunft Gedanken: Geschäftsführer Wolfgang Hotze.
Macht sich über die Zukunft Gedanken: Geschäftsführer Wolfgang Hotze.
© imagoZoomansicht

Und doch stärkt Hotze dem umstrittenen 39-Jährigen, der in die Fußstapfen seines einstigen Ziehvaters Allofs getreten war, den Rücken. "Olaf Rebbe wird mir persönlich zu hart gescholten für Dinge, die sich nicht so entwickelt haben wie geplant. Er hat zwar die sportliche Verantwortung, aber er hat nie Alleingänge unternommen. Wenn Fehlentscheidungen getroffen worden sein sollten, haben wir diese gemeinsam getroffen und letztlich stehe ich als für den Sport zuständiger Geschäftsführer dafür auch gerade."

Es ehrt Hotze, der im Januar bei Volkswagen in Rente ging und sich eigentlich auch schon aus der VfL-Geschäftsführung verabschieden wollte, dass er die Verantwortung übernimmt, nur wirkt es angesichts der Realität reichlich skurril. Der 65-Jährige ist längst nicht mehr voll in das Tagesgeschäft eingebunden, das letztendlich von Rebbe bestimmt wird.

Der Versuch ist offensichtlich: Der Sportdirektor soll mit aller Macht aus der Schusslinie genommen werden. So hält Hotze auch den Kopf hin für die Verpflichtung von Trainer Martin Schmidt, der die von Vorgänger Andries Jonker mitgestaltete Mannschaft nach dem 4. Spieltag übernahm. Brancheninterne Zweifel, dass Schmidt mit seinem Plan vom Umschaltfußball nicht zum auf Ballbesitz ausgerichteten Wolfsburger Kader passe, hegten die VfL-Macher offenbar überhaupt nicht. "Jeder", sagt Hotze, "hat Martin Schmidt als beste Wahl empfunden". Detail am Rande: Bruno Labbadia, der den VfL jetzt retten soll, wäre auch damals verfügbar gewesen.

Fehlentscheidungen fielen oft auf Trainer zurück

Wolfsburger Fehlentscheidungen am Fließband. Bislang führten sie lediglich bei den Trainern zu Konsequenzen. Nach der Ära Allofs ging es hoch her: Im Februar 2017 musste Valerien Ismael gehen, im September dessen Nachfolger Jonker, Schmidt trat im Februar dieses Jahres von sich aus zurück. Der Kader wurde für viel Geld umgekrempelt, aber nicht verstärkt. Die Perspektive der aktuellen Mannschaft wird schon wieder infrage gestellt. Hotze kündigt den nächsten Umbruch an: "Nach dem 30. Juni wird auch im Kader das eine oder andere passieren müssen."

Nach seiner Ära ging es beim VfL hoch her: Klaus Allofs.
Nach seiner Ära ging es beim VfL hoch her: Klaus Allofs.
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Das gilt auch für die Geschäftsführung, die neben Allofs auch Thomas Röttgermann, der unter anderem für die Bereiche Organisation, Sponsoring und Frauenfußball zuständig war, verlor. "Noch vor zwei Jahren wurde die Geschäftsführung bewusst auf vier Geschäftsführer erweitert, um die Vielzahl von Themen seriös bearbeiten zu können. Zwei davon sind heute noch übrig, Tim Schumacher, der die Hauptlast der Arbeit trägt, und ich", erklärt Hotze. "Und es ist kein Geheimnis, dass ich mich Mitte des Jahres endgültig aus der operativen Tätigkeit zurückziehen werde. Deshalb ist es auch nur logisch und folgerichtig, dass unsere Gremien über die zukünftigen Strukturen und die zukünftige Aufgabenverteilung beraten. Damit können wir auch nicht bis nach Saisonende warten, diese Überlegungen müssen deutlich vorher abgeschlossen sein."

Headhunter fahnden nach einem Geschäftsführer für die Bereiche Marketing und Internationalisierung.

Wer plant die sportliche Zukunft?

Wer aber plant die sportliche Zukunft? Wirklich weiterhin Manager Rebbe, dessen Position trotz aller Rückendeckung arg geschwächt ist? Erhält er verstärkte inhaltliche Unterstützung, womöglich sogar federführend von Trainer Labbadia, der bis 2019 unterschrieben hat? Der VfL Wolfsburg ist ein Klub im Schwebezustand, der parallel zu den Planungen irgendwie den Abstieg in die Zweitklassigkeit verhindern will.

"Wir stecken mitten im Abstiegskampf, ohne Wenn und Aber", unterstreicht Hotze. "Allerdings haben wir es bei noch neun ausstehenden Spielen komplett selbst in der Hand, das Blatt zu wenden. Ich bin guten Mutes, dass Bruno Labbadia mit der Mannschaft den Klassenerhalt schaffen wird - und dass uns dieses Mal der Weg in die Relegation erspart bleibt."

Thomas Hiete

Tabellenrechner 1.Bundesliga
 

36 Leserkommentare

Dr_Ecksack
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10.03.2018 | 16:27

@Nichts_Da

> 1. zu Recht, weil die Braunschweiger nur scheiße bauen und häufig asozial sind
Für mich eine anma[...]
Nichts_Da
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10.03.2018 | 12:36

@buchenhain8
Du kannst es drehen wie du willst, der VfL Wolfsburg ist und bleibt ein Traditionsvere[...]
Nichts_Da
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10.03.2018 | 12:36

und noch was buchenhain8.. Es interessiert sich sehr wohl in Deutschland fast alle was in Wolfsburg [...]
Dr_Ecksack
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10.03.2018 | 10:43

@Nichts_Da

Immer mit der Ruhe, junger Padavan.

Auch wenn Du hier mit hochrotem Kopf um Dich schlägst, mac[...]
buchenhain8
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09.03.2018 | 23:05

Nichts da

Du kannst es drehen und wenden wie du willst ,es interisiert in Deutschland keinen was mit diesem Autoclub [...]

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Vereinsdaten

Vereinsname:VfL Wolfsburg
Gründungsdatum:12.09.1945
Mitglieder:21.500 (01.07.2017)
Vereinsfarben:Grün-Weiß
Anschrift:In den Allerwiesen 1
38446 Wolfsburg
Telefon: (0 53 61) 8 90 39 03
Telefax: (0 53 61) 89 03 15 0
E-Mail: service@vfl-wolfsburg.de
Internet:http://www.vfl-wolfsburg.de

weitere Infos zu Labbadia

Vorname:Bruno
Nachname:Labbadia
Nation: Deutschland


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