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20.10.2017, 16:39

Frankfurt: "Die Spiele laufen nicht wie auf einer Playstation"

Kovac verteidigt BVB-Coach Bosz

Auf der Pressekonferenz vor dem Heimspiel gegen Borussia Dortmund hat Eintracht-Coach Niko Kovac sein Unverständnis über die aufkommende Unruhe rund um den BVB geäußert und seinen Kollegen Peter Bosz verteidigt: "Jeder Trainer hat seine Idee. Ich muss ganz ehrlich sagen: Ich finde es nicht korrekt, dass man nach zwei Spielen anfängt, alles in Frage zu stellen. Mit diesem System ist Peter Bosz vergangene Saison im Europa-League-Endspiel gewesen - so schlecht kann das nicht gelaufen sein."

Springt seinem Kollegen Peter Bosz meinungsstark zur Seite: Frankfurts Trainer Niko Kovac.
Springt seinem Kollegen Peter Bosz meinungsstark zur Seite: Frankfurts Trainer Niko Kovac.
© imagoZoomansicht

Nicht zum ersten Mal monierte Kovac auf der Pressekonferenz am Freitagmittag die großen Stimmungsschwankungen im Profifußball. Der Aufhänger diesmal: Die aufkeimende Unruhe rund um Borussia Dortmund nach dessen sieglosen Auftritten gegen Leipzig (2:3) und in Nikosia (1:1). "Ich nehme auch wahr, was und wie berichtet wird. Eines ist klar: Der BVB hat eine richtig gute Mannschaft - das hat sie in diesem Jahr und auch in den Jahren zuvor bewiesen. Dortmund hat sich in Deutschland hinter Bayern München zur Nummer zwei entwickelt", konstatiert Kovac und fährt süffisant fort: "Vor den letzten beiden Spielen war die Mannschaft schon Meister, alles war schon klar, es war nur noch die Frage, mit wie vielen Punkten Vorsprung der BVB den Titel holt. Das geht mir alles ein bisschen zu schnell, nicht nur beim BVB, auch bei uns. Vor zwei Wochen hatten hier ja auch einige Magenkrämpfe. Jetzt soll nach Leipzig und Nikosia urplötzlich alles schlecht sein, das sehe ich nicht so. Uns erwartet ein sehr schwerer Gegner. Man sieht an dieser Diskussion, wo der BVB inzwischen ist. Wenn man nach zwei sieglosen Spielen anfängt zu diskutieren, dann geht es schon in Richtung Bayern München."

"Alle sollten versuchen, ein bisschen mehr Rationalität an den Tag zu legen"

Auch die taktische Debatte über das 4-3-3-System, auf das Bosz setzt, kann Kovac nicht nachvollziehen. "Jeder Trainer hat seine Idee. Ich muss ganz ehrlich sagen: Ich finde es nicht korrekt, dass man nach zwei Spielen anfängt, alles in Frage zu stellen. Mit diesem System ist Peter Bosz vergangene Saison im Europa-League-Endspiel gewesen - so schlecht kann das nicht gelaufen sein. Und so schlecht war es bisher auch nicht, im Gegenteil: Es war richtig gut, sehr erfolgreich, sehr interessant, mit sehr vielen Torchancen und Toren, sehr viel Esprit - all das, was den Fußball ausmacht. Jetzt urplötzlich zu sagen, das stimmt nicht, der Trainer hat nur ein Spielsystem und kann nicht switchen, das ist doch viel zu einfach", verteidigt der Eintracht-Coach seinen Kollegen. Er appelliert: "Meine lieben Damen und Herren, ich würde Sie bitten, da ein bisschen mehr 'Punkt, Punkt, Punkt' reinzubringen . . . Es ist so: Mal hat man ein bisschen mehr Erfolg, mal weniger. Vor zwei Wochen sagte man uns nach, wir könnten nicht Fußball spielen, nach dem Hannover-Spiel können wir es urplötzlich wieder. Die Spiele laufen nicht immer so wie auf einer Playstation, in der Realität laufen sie ein bisschen anders ab. Es gibt viele Variablen und Faktoren, die auf die Performance der jeweiligen Spieler Einfluss nehmen. Man muss geduldig und bescheiden bleiben. Das ist eine Tugend, die in der heutigen Gesellschaft immer mehr verloren geht. Alle sollten versuchen, ein bisschen mehr Rationalität an den Tag zu legen."

Kovac hat das DFB-Pokalfinale im Hinterkopf

So warm Kovacs Worte für Bosz sind, so unnachgiebig soll seine Elf den Tabellenführer in der ausverkauften Arena bekämpfen. Nicht nur die tolle Kulisse dürfte für einen Extra-Motivationsschub sorgen, sondern auch die Statistik: Die letzten drei Heimspiele gegen den BVB konnte Frankfurt alle gewinnen. Auch im DFB-Pokalfinale (1:2) hielt die Eintracht gut mit. Kovac überlegt sogar, dieses Spiel noch einmal vor der Mannschaft anzusprechen. "Wir werden das vielleicht thematisieren, um klipp und klar zu sagen, dass wir im Finale gut mitgehalten haben und lange ebenbürtig waren. Wenn wir mit unserem Publikum im Rücken die Euphorie, die Passion und die Einstellung an den Tag legen, die wir brauchen, können wir ein schönes, attraktives Fußballspiel sehen - hoffentlich mit dem guten Ende für uns", sagt Kovac.

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24 gesunde Feldspieler beim Abschlusstraining

Personell hat sich die Situation merklich entspannt. Slobodan Medojevic, Marc Stendera und Jonathan de Guzman, die zuletzt ausgefallen waren, trainieren wieder mit der Mannschaft, und auch die unter der Woche angeschlagenen Marius Wolf und Timothy Chandler stehen zur Verfügung. Kovac berichtet von 24 gesunden Feldspielern beim Abschlusstraining.

"In den letzten zwei Jahren haben wir mit dem BVB daheim ganz gute Erfahrungen gesammelt. Von daher glaube ich schon, dass meine Jungs motiviert sind und daran glauben, dass wir das Spiel gewinnen können", meint Kovac. Voller Zuversicht ergänzt er: "Ich bin sicher, dass wir die Mannschaft vom Kopf her so scharfmachen können, dass die Spieler ganz genau wissen, dass sie über Leidenschaft, Engagement und Zweikämpfe, aber auch über spielerische Komponenten kommen müssen. Der BVB ist stark nach vorne, aber wir hoffen, dass wir die eine oder andere Chance finden, um unser Tor zu machen."

Julian Franzke

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