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17.12.2017, 20:07

17. Spieltag: Last-Minute-Wahnsinn am Samstag

Acht-Tore-Spektakel in Hannover - Selke-Show in Leipzig

Zum Hinrundenausklang bot die Bundesliga den torreichsten Spieltag der Saison! Hertha BSC erkämpfte zum Abschluss zu zehnt den Dreier in Leipzig, Hannover und Leverkusen hatten sich zuvor einen Acht-Tore-Krimi geliefert. In wilden Schlussphasen hatten am Samstag Freiburg, Bremen und Frankfurt Vorsprünge verspielt. Köln verhinderte eine sieglose Hinrunde, Stuttgart vergab gegen Bayern vom Punkt den Ausgleich. Auch dem BVB gelang gegen Hoffenheim erst spät der Siegtreffer.

Acht-Tore-Trubel in Hannover

Leon Bailey, Davie Selke
Doppelpacker eines spektakulären Bundesliga-Sonntags: Leon Bailey, Davie Selke.
© dpa/imagoZoomansicht

Am Sonntagnachmittag empfing Hannover 96 das formstarke Leverkusen - und beide Team boten zum Hinrundenausklang beste Unterhaltung mit acht Toren! Brandt eröffnete den Reigen mit einem feinen Volley (11.), Bebou antwortete postwendend per Kopf zum 1:1 (12.). Das Tempo war damit gesetzt, der nächste Doppelschlag folgte: Nach Videobeweis gab es Elfmeter für 96, nachdem Tah gegen Klaus zu spät gekommen war, Füllkrug verwandelte (21.). Nur vier Minuten später wieder der Ausgleich: Mehmedi überraschte 96-Keeper Tschauner aus spitzem Winkel. Die Krönung einer teils rasanten ersten Hälfte: Klaus schloss einen Konter in der 45. Minute zum 3:2 für 96 ab. Durchatmen war in Hannover nur kurz möglich, denn mit dem Wiederanpfiff ging es direkt im Höchsttempo weiter: Der eingewechselte Bailey traf nach nur etwa 100 Sekunden zum 3:3 und legte in der 67. Minute das 4:3 nach. Eine weitere Großchance ließ der Jamaikaner aus - und das sollte sich rächen. Bei einem Gewühl im Bayer-Strafraum sprang der Ball zu Korb, der ihn im Netz unterbrachte - 4:4 (83.), der Schlusspunkt in einer wilden Partie. Neuling Hannover überwintert mit einer ausgeglichenen Bilanz (6/5/6), Leverkusen blieb im zwölften Ligaspiel in Folge ungeschlagen (6/6/0) und hält in der Spitzengruppe Kontakt zu Platz zwei.

Selkes großer Jubel in Leipzig

Das erste Sonntagsspiel hatte die Unterhaltungs-Latte hoch gelegt - das letzte Hinrundenspiel und die letzte Bundesliga-Partie im Kalenderjahr 2017 zwischen Leipzig und Hertha BSC sollte am Abend aber nahtlos anknüpfen. Schon in der 6. Minute ging es mit dem Führungstreffer der Berliner los - Selke traf an alter Wirkungsstätte und stellte seine Genugtuung beim Torjubel deutlich zur Schau. Direkt im Anschluss verschaffte sich Hertha BSC aber ein Handicap, als Rekik-Vertreter Torunarigha den durchstartenden Werner zu Fall brachte und vom Platz gestellt wurde (7.). Doch die Berliner zeigten sich kampf- und willensstark: Kalou legte das 2:0 nach (31.), Selke markierte mit seinem zweiten Tor sogar das 3:0 (51.). Leipzig drückte zwar, ließ aber zu viele Chancen aus. Erst in der 68. Minute traf Orban per Kopf und ließ RB an einem Comeback schnuppern. Halstenberg gelang tatsächlich noch der 2:3-Anschluss - der Treffer in der Nachspielzeit kam aber zu spät.

Pulisic sorgt für zweiten Stöger-Sieg

Christian Pulisic
Erst Fußballer des Jahres, dann Matchwinner gegen Hoffenheim: Christian Pulisic.
© imagoZoomansicht

Dortmund feierte beim Heimdebüt von Coach Peter Stöger einen späten 2:1-Erfolg gegen 1899 Hoffenheim. Der BVB, der in Mainz unter der Woche den ersten Bundesliga-Sieg seit fast zweieinhalb Monaten eingefahren hatte, begann schwungvoll und vergab durch Yarmolenko die große Chance zur Führung (5.). Die besorgte Uth auf der anderen Seite für Hoffenheim (21.). Bei den Dortmundern war die Verunsicherung der vergangenen Wochen nun wieder zurück, die TSG hatte das Spiel im Griff und war auch nach dem Wechsel das gefälligere Team. Doch der BVB kam zurück: Posch foulte Kagawa im Strafraum, Aubameyang verwandelte souverän (63.). Als sich beide Teams schon auf eine Punkteteilung eingestellt zu haben schienen, schlugen die Dortmunder noch einmal zu: Kagawa spielte den Ball stark in die Gasse zum frischgebackenen "Fußballer des Jahres" Pulisic, der den Ball mit der ersten Berührung an Baumann vorbeilegte und mit der zweiten zum umjubelten 2:1 abschloss (89.). Dortmund beendet die Hinrunde damit auf Platz drei.

Naldo wird wieder zum Last-Minute-Helden

Naldo
Der nächste Last-Minute-Ausgleich: Naldo bescherte Schalke wieder spät einen Punkt.
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Wie schon im Derby in Dortmund (4:4) bewahrte Naldo den FC Schalke 04 in Frankfurt mit seinem Ausgleich weit in der Nachspielzeit vor einer Niederlage. Nach Toren von Jovic (1.) und Haller (66.) sah die Eintracht kurz vor Schluss schon wie der sichere Sieger aus. Doch die Schalker bewiesen einmal mehr Moral und schlugen durch Embolo (82.) und eben Naldo (90.+5) tatsächlich noch zurück. Das Team von Domenico Tedesco, das nun schon seit elf Spielen ungeschlagen ist (5/6/0) überwintert damit auf Platz zwei, direkt hinter dem souveränen Spitzenreiter Bayern München. Der Schalke-Coach erlebte den späten Ausgleich übrigens in den Katakomben. Wegen Meckerns war er des Innenraums verwiesen worden.

Ulreich pariert Elfmeter in der Nachspielzeit

Der Rekordmeister feierte zum Hinrundenabschluss einen mühsamen 1:0-Erfolg beim wackeren VfB Stuttgart. Der eingewechselte Müller brach für die Münchner spät den Bann (79.). Nachdem James und Lewandowski frei vor VfB-Torhüter Zieler das 2:0 fahrlässig vergeben hatten, bot sich den Stuttgartern in der Nachspielzeit die große Ausgleichschance. Nach Süles Fouls an Ascacibar trat Akolo zum Elfmeter an, scheiterte mit seinem schwachen Versuch jedoch am früheren Stuttgarter Ulreich. Bayern, das am Mittwoch im DFB-Pokal-Achtelfinale Dortmund empfängt, geht nach dem 13. Bundesliga-Sieg in Folge gegen Stuttgart mit zweistelligem Vorsprung ins neue Jahr.

Drama in der Nachspielzeit: Ulreich pariert Akolos Elfmeter.
Drama in der Nachspielzeit: Ulreich pariert Akolos Elfmeter.
© imago

Finnbogason trifft in der Nachspielzeit zweimal

Im Duell zwischen Augsburg und Freiburg lieferten sich Finnbogason und Petersen ein echtes Torjägerduell. Der Isländer brachte den FCA früh in Führung (schon sein drittes Bundesliga-Tor in der ersten Minute!), ehe die Freiburger die Partie drehten und durch Günter (20.) sowie Petersen (48./65.) auf 3:1 davonzogen. Der SC-Torjäger hat in der englischen Woche damit sechsmal getroffen. Auch der FCA hat jedoch einen Goalgetter - und der schlug in der Nachspielzeit (90.+1 und 90.+3) noch zweimal zu! Finnbogasson hat damit schon elf Saisontore auf dem Konto - nur Lewandowski (15) und Aubameyang (12) trafen öfter.

Tabellenrechner 1.Bundesliga

Bremen gibt 2:0 im Kellerduell noch aus der Hand

Schlechte Nachrichten hatte Werder Bremen vor dem Kellerduell gegen Mainz zu verkraften: Torjäger Kruse (Wadenprobleme) und Kapitän Junuzovic (Adduktoren) fielen verletzt aus. Davon unbeeindruckt legte Werder durch Bargfrede (2.) einen Blitzstart hin und durch Belfodil (17., erstes Bundesliga-Tor) schnell nach. Ein Sieg hätte die Bremer bis auf Platz 14 klettern lassen - doch Mainz hatte andere Pläne: Quaison sorgte für neue Spannung (70.), Frei (90.+3) noch für den umjubelten Ausgleich. Die Gäste überwintern damit knapp über dem Strich. Schwacher Trost für Werder: Durch das Remis zogen sie immerhin am Nordrivalen HSV vorbei, der den Jahreswechsel damit auf einem direkten Abstiegsplatz verbringt.

Doch noch ein Sieg: Clemens lässt Köln jubeln

Bis zum Wunder Klassenerhalt ist es zwar noch ein weiter Weg, die Hinrunde ohne einen einzigen Sieg wendete der 1. FC Köln im Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg im letzten Moment aber noch ab. In einer Partie auf überschaubarem Niveau war der FC, bei dem mit Risa und Führich zwei 19-Jährige ihr Startelfdebüt in der Bundesliga feierten, dem Führungstreffer in der ersten Hälfte näher als offensiv harmlose Wolfsburger und hätte diesen spätestens nach Jojics Lattenschuss verdient gehabt (49.). Clemens ließ den FC schließlich doch noch jubeln (67.). Die Kölner hielten der Schlussoffensive der Wolfsburger stand.

Gladbach: erst furios, dann zu passiv, dann froh

Glückliche Gladbacher: Raffael (li.) freut sich mit seinen Teamkollegen.
Glückliche Gladbacher: Raffael (li.) freut sich mit seinen Teamkollegen.
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Zum Auftakt des 17. Spieltages gastierte der Hamburger SV am Freitagabend bei Borussia Mönchengladbach. Für beide Klubs ging es dabei um sehr viel: Der HSV benötigte dringend Punkte im Keller, die Fohlen wollten den Anschluss an die Spitzenplätze halten. Die Borussia legte ohne den verletzten Kramer und Zakaria (Sperre) einen fulminanten Start hin und ging durch Hazard früh in Führung (9.) - kurz zuvor hatte Oxford die Latte getroffen. Mit der Führung im Rücken wurden die Gladbacher zusehends passiver, was dem HSV zugutekam. Die Rothosen wurden stärker, machten Druck und hatten Pech, als Stindl auf der Linie gegen Mavraj klärte.

Pech hatten aber auch die Rheinländer, als Cuisance den Pfosten traf. In Durchgang zwei blieb der HSV mutig und belohnte sich mit dem 1:1. Ausgerechnet der ehemalige Gladbacher Hahn traf gegen seinen Ex-Klub (53.), nachdem Mathenia kurz zuvor das 0:2 vereitelt hatte. Das Remis reichte den Gästen nicht, sie wollten mehr und blieben am Drücker. Die besseren Chancen hatte jedoch der konterstarke VfL, der in der 74. Minute durch Raffael erneut zustach - 2:1. Etwas später schnürte der Brasilianer seinen Doppelpack und sorgte mit dem 3:1 (79.) dafür, dass die Fohlen, die zuvor fünf Ligaspielen in Folge nicht gegen den HSV gewonnen hatten (0/2/3), endlich wieder gegen die Hanseaten drei Punkte einfuhren. Das Team von Markus Gisdol wartet indes seit sieben Auswärtsspielen auf einen Sieg (0/1/6) - und überwintert auf Platz 17!

kon

Bilder des Spieltages
Bundesliga, 2017/18, 17. Spieltag
Bundesliga, 2017/18, 17. Spieltag
Fokussiert

Herthas Coach Pal Dardai vor dem Spiel in Leipzig
© imago

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Bundesliga - Tabelle

Pl. VereinTorePkte.
1Bayern München37:1141
 
2FC Schalke 0428:2130
 
3Borussia Dortmund39:2428
 
4Bayer 04 Leverkusen34:2328
 
5RB Leipzig27:2528
 
6Bor. Mönchengladbach27:2828
 
7TSG Hoffenheim27:2226
 
8Eintracht Frankfurt20:1826
 
9FC Augsburg27:2324
 
10Hertha BSC26:2524
 
11Hannover 9624:2623
 
12VfL Wolfsburg21:2119
 
13SC Freiburg17:3119
 
14VfB Stuttgart13:2117
 
151. FSV Mainz 0519:2817
 
16Werder Bremen13:2015
 
17Hamburger SV15:2515
 
181. FC Köln10:326

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