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17.01.2018, 17:19

Es soll deutlich weniger Interventionen geben

Der Videobeweis, die Fehler und der Vorsatz

Der Video Assistant (VA) funktionierte in den ersten Monaten seit der Einführung nicht reibungslos. Deshalb wurde im Winter erneut nachjustiert. Dabei gibt es von Seiten der DFL eine klare Vorgabe, die zu weniger Diskussionen führen und vor allem die elf Fehler, die vom VA offiziell getroffen wurden, künftig möglichst vermeiden soll.

Daniel Ginczek und Caglar Söyüncü
"Gravierende Fehlentscheidung": Caglar Söyüncü sah nach dieser Szene die Rote Karte.
© imagoZoomansicht

In der Winterpause trafen sich die Schiedsrichter auf Mallorca zu einem Trainingslager. Dabei wurde vor allem die Anwendung des VA einer erneuten Feinjustierung unterzogen. Am Dienstag folgte in der Stuttgarter Mercedes-Benz-Arena eine Schulung, um auch die Journalisten auf den neusten Stand zu bringen. Dabei nahmen sich Eugen Strigel, lange Lehrwart beim DFB und heute Mitglied in der "Kommission Elite", und Bundesliga-Schiedsrichter Marco Fritz gut drei Stunden Zeit, um den Medienvertretern zu erklären, was falsch lief und vor allem wie es künftig weitergehen soll.

Zunächst zog Strigel einen Vergleich zu Italien. Dabei stellte er fest, dass der VA in der Serie A sehr viel positiver gewertet wird als in Deutschland, wo die kritische Berichterstattung überwiegen würde. Dabei seien die Zahlen vergleichbar - auch in Italien seien rund dreiviertel der Eingriffe mit einer richtigen Entscheidung ausgegangen. In Deutschland änderte der Schiedsrichter 48-mal seine Entscheidung nach Eingreifen des VA, 37-mal wurde dabei eine Fehlentscheidung verhindert - das entspricht gut 77 Prozent. Das heißt aber auch, dass es der Videobeweis in acht Fällen nicht geschafft hat, die richtige Entscheidung herbeizuführen beziehungsweise ist durch ihn in drei Fällen sogar die falsche Entscheidung getroffen worden (siehe unten).

Strigel verspricht: "Wir werden weniger Interventionen haben"

Mehr Zurückhaltung: Köln soll sich nur bei klaren Fehlentscheidungen einschalten.
Mehr Zurückhaltung: Köln soll sich nur bei klaren Fehlentscheidungen einschalten.
© imago

Für die Rückrunde gibt es für alle VA die klare Ansage, nur bei klaren und offensichtlichen Fehlern einzugreifen. Dabei gilt es u.a. auch zu beachten, wie viele Zeitlupen benötigt werden, um zu einer Entscheidung zu kommen. So ist es tendenziell kein klarer Fehler, wenn erst viele Slomos zur Klärung einer Szene zum Einsatz kommen müssen. Deshalb unterstrich Strigel: "Wir werden weniger Interventionen haben." Es dürfe über Entscheidungen des VA nicht mehr groß diskutiert werden.

Diskutiert wurde beispielsweise viel über den Platzverweis für Freiburgs Söyüncü am 10. Spieltag im Spiel beim VfB Stuttgart, als er im Zweikampf mit Ginczek den Ball mit der Hand spielte. Der VA korrigierte fälschlicherweise und Freiburgs Verteidiger sah die Rote Karte wegen angeblicher Verhinderung einer Torchance. "Eine gravierende Fehlentscheidung", wie Strigel im Rückblick sagt. Solche Szenen soll es in der Rückrunde nicht mehr geben. Ist sich der VA unsicher, hält er sich raus.

VA gibt keine Vorschläge

Zudem wurde erneut unterstrichen, dass die Spielleitung beim Schiedsrichter bleiben muss. Um weniger Zeitverlust zu haben, soll es keine unnötige Kommunikation zwischen Köln und dem Stadion geben. Zudem wurden die VA angewiesen, Situationen lediglich zu schildern und keine Vorschläge wie etwa "Rote Karte" an den Schiedsrichter durchzugeben.

Bei unklaren Abseitssituationen sind die Linienrichter dazu angehalten, lieber abzuwarten, bis der Ball im Tor ist. Denn falls die Entscheidung des Assistenten falsch ist, ist anschließend keine Korrektur mehr möglich - läuft das Spiel aber zunächst weiter, kann das Tor zurückgenommen werden.

Die wichtige Rolle der Operatoren

Deutlich wurde bei der Schulung in Stuttgarts Presseraum aber auch, wie abhängig die VA von der Technik sind. Jeder Videoassistent wird in Köln von zwei Operatoren, denen alle Kamerabilder aus dem Stadion zur Verfügung stehen, unterstützt. Die Mitarbeiter werden von Hawk-Eye gestellt, sie sind für die Aufbereitung der Bilder zuständig und stellen diese dem Videoassistenten zur Verfügung. Stellen sie ungeeignete Zeitlupen - etwa mit schlechter Kameraperspektive - zur Verfügung, wird die Entscheidung für den VA schwierig. Deshalb ist eine gute aber auch schnelle Zusammenarbeit mit den Operatoren vor allem auch aus technischer Hinsicht unerlässlich.

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Fehler trotz Prüfung
Elf falsche Entscheidungen des Videoassistenten
Elfmal wurde in der Bundesliga eine Fehlentscheidung trotz Prüfung des Videoschiedsrichters nicht zurückgenommen - in drei Fällen beruhte der falsche Entschluss des Schiedsrichters sogar auf Veranlassung des Videoassistenten.
Elf Fehlentscheidungen durch Videobeweis

Offiziell wurde in elf Fällen in der Bundesliga trotz Videobeweis eine Fehlentscheidung getroffen. In drei Fällen kam die falsche Entscheidung sogar erst durch den Videoassistenten zustande. Um welche elf Situationen handelte es sich?
© imago, Getty Images

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11 Leserkommentare

BorisPasternak
Beitrag melden
18.01.2018 | 00:04

Chelsea verwandelt alle fünf ohne Videobeweis

Norwich verschießt einen. Auch ohne Videobeweis. Schade Norwich. Den Schiri allerdings habe ich ins [...]
BorisPasternak
Beitrag melden
17.01.2018 | 23:38

Ich bin Zeuge einer einzigartigen Schiedrichterleistung

So etwas habe ich in Deutschland noch nicht gesehen. Nochmal eine gelbe bzw gelbrot für den nächsten [...]
BorisPasternak
Beitrag melden
17.01.2018 | 23:18

Gerade fordert auf Eurosport der deutsche Kommentator den Videobeweis

Beim Pokalspiel Chelsea-Norwich. Wie kann man solche Leute ins Fernsehen lassen. Ich fasse das nicht [...]
BorisPasternak
Beitrag melden
17.01.2018 | 23:18

In die Tonne mit diesem "Videobeweis"

Auf den Müllhaufen der Fußballgeschichte mit diesem Unfähigkeitsbeweis. Ein Beweis der Dummheit, Selbstgerechtigkeit [...]
Fussballbeobachter
Beitrag melden
17.01.2018 | 22:59

Statistische Vergleichbasis...

.... Wenn ich die vorgeworfenen Zahlen immer wieder sehe, muss ich oftmals lachen.
Da fällt mir zunäch[...]

kicker

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