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19.11.2017, 18:25

Hertha: Ibisevic jetzt gleichauf mit Ailton und Chapuisat

Dardais schwarze Serie gegen Hecking

Die Stimmung in der Kabine war zur Pause kämpferisch - und auch nach Spielende, berichten Augenzeugen, war bei aller Enttäuschung über das 2:4 gegen Borussia Mönchengladbach keineswegs nur Frustration zu spüren. Eine starke Moral, eine zumindest in Teilen geglückte Doppelspitzen-Premiere von Vedad Ibisevic und Davie Selke, 70 Minuten, die Zuversicht nähren: Hertha will vor einer wichtigen Woche mit Spielen in Bilbao und Köln Ruhe und eine positive Grundstimmung beibehalten - trotz des Abrutschens auf Platz 14.

Pal Dardai
Dieter Hecking gehört nicht zu seinen Lieblingsgegnern: Hertha-Coach Pal Dardai.
© imagoZoomansicht

Bei seiner Analyse rückte Manager Michael Preetz "die Leistung der Mannschaft" in den Mittelpunkt: "Natürlich war das ein bitterer Abend, weil die Mannschaft über weite Strecken ein gutes Heimspiel gemacht hat. Wenn du nach 20 Minuten gegen ein Team wie Gladbach 0:3 hinten liegst, kann das auch mal schlimmer ausgehen." Ging es nicht, weil Hertha die Kurve bekam, nach 20 Minuten die Spielkontrolle übernahm und bei einer Serie gefährlicher Eckbälle kurz vor der Pause, bei der Gladbach nach Kopfbällen von Vedad Ibisevic Latte und Pfosten halfen, sehr dicht vorm zweiten Tor stand. Das 2:3 fiel dann später durch Mitchell Weiser, Gladbach indes antwortete umgehend mit dem 4:2 und der Entscheidung.

"Wenn man nach 20 Minuten und nach solchen komischen Toren 0:3 zurückliegt, ist das erstmal ein kleiner Schock", meinte Davie Selke. "Aber danach haben wir es gut gemacht. Nach dem 2:3 wollten wir aufs 3:3 gehen, aber das 2:4 war dann der endgültige Nackenschlag." Zum sechsten Mal kassierte Hertha unter Pal Dardai mindestens vier Gegentore - zum dritten Mal hieß der Gegner dabei Mönchengladbach. Kurios: Auch im fünften Trainer-Kräftemessen mit Dieter Hecking gelang dem Ungarn kein Sieg (ein Unentschieden, vier Niederlagen). So standen Vedad Ibisevic, der einst als junger Stürmer unter dem jetzigen Gladbach-Coach Dieter Hecking bei Alemannia Aachen gespielt hatte, und seine Kollegen am Ende eines über weite Strecken unterhaltsamen Abends mit viel Lob für die eigene Moral, aber auch mit leeren Händen da.

Hertha verliert Heimstärke

"Keinen Vorwurf" mochte Dardai an seine Mannschaft adressieren: "Sie hat gut gekämpft, viel investiert, ist marschiert und hat Torchancen rausgearbeitet." Die Effektivität, sonst ein Berliner Trumpf, lag diesmal auf Seiten der Borussia. Herthas frappierende Heimstärke, in den vergangenen beiden Spielzeiten ein Garant der Berliner Erfolge, ist vorläufig passé. Niederlagen gegen Schalke (0:2) und jetzt Gladbach, zudem im Pokal gegen Köln (1:3), dazu das Unentschieden gegen Bremen (1:1) - das Olympiastadion ist derzeit keine Bastion mehr. "Unsere Heimstärke", räumt Dardai ein, "haben wir in dieser Saison ein bisschen verloren. Jetzt müssen wir auswärts gewinnen."

In Bilbao am Donnerstag benötigt der Hauptstadt-Klub einen Sieg, um sich die Chance aufs Überwintern in der Europa League zu erhalten. Bei Schlusslicht Köln am Sonntag will Hertha mit einem Dreier Platz 14 verlassen. Trotz des Abrutschens in der Tabelle bleibt der Klub im Inneren ruhig. Es sei "immer noch alles eng beieinander", betont Manager Preetz. "Man muss natürlich aufpassen. Aber wenn man zweimal gewinnt, rutscht man nach oben."

Ibisevic schließt zu Ailton und Chapuisat auf

Auch wenn Dardais Mut zum Risiko gegen Gladbach keinen Ertrag brachte, dürfte es - vornehmlich zu Hause - weitere Auftritte im 4-4-2 geben. Vedad Ibisevic und Davie Selke bewiesen zumindest zeitweise, dass sie eine taugliche Doppelspitze abgeben können. Anfangs musste Dardai korrigierend eingreifen, "weil beide zu weit auseinander standen", später war er von der praktischen Umsetzung seiner Idee in vorderster Linie durchaus angetan: "Ich bin zufrieden mit beiden." Ibisevic ließ seinem "Brustlöser" in Wolfsburg (3:3), als er nach 900 torlosen Minuten wieder getroffen hatte, Saisontreffer Nummer zwei folgen. Insgesamt war es für den bosnischen Ex-Nationalspieler Bundesliga-Tor Nummer 106. Damit schloss Herthas Kapitän im Ranking der besten ausländischen Bundesliga-Torjäger zu Ailton und Stephane Chapuisat auf. Das nun noch vor ihm platzierte Trio dürfte für den 33-Jährigen trotz eines bis 2019 laufenden Vertrages nicht mehr einholbar sein: Der Neu-Kölner und vormalige Bremer Claudio Pizarro steht bei 191 Toren, Bayerns Robert Lewandowski nach seinem Doppelpack gegen Augsburg am Samstag bei 164, für Giovane Elber sind in den Annalen 133 Tore vermerkt.

U-21-Europameister Selke fand, das Zusammenspiel mit seinem erfahrenen Nebenmann habe "ganz gut funktioniert" und könne "mit mehr Spielen und einem besseren Kennenlernen" noch besser funktionieren: "Wir hatten bisher keinen großen Vorlauf und nicht so viele Spiele zusammen." Der Samstagabend lieferte trotz der schmerzhaften Niederlage zumindest keine Handlungsanleitung für Dardai, es künftig nicht mehr zu probieren mit den beiden wuchtigen Angreifern. Dass Ibisevic, der gegen Gladbach ins Tor sowie zudem Latte und Pfosten traf, seine Sicherheit im Abschluss wiedergefunden hat, blieb niemandem verborgen. "Man hat Vedad angemerkt, was Tore ausmachen", sagte Preetz. "Er hatte eine ganz andere Körpersprache und eine ganz andere Beweglichkeit.

Steffen Rohr

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© Getty Images

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weitere Infos zu Ibisevic

Vorname:Vedad
Nachname:Ibisevic
Nation: USA
  Bosnien-Herzegowina
Verein:Hertha BSC
Geboren am:06.08.1984


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