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23.08.2017, 11:47

Freiburgs Torjäger zum Auftakt wieder Joker

Streich über Petersen-Rolle: "Das Normalste der Welt"

Neue Saison, alte Rollenverteilung. Während Nils Petersen in Vorbereitung, Europa-League-Qualifikation und DFB-Pokal noch zur Startelf zählte, saß der Torjäger gegen Frankfurt zum Auftakt der Bundesliga zunächst wieder auf der Bank. Dort hatte er vorige Saison eine Top-Quote als Joker. Für Trainer Christian Streich ist es immer eine schwierige Abwägung.

Nils Petersen
Müsste er nicht in dieser Saison gesetzt sein? Nils Petersens Rolle bleibt ein Diskussionsthema.
© imagoZoomansicht

"Wenn der Nils von Anfang an spielt, kann er nicht eingewechselt werden. Das ist Fakt", beginnt Streich in typischer Manier seine Erläuterung: "Ich habe es schon oft gesagt: Ich hätte wahnsinnig gerne zwei Nils. Aber die haben wir nicht, wir sind froh, dass wir einen haben. Dann muss man sich entscheiden."

Am Wochenende mit dem Ergebnis, dass Petersen gegen die Eintracht kein Startelfmandat bekam. "Wir kennen seine Qualität. Wenn der Gegner müde wird und es mehr Räume gibt, kann er sie nochmal besser ausspielen. Er hat gut gespielt, nachdem er reinkam", so Streich weiter, der dem von der Leihstation in Heidenheim zurückgekehrten Tim Kleindienst den Vorzug als Stoßstürmer im 3-4-3-System gab. "Tim macht das Tor, aber es hat leider nicht gezählt. Das wäre natürlich die Geschichte gewesen für uns", haderte der 52-Jährige ein wenig mit dem korrekt angewandten Videobeweis, der eine zuvor nicht geahndete, strafbare Abseitsstellung vor Kleindiensts Treffer in der 18. Minute entlarvt hatte.

Streich "gottfroh, dass der Nils da ist"

Streich ist die bereits seit einem Jahr intensiv geführte Debatte um Petersens häufige Jokerrolle ein wenig leid und betonte erneut: "Ich bin gottfroh, dass der Nils da ist. Das habe ich schon ganz oft gesagt, sage es aber gerne immer wieder. Er hat bisher alle Spiele von Anfang an gemacht, im Pokal und gegen Domzale, und diesmal hat Tim Kleindienst gespielt. Ich finde, das ist das Normalste der Welt."

Durch das Spieljahr 2016/17 hat Streich einige Argumente auf seiner Seite. Neun seiner zehn Saisontore erzielte Petersen nach Einwechslungen, stellte damit eine Bestmarke ein und eine neue auf. Neun Jokertreffer erzielte zuvor nur Viorel Ganea für Stuttgart in 2002/03, mit 19 Bundesligatoren als Joker insgesamt zog Petersen am bisherigen Rekordhalter Alexander Zickler vorbei.

Petersens Auftritte in diesem Sommer hätten einen Startelfplatz gerechtfertigt

In der Startelf stand der 28-Jährige hingegen nur siebenmal und konnte dabei lediglich zweimal vollauf überzeugen: mit zwei Assists beim 2:2 in Hamburg und einem Tor beim 2:1 gegen Leverkusen. Darunter waren aber auch drei undankbare Partien - zweimal gegen Dortmund (1:3, 0:3) und einmal gegen Leipzig (1:4) - in denen die gesamte Mannschaft schlecht aussah. Die Start-Bilanz in den von Streich angesprochenen drei Pflichtspielen vor dem diesjährigen Ligastart: ein Tor, aber auch ein vergebener Elfmeter im Europa-League-Qualifikations-Hinspiel gegen Domzale, eine ausgelassene Großchance beim Aus im Rückspiel in Slowenien und wiederum der wichtige Führungstreffer beim 2:1 im Pokal gegen Viertligist Halberstadt.

Das hätte durchaus eine erneute Chance in der Anfangsformation gerechtfertigt, zumal die Freiburger Offensive in der vorigen Spielzeit mit den abgewanderten Scorern Vincenzo Grifo (Gladbach) und Maximilian Philipp (Dortmund) deutlich hochkarätiger besetzt war als aktuell. Da neben dem Duo auch Sturmkonkurrent Florian Niederlechner (elf Saisontore), der später oft Platz für Petersen machte, und der lauf- und pressingstarke Janik Haberer (drei) meist überzeugten, bildete die Jokerrolle Petersens die ideale Ergänzung zu diesem Quartett. Er ist schlicht der beste Vollstrecker im Team, der andererseits trotz wesentlicher Fortschritte in der im SC-Spiel unabdingbaren, intensiven Arbeit gegen den Ball noch Defizite gegenüber manchem Kollegen aufweist.

Müsste Petersen diese Saison nicht gesetzt sein?

Müsste Petersen aber nun, ohne Grifo und Philipp, nicht gesetzt sein? Vermeintlich ja, aber durch die Systemumstellung gegen Frankfurt - weg vom traditionellen 4-4-2, hin zu einer Dreier-Offensive - fiel ein Startplatz im vorderen Bereich weg, und Streich wollte wieder mit Petersen spät für Gefahr sorgen. Der Stürmer verzeichnete auch die einzige echte Torchance in der ansonsten erschreckend harmlosen SC-Offensive, konnte aber ebenso wenig wie seine Kollegen treffen.

Petersens Rolle - es bleibt Woche für Woche eine schwierige Entscheidung für Streich und seine Trainerkollegen, auch die Diskussionen darüber werden vermutlich nicht abebben. Wenn es wieder annähernd so gut laufen sollte wie in der Vorsaison, wird es Streich verschmerzen können, zumal er das große Glück hat, dass Petersen keinen Stunk macht, egal in welcher Rolle. Für eine erneute Erfolgsphase bedarf es aber mindestens noch einer, auch von Streich angekündigten Offensivverstärkung (Berns Yoric Ravet bleibt weiter ein Kandidat). So viel ist klar - bei allen sonstigen Abwägungen.

Carsten Schröter

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© imago

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weitere Infos zu Petersen

Vorname:Nils
Nachname:Petersen
Nation: Deutschland
Verein:SC Freiburg
Geboren am:06.12.1988


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