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22.02.2018, 15:35

Hertha-Trainer verteidigt Charakter seiner Elf

Rezept gegen Bayern? Dardai in der Bibliothek

Trotz des 0:2 gegen Mainz ruft Hertha-Trainer Pal Dardai das Spiel beim FC Bayern nicht zum Charaktertest aus. Er verteidigt die Mentalität seiner Elf - und will sich "noch etwas einfallen lassen", um die miserable Bilanz in München zu bessern.

Pal Dardai (r.) und Michael Preetz beim jüngsten Gastspiel in München
In München gab es schon lange nichts mehr zu holen für Hertha: Pal Dardai (r.) und Michael Preetz.
© imagoZoomansicht

Die Siege in Leipzig und Leverkusen ließen aufhorchen und zeigten, dass Hertha BSC auch auswärts ein Stolperstein für die Top-Klubs der Liga sein kann. Jetzt wartet der Gang zum Primus nach München. "Ich war extra in der Bibliothek", flachste Berlins Coach Pal Dardai am Donnerstag. "Ich habe das Buch gesucht: 'Wie schlägt man den FC Bayern?' Ich habe es nicht gefunden. Also müssen wir uns noch etwas einfallen lassen."

In den vergangenen drei Gastspielen in München blieb Hertha torlos, die vergangenen zehn Auftritte beim FC Bayern gingen allesamt verloren. Herthas letzter Sieg in München datiert vom 29. Oktober 1977, beim 2:0 trafen seinerzeit Gerhard Grau und Bernd Gersdorff. "Man braucht vorher nichts zu versprechen oder irgendwas zu erzählen, das wäre Blödsinn", erklärte der Berliner Trainer. "Fünferkette, Viererkette, Zehnerkette oder Berliner Mauer - gegen Bayern brauchst du nichts zu erzählen, da brauchst du eine gute Tagesform und sollst genießen, dass du gegen die beste Mannschaft spielen darfst."

In den letzten beiden Spielen punktete Hertha gegen Bayern

Immerhin: In den vergangenen beiden Spielen gegen die Bayern im Februar und Oktober 2017, jeweils im Berliner Olympiastadion ausgetragen, schlug sich Dardais Team gegen den Rekordmeister bravourös und punktete jeweils (1:1, 2:2). Auch am Samstag will der Coach "eine disziplinierte Mannschaft sehen, die wenige Räume gibt und die Kontersituationen, die sich ergeben, gut ausführt".

Auch Manager Michael Preetz sagte: "Da sind schon viele Mannschaften hingefahren und haben es mit ganz unterschiedlichen Ansätzen versucht, wir auch. Du musst ans Limit gehen oder darüber hinaus, um konkurrenzfähig zu sein. Es wird wichtig sein, dass wir wenig Räume zulassen und versuchen, entstehende Situationen entschlossen zu nutzen. Das ist etwas, woran wir sowieso arbeiten in unserem Spiel nach vorne. Aber das Spiel wird sich vor allem in unserer Hälfte abspielen, darauf müssen wir uns einstellen. Das wird ein schwieriger Gang, das wissen wir."

"Anfang der Woche war es im Training etwas zu lethargisch"

Der ernüchternde Auftritt vor sechs Tagen gegen Mainz (0:2) ist passé. "Die Spieler haben gespürt, dass das nicht in Ordnung war. Anfang der Woche war es im Training etwas zu lethargisch, aber jetzt haben wir es gut hingekriegt", berichtete Dardai. "Mit einigen habe ich Einzelgespräche geführt, mit einigen nur zwei, drei Sätze gewechselt. Von der Körperhaltung und der Stimmung sieht es jetzt sehr ordentlich aus. Aber richtig abhaken kannst du so ein Spiel nur, wenn du dich steigerst. Das müssen wir in den nächsten drei, vier Spielen zeigen. Und das wollen die Jungs auch."

Gegen grundsätzliche Zweifel an der Einstellung oder der Arbeitsauffassung seiner Schützlinge wehrte sich der Ungar. "Vielleicht ist die Qualität mal nicht da, aber die Mentalität und der Wille sind immer da", betonte Dardai und sieht die Partie in München nicht als Charaktertest. "Ich habe kein Problem mit meinen Jungs, das sind gute Charaktere. Es war keine Charakterfrage, wie sie gegen Mainz gespielt haben."

Rekik soll erst mal U-23-Spiel "überleben"

Innenverteidiger Karim Rekik (nach Fußverletzung und Muskelfaserriss) ist nach einer Woche im Mannschaftstraining noch kein Thema für die Dienstreise in den Süden. Der niederländische Nationalspieler soll am Wochenende in einem Testspiel der U 23 Spielpraxis erhalten. "Er muss erstmal dieses Spiel überleben und die nächste Woche, bevor man sagen kann, dass er fit ist", kündigte Dardai an. "Dann ist er gegen Schalke vielleicht ein Thema für die Startelf."

Mitchell Weiser, der am Mittwochnachmittag vorsorglich eine Pause eingelegt hatte, war am Donnerstag wieder im Training dabei und absolvierte noch einige Extra-Läufe. Aller Voraussicht wird der U-21-Europameister gegen seinen Ex-Klub dennoch zunächst auf der Bank sitzen.

Duda im Kader - und auch in der Startelf?

Einsatzchancen hat Ondrej Duda. Der Slowake, immer wieder von Verletzungen gebremst, "kann Bälle geben und unserem offensiven Spiel seinen Stempel aufdrücken", sagte Dardai. "Aber wenn er nicht fit wird, ist es schwierig. Deshalb ist es für mich heute schwierig einzuschätzen, ob ich ihn von Anfang an spielen lasse und nach 60 Minuten runternehme oder lieber einwechsle. Vielleicht kann er dann noch mehr bewegen." Im 18er-Kader soll Duda in jedem Fall stehen. Seine letzten Startelf-Chancen gegen Dortmund (1:1) und in Bremen (0:0) konnte Duda nicht wirklich nutzen. Er darf und soll sich steigern - wie die ganze Mannschaft nach dem enttäuschenden 0:2 gegen Mainz.

Steffen Rohr

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weitere Infos zu Duda

Vorname:Ondrej
Nachname:Duda
Nation: Slowakei
Verein:Hertha BSC
Geboren am:05.12.1994


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