Zur Loginbox springen Zur Navigation springen Zum Inhalt springen
12.01.2018, 12:05

Halbzeitfazit zum Videobeweis - Einsatz wohl auch bei der WM

"Zu deutsch": Verbände verteidigen Videobeweis

Es war eines der hitzigsten Diskussionsthemen der Bundesliga-Vorrunde - wenn nicht das hitzigste: der Videobeweis. An diesem Donnerstag zogen DFB und DFL in Frankfurt ein Halbzeitfazit. Das Glas sei zu drei Vierteln voll, hieß es - was kritische Fragen nach dem verbleibenden Viertel provozierte.

Pressekonferenz in Frankfurt: DFB und DFL unterrichteten zum Thema Schiedsrichter und Videobeweis.
Pressekonferenz in Frankfurt: DFB und DFL unterrichteten zum Thema Schiedsrichter und Videobeweis.
© imagoZoomansicht

Natürlich waren die Funktionäre bemüht, den Videobeweis in hellem Licht erscheinen zu lassen. "Wir sind absolut davon überzeugt, dass der Videobeweis das Spiel gerechter macht", sagte etwa DFL-Direktor Ansgar Schwenken, während DFB-Vizepräsident Ronny Zimmermann fand: "Wenn man in einer Testphase, die so unter dem Brennglas der Öffentlichkeit stattfindet, zu einer Quote von rund 75 Prozent kommt, dann ist das in Ordnung." Nur: Ist es das tatsächlich?

48 Mal wurde der Videobeweis in der zurückliegenden Saisonhälfte in der Bundesliga angewendet: 37 Mal wurde ein Entschluss des Unparteiischen korrigiert - 11 Mal aber erst durch den Eingriff eine Fehlentscheidung herbeigeführt. Eine Fehlerquote, die deutlich zu hoch ist. Besonders, wenn man bedenkt, was für die Vereine im Milliardengeschäft Profifußball auf dem Spiel steht.

Die FIFA wird dieses neu geborene Baby nicht wieder zur Adoption freigeben.Dr. Jochen Drees, Video-Assistent und ehemaliger Bundesliga-Schiedsrichter

Zimmermann gab allerdings auch zu bedenken, die Öffentlichkeit sei womöglich "ein bisschen zu deutsch gewesen", denn: "Deutsche erwarten nicht nur, dass etwas funktioniert, sondern dass etwas zu 100 Prozent funktioniert." Aber, so Lutz Michael Fröhlich, Sportlicher Leiter der Elite-Schiedsrichter: "100 Prozent Perfektion würde ich im Zusammenhang mit menschlicher Arbeit nie in den Mund nehmen." Und: Es gibt tatsächlich auch eine unerwartete Errungenschaft des Videobeweises.

Eine Minute mehr Netto-Spielzeit

In der Bundesliga-Hinserie rollte der Ball - im Vergleich zu den drei Spielzeiten zuvor - pro Spiel durchschnittlich eine Minute länger, obwohl Kritiker des Videobeweises vor der Einführung das Gegenteil befürchtet hatten: dass das Spiel und der Rhythmus leide.

Einem anderen Kritikpunkt trat Dr. Jochen Drees entgegen: der angeblich unzureichenden Bildqualität, mit der der Video-Assistent in Köln bei der Analyse der Szenen zurechtkommen müsse. Er habe "noch keine Probleme" gehabt, "weil das Bild schlecht war", erklärte der frühere Bundesliga-Schiedsrichter und heutige Videoassistent, der zudem - angesprochen auf anfängliche Probleme - meinte, die Qualität sei "mittlerweile gut".

Grundsätzlich betonte Drees: "Wir werden uns darauf einstellen müssen, dass der Videobeweis ein fester Bestandteil des Fußballs bleibt. Die FIFA wird dieses neu geborene Baby nicht wieder zur Adoption freigeben." Auch bei der Weltmeisterschaft in diesem Sommer in Russland dürfte er angewendet werden - glaubt Fröhlich: "Ich denke, es wird bei der WM 2018 einen Einsatz des Videobeweises geben."

lei

 
Seite versenden
zum Thema

Bundesliga - Tabelle

Pl. VereinTorePkte.
1Bayern München40:1244
 
2RB Leipzig30:2631
 
3FC Schalke 0429:2430
 
4Borussia Dortmund39:2429
 
5Bayer 04 Leverkusen35:2628
 
6Bor. Mönchengladbach28:3028
 
7FC Augsburg28:2327
 
 TSG Hoffenheim28:2327
 
9Eintracht Frankfurt21:1927
 
10Hannover 9627:2826
 
11Hertha BSC26:2624
 
12VfL Wolfsburg21:2120
 
13VfB Stuttgart14:2120
 
14SC Freiburg18:3220
 
151. FSV Mainz 0521:3117
 
16Werder Bremen14:2116
 
17Hamburger SV15:2615
 
181. FC Köln12:339

DIE GANZE WELT DER KICKER APPS!
Informieren Sie sich über unser vielfältiges App Angebot:
Smart TV Tippspiel kicker MeinVerein Voice & VR eMagazine