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11.01.2018, 14:23

Drei Gründe sprechen dagegen

Videobeweis: Darum gibt es keine Szenen auf der Stadion-Leinwand

In einer ausgiebigen Pressekonferenz haben der Deutsche Fußball-Bund (DFB) und die Deutsche Fußball-Liga (DFL) am Donnerstag zu verschiedenen Aspekten des Videobeweises Stellung bezogen. Ansgar Schwenken, Direktor für Fußballangelegenheiten und Fans bei der DFL, erklärte, weshalb auch in naher Zukunft im Falle eines Videobeweises keine Spielszenen auf den Stadion-Leinwänden gezeigt werden sollen.

Videoleinwand auf Schalke
"Videobeweis"-Hinweis auf der Anzeigetafel in der Schalker Veltins-Arena.
© picture allianceZoomansicht

Ist in einem Bundesliga-Spiel die Prüfung durch den Videobeweis nötig, wird auf den Stadion-Leinwänden bislang nur eine Grafik mit dem Hinweis "Video Assist" eingeblendet. Oftmals ist den Zuschauern somit nicht klar, welche Szene der Schiedsrichter im Zusammenspiel mit dem Video-Assistenten prüft - und warum die Unparteiischen zu einer Entscheidung kommen. Ein Zustand, der im Laufe der Hinrunde mehrmals für Kritik gesorgt hatte.

"Wir alle sind bestrebt und haben den Anspruch, dass der Fan im Stadion Bescheid wissen muss, was passiert", sagte Schwenken. Zugleich stellte er jedoch klar, dass eingespielte Szenen weiter keine Option sind: "Die Stadion-Leinwand ist nicht das geeignete Instrument dafür." Nach Ansicht des 49-Jährigen gibt es dafür drei Gründe.

1. Qualitätsunterschiede in den Stadien

Schwenken verwies auf die hohen Qualitätsunterschiede der Video-Walls in den 18 Bundesliga-Stadien. Vor allem die unterschiedlichen Auflösungen könnten sich seiner Meinung nach als Problem erweisen. So könnte beim Einspielen einer strittigen Szene mitunter gar nicht klar erkennbar sein, ob etwa ein Spieler gefoult wurde, bei Torerzielung im Abseits stand oder womöglich den Ball mit der Hand gespielt habe.

2. Absprache mit der Stadionregie

Zudem sieht Schwenken ein Problem in der schnellen Absprache mit der Stadionregie. Diese müsse zunächst in der Lage sein, innerhalb kürzester Zeit Spielsequenzen mit der richtigen Perspektive auszuwählen und über die Leinwand abzuspielen. Die Anforderungen an den Schiedsrichter würden darüber hinaus wachsen: Denn der Unparteiische müsse im Falle des Videobeweises der Stadionregie einen Hinweis geben und exakt erklären, in welcher Szene er welches Vergehen prüft - um dies dann auch auf der Leinwand abzubilden.

Ansgar Schwenken, Direktor für Fußballangelegenheiten und Fans bei der DFL
Ansgar Schwenken, Direktor für Fußballangelegenheiten und Fans bei der DFL, bezog Stellung zum Videobeweis.
© picture allianceZoomansicht

3. Unterschiedliche Ermessensspielräume

Für weitere Probleme könnten außerdem die unterschiedlichen Ermessensspielräume sorgen. Gerade beim Handspiel biete sich den Schiedsrichtern unterschiedliche Möglichkeiten zur Auslegung, so Schwenken. Als Beispiel verwies er auf das Handspiel von Dortmunds Pierre-Emerick Aubameyang im Derby gegen den FC Schalke. Der Gabuner hatte vor dem 1:0 den Ball unabsichtlich mit der Hand gespielt, was Schiedsrichter Deniz Aytekin nicht als Handspiel wertete. "Über Handspiel kann man viel diskutieren", betonte der DFL-Funktionär. Eingespielte Sequenzen könnten im Stadion entsprechend "Verwirrung und Provokationen stiften".

Da es zudem angedacht sei, den Videobeweis in Zukunft auch auf die 2. Bundesliga auszuweiten, komme ein infrastrukturelles Problem hinzu: Denn nicht alle Stadien im Unterhaus verfügen über entsprechende Video-Leinwände. Eine Kompromiss-Lösung könnten so verbale Erklärungen oder die Einblendung von Videobeweis-Entscheidungen als geschriebener Satz sein.

Hierzu müssten die Schiedsrichter die notwendigen Text-Bausteine der Stadionregie liefern. Grundsätzlich sei das eine Option, die derzeit erörtert werde, aber: "Ich will keine Prognose abgeben", ob und wann eine solche Lösung umgesetzt werde, so Schwenken.

pau

Halbzeitbilanz: Zahlen zum Assistenten in Köln
Videobeweis: 37 Korrekturen, 11 neue Fehler
Patrick Ittrich (li. oben), der Arbeitsplatz des Video-Assistenten (li. unten) und Tobias Stieler zeigt Caglar Söyüncü Rot.
Von 1 bis 1041

An diesem Donnerstag luden DFL und DFB zu einer Pressekonferenz - auch um eine Halbzeitbilanz zu ziehen und Zahlen rund um den Videobeweis zu veröffentlichen. Von 1 bis 1041 - die Daten zum Assistenten in Köln.
© imago (3)

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