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18.09.2017, 15:23

FC vor Einspruch gegen Spielwertung

Wie stehen Kölns Chancen bei einem Protest?

Der 1. FC Köln will Einspruch gegen die Wertung des Spiels bei Borussia Dortmund (0:5) einlegen. Und nach den Statuten sollte der Verein gute Aussichten auf Erfolg haben. Doch die Dinge liegen nicht so einfach, wie sie scheinen. Das zeigt ein sehr ähnlicher Fall aus dem Jahr 1997. Damals schaltete sich die FIFA ein.

Gibt's doch gar nicht: Lehmann und Co. können es nicht fassen.
Gibt's doch gar nicht: Lehmann und Co. können es nicht fassen.
© imagoZoomansicht

Folgendes war am Sonntag passiert: Der Dortmunder Sokratis und der Kölner Dominique Heintz rangelten vor dem FC-Tor, Heintz berührte seinen Keeper Timo Horn. Ittrich sah ein Foulspiel von Sokratis und pfiff ab - bevor der Ball die Torlinie überquert hatte. Dr. Felix Brych, der Videoassistent, griff ein und teilte dem Unparteiischen auf dem Platz mit, dass kein Foul vorgelegen habe. Den Zeitpunkt des Pfiffes konnte der in Köln im Replay-Center sitzende Brych nicht erkennen, Videoassistenten hören Pfiffe weder beim Studium ihrer Livebilder noch auf dem Headset, über das sie permanenten Kontakt zum Referee auf dem Platz haben. Daraufhin deutete Ittrich zur Mittellinie und erkannte den Treffer an.

Doch das war ein so genannter "Schiedsrichter-Fehler". Das heißt, im Gegensatz zu einem "Wahrnehmungsfehler", dass der Unparteiische gegen geltende Regeln verstoßen hat - denn Ittrich hatte ein Tor anerkannt, das formaljuristisch überhaupt nicht gefallen war. Denn er hatte ja abgepfiffen und damit das Spiel unterbrochen, bevor der Ball die Linie überschritten hatte. Und ein solcher Schiedsrichter-Fehler lässt einen Einspruch gegen die Spielwertung zu.

1997: DFB versus FIFA

Damit sollte Köln also gute Aussichten haben, die 0:5-Niederlage korrigieren zu können. Doch die Dinge liegen nicht so einfach, wie sie scheinen. Das zeigt ein sehr ähnlicher Fall aus dem Jahr 1997. Da hatte Schiedsrichter Michael Malbranc beim Spiel 1860 München gegen Karlsruhe das Spiel unmittelbar vor dem 2:2-Ausgleich durch Sean Dundee mit einem Pfiff unterbrochen, den Treffer aber trotzdem anerkannt. Ein klarer Schiedsrichter-Fehler, der verschiedene Konsequenzen hatte.

Tor-Entscheide sind daher endgültig und dürfen nicht zu einem späteren Zeitpunkt durch eine externe Instanz umgestoßen werden.Statement von der FIFA

Zum einen persönliche, die Partie im Olympiastadion war die letzte für Malbranc, der durch verschiedene Falschaussagen versuchte, seinen Fehlgriff zu kaschieren. Der Einspruch der Löwen gegen die Spielwertung ging durch mehrere nationale Instanzen, ehe das DFB-Bundesgericht am 7. Oktober entschied, dass das Spiel wiederholt werden soll. Doch der Weltverband FIFA schob diesem Urteil einen Riegel vor. "Die FIFA-Kommission hat einstimmig bekräftigt, dass Entscheide, die ein Schiedsrichter während einer Begegnung fällt und die den Verlauf des Spiels betreffen, Tatsachenentscheide sind. Dies gilt insbesondere für die Frage, ob ein Tor erzielt wurde oder nicht. Solche Entscheide sind daher endgültig und dürfen nicht zu einem späteren Zweitpunkt durch eine externe Instanz umgestoßen werden. Dieser Entscheid der DFB-Gerichte ist nun als nichtig erklärt worden", ließ der Weltverband verlautbaren.

"Phantom-Tor" stößt FIFA sauer auf

Dass der DFB sich dieser Entscheidung beugte, das Wiederholungsspiel somit nicht ausgetragen wurde und das ursprüngliche Ergebnis von 2:2 in die Wertung einging, hatte auch historische Hintergründe.

So war die Neuaustragung des Spiels zwischen Bayern München und dem 1. FC Nürnberg mit dem berühmten "Phantom-Tor" der FIFA sauer aufgestoßen. Der Plan des DFB, das Zweitligaspiel Leipzig gegen Chemnitz im Juli 1995 neu austragen zu lassen, wurde derweil vom Weltverband durchkreuzt. Angeblich soll die FIFA in diesem Fall sogar damit gedroht haben, alle deutschen Mannschaften von den europäischen Wettbewerben auszuschließen, falls der DFB sein Ansinnen durchsetzen sollte.

Thomas Roth

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Borussia Dortmund besiegt den 1. FC Köln klar mit 5:0. Und doch wurde danach hefitg diskutiert. Auslöser war das umstrittene 2:0 und die Handhabung des Videobeweises. Köln will aufgrund der "eigenartigen Situation" Protest einlegen, BVB-Boss Watzke bezeichnete den "Effzeh" deshalb als "schlechten Verlierer". Fortsetzung folgt ...
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109 Leserkommentare

Willixxx
Beitrag melden
19.09.2017 | 12:58

@Eysenbeiss:

Warum starten Sie Ihren Beitrag direkt mit einem persönlichen Angriff? Hat da jemand keinen Humor und [...]
helle955
Beitrag melden
19.09.2017 | 11:23

Ich habe gerade gelesen, dass er FC keinen Protest einlegen wird. Ich kann das bei den Hornochsen vom [...]
dk.do
Beitrag melden
19.09.2017 | 11:22

Mein gutes Recht!?

Ich finde die Diskussion hoch interessant. Und das meine ich ganz ehrlich.
So viele verschiedene Ansicht[...]
Ricci69
Beitrag melden
19.09.2017 | 11:13

Videobeweis: gute Idee falsch umgesetzt

Ich finde den Videobeweis an sich eine gute Idee die sich bereits in anderen Sportarten durchgesetzt [...]
Altobelli77
Beitrag melden
19.09.2017 | 11:12

Normalerweise kann es hier im Falle eines Kölner Einspruchs nur eine Entscheidung geben: Wiederholungsspiel! [...]

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