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06.02.2018, 16:32

Nicht genug investiert? Hannovers Präsident widerspricht

DFL, Kind und 50+1: So geht es nun weiter

Deutlich mehr als die über Hauptsponsoren geflossenen rund 46 Millionen Euro habe er, Martin Kind, in den vergangenen 20 Jahren privat in Hannover 96 investiert. Am Tag nach dem Beschluss der DFL, künftig an einer Modifizierung der 50+1-Regel arbeiten zu wollen, konterte Hannovers Klubboss damit die Bedenken, er habe die Auflagen für eine Übernahme nicht erfüllt.

Martin Kind am Dienstag in Hannover
"Wir sollten die Angelegenheit nicht den Gerichten überlassen": Martin Kind, Präsident von Hannover 96.
© picture allianceZoomansicht

Optimismus, die Neustrukturierungen im deutschen Fußball konstruktiv vorantreiben zu können, trug Martin Kind am Dienstag zur Schau. Tags zuvor hatte das Ligapräsidium angekündigt, im Dialog mit den Vereinen eine Modifizierung der 50+1-Regel im Sinne einer Öffnung für Kapitalgeber vorantreiben zu wollen. Hannovers Klubboss hatte zuvor mitgeteilt, seinen Antrag auf Übernahme der Fußball-GmbH bei 96 ruhen zu lassen. "Jetzt sollten wir die Zeit nutzen, eigenverantwortlich eine Strategie und ein Konzept der Zukunft zu erarbeiten und den Vereinen zur Abstimmung vorzustellen", so Kind. "Die Verantwortung hierfür liegt bei der DFL."

Vorabmeldungen einiger Medien hätten, ungeachtet ihres Wahrheitsgehalts, Ende vergangener Woche eine Dynamik in das Thema gebracht, die die nun angesteuerte Lösung womöglich beschleunigt habe. Von einer sich abzeichnenden Ablehnung seines Antrages habe er keine Kenntnis, so Kind, der sich auch zu den Bedenken äußerte, er habe in den 20 Jahren seiner Führungstätigkeit als Privatperson nicht genügend Geld in den Verein Hannover 96 investiert: "Die Hauptsponsoren-Einnahmen in den 20 Jahren belaufen sich in Hannover auf etwa 46 Millionen Euro plus X. Ich habe privat in dieser Zeit deutlich mehr aufgewendet. Dies liegt der DFL auch testiert vor."

Ohne Zeitverzug soll sich eine Kommission bilden - mit Kind?

In den vergangenen Wochen sei eine erhebliche Bewegung in die Frage des 50+1 gekommen, betonte Anwalt Prof. Christoph Schickhardt, der Hannover in der Sache juristisch beisteht. "Da wurde festgestellt, dass vieles holprig und rechtlich unsicher ist und es Risiken für alle Beteiligten birgt." Insofern begrüße auch er die Initiative von DFL-Geschäftsführer Christian Seifert, nach der eine modifizierte Regelung dringend notwendig sei. "Alle Beteiligten inklusive Hannover sind nunmehr angewiesen, vernünftig und umsichtig zu handeln. Wenn die Grundlagen reformiert werden, braucht der Fußball keine Ausnahmegenehmigungen mehr, weil die Ziele auf der Regel der Basis erreichbar sind."

So geht es nach Auffassung von Kind und Schickhardt weiter: Ohne Zeitverzug soll sich eine Kommission bilden. "Der Konsens macht es möglich, nun zügig an der neuen Lösung zu arbeiten", betont Kind, der weitere Kooperation signalisiert: "Das Gremium wird von der DFL zusammengestellt. Ich biete an, darin mitzuwirken."

Bei einem "Nein" der DFL hätte Kind binnen einer Woche Klage eingereicht

Wichtig sei in jedem Fall, Herr des Verfahrens zu bleiben. "Wir sollten die Angelegenheit nicht den Gerichten überlassen", so Kind, der allerdings nochmals unmissverständlich klarmachte: "Wir wollen in Eigenverantwortung die Prozesse der Zukunft organisieren. Hätte es am Montag jedoch eine Entscheidung gegen uns gegeben, hätten wir die Klage eingereicht." Dies wäre unverzüglich, also innerhalb einer Woche, geschehen.

Allerdings mit einer Folge, die auch nicht im Sinne Hannovers gewesen wäre: Ein dann folgender Rechtsstreit nämlich hätte sich erfahrungsgemäß über mindestens ein bis zwei Jahre gezogen, vermutet auch Schickhardt. Es wäre eine Zeit der Lähmung geworden, eigene Gestaltungsmöglichkeiten hätten für die DFL und ihre Mitglieder auf Eis gelegen - und wären bei einem von Experten erwarteten Urteil, das die 50+1-Regel komplett für unwirksam erklärt hätte, wohl schließlich gänzlich geschwunden.

Michael Richter

Video zum Thema
kicker.tv Hintergrund- 06.02., 19:55 Uhr
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Seinen Antrag auf Übernahme der Stimmenmehrheit bei Hannover 96 lässt Martin Kind ruhen. Doch das ist erst der Beginn einer Diskussion um 50 plus 1, die die Liga unwiderruflich verändern könnte.
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© imago (4)

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Vereinsdaten

Vereinsname:Hannover 96
Gründungsdatum:12.04.1896
Mitglieder:22.000 (01.07.2018)
Vereinsfarben:Schwarz-Weiß-Grün
Anschrift:Robert-Enke-Straße 1
30169 Hannover
Telefon: (05 11) 96 90 0 96
Telefax: (05 11) 96 90 0 796
E-Mail: info@hannover96.de
Internet:http://www.hannover96.de


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