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17.08.2017, 12:34

Kommentar von kicker-Redakteur Thomas Roth

Warum die Honorar-Erhöhung für BL-Referees zeitgemäß ist

Über 30 Prozent mehr kassieren die Schiedsrichter in der Bundesliga künftig pro Spiel. Dafür gibt es gute Gründe. Ein Kommentar von kicker-Redakteur Thomas Roth.

Felix Zwayer
Hat gut Lachen: Felix Zwayer und seine Kollegen kassieren in der Bundesliga 2017/18 mehr.
© imagoZoomansicht

Von 3800 auf 5000 Euro hat der DFB das Honorar für eine Spielleitung in der Bundesliga angehoben. Das bedeutet schon eine gravierende Steigerung. Allerdings ist es das erste Mal seit vier Jahren, dass der Verband die Bezüge seiner Unparteiischen aufstockt, und es ist mit hoher Wahrscheinlichkeit für den gleichen Zeitraum in der Zukunft auch keine weitere ähnliche Maßnahme zu erwarten. Das relativiert die auf den ersten Blick gewaltigen Zahlen schon einmal.

Und: Die Schiedsrichter sollen in Zeiten, da jedes Tor über Einnahmen in Millionenhöhe für die Vereine und damit auch für die Spieler entscheiden kann, möglichst fehlerfrei ihren Job verrichten. Was sind 5000 Euro in der Relation zum Wechsel des Fußballers Neymar, für den von Paris nach Barcelona 222 Millionen Euro fließen und dessen Gesamtvolumen auf fast 600 Millionen Euro geschätzt wird? 5000 Euro Spesen kostet es sehr wahrscheinlich, wenn sich der umfangreiche Beraterstab des Brasilianers für eine Verhandlungsrunde mit den Vereinsvertretern von PSG am Fuß des Eiffelturms zusammensetzt.

Schiedsrichter bewegen sich heutzutage in einem Umfeld, in dem dreistellige Millionensummen Normalität sind. Sie sind in Deutschland weiterhin keine Vollprofis. Jeder der 24 Unparteiischen, die in der kommenden Saison in der Bundesliga aktiv ist, hat mit seinem zivilen Arbeitgeber eine gravierende Reduzierung seiner Stundenzahl vereinbart, um die immer zeitaufwändigeren Anforderungen erfüllen zu können, die an einen Referee in der Bundesliga gestellt werden.

Der Aufwand für Schulungen, individuelles Training und für die Reisen zu den Spielen wird immer höher. Die Reduzierung der Stundenzahl beim Arbeitgeber hat direkte negative Auswirkungen auf das Gehalt, aber auch indirekte. Denn sie führt dazu, dass gleichaltrige und ähnlich qualifizierte Kollegen auf der Karriereleiter davonklettern. Dies kann ein Schiedsrichter nicht mehr aufholen, wenn er mit 47 Jahren seine Pfeife in den Schrank hängen muss. Der materielle Gesamtverlust während einer beruflichen Laufbahn durch die Tätigkeit als Unparteiischer ist nicht exakt zu berechnen, aber er ist immens. Nicht nur daher ist die Anhebung des Sockelbetrages für ein Bundesligaspiel auf 5000 Euro mehr als zeitgemäß.

Thomas Roth

Mit Bibiana Steinhaus pfeift erstmals eine Frau im Oberhaus
Das sind die Bundesliga-Schiedsrichter 2017/18
Manuel Gräfe (oben), Bibana Steinhaus (unten li.) und Bastian Dankert
Die Regelhüter der bevorstehenden Spielzeit

In der bevorstehenden Saison sind sie wieder im Fokus - wenngleich ihnen am liebsten wäre, eine Randfigur zu sein: die Schiedsrichter. Vier Neulinge gibt es 2017/18, darunter mit Bibiana Steinhaus erstmals eine Frau. Das sind die 24 Regelhüter.
© picture alliance (3)

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16 Leserkommentare

marsu22
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19.08.2017 | 13:33

Höchste Zeit!

Ohne Schiedsrichter würde keine Spiele stattfinden. Sie sind absolut notwendig. Verglichen mit Spielergehältern [...]
VGler
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19.08.2017 | 09:16

zu wenig ?

@christoph_1812: Es wird auch Neymar bei PSG nicht besser spielen weil er dort mehr kriegt.
Spiel[...]
ollic88
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18.08.2017 | 19:16

Da muss ich grade mallache

5000 euro pro spiel??? zu wenig??????Schiedsrichter müssen ihren Job vernachlässigen...wenn ich so was [...]
Christoph_1812
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18.08.2017 | 14:30

Es geht um den Faktor Zeit, nicht ums Geld....

Kein Schiedsrichter wird besser pfeiffen, wenn er mehr Geld verdient, das ist glaube ich jedem klar. [...]
intosomethin
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18.08.2017 | 10:33

Erhöht den Druck

Ich bin mir nicht sicher, ob es eine gute Entscheidung ist, weil eine erhöhte Bezahlung natürlich auch [...]

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