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16.08.2017, 17:21

Kollektivstrafen: Das sagen Fans und Klubs zum DFB-Vorstoß

Reaktionen: "ProFans bietet die Mitarbeit an"

Der DFB will "bis auf Weiteres" auf Kollektivstrafen verzichten - und erntet dafür viel Zustimmung. Das sagen Fans und Klubs zum Vorstoß von Präsident Reinhard Grindel.

Geisterspiel in Rostock im Januar
Geisterspiel in Rostock: Auf solche Sanktionen will der DFB künftig verzichten.
© imagoZoomansicht

Fanbündnis "ProFans": "Erstaunt haben die ProFans angeschlossen Gruppen die heute vom DFB veröffentlichte Erklärung seines Präsidenten Herrn Grindel zur Kenntnis genommen. (...) Die Abkehr von Kollektivstrafen sowie von Bestrafungen auf Grundlage von Vermutungen ist längst überfällig. (...) Wir haben noch nie verstanden, warum die Vorstellungen von einem emotionalen und sicheren Stadionerlebnis weit auseinanderliegen sollten. Nun endlich scheint die DFB-Spitze zu erkennen, dass der von ProFans Anfang 2016 auf den Tisch gelegte Vorschlag für einen Neuanfang eines Dialogs, der von Augenhöhe, Ernsthaftigkeit und Konstruktivität geprägt ist, dringend aufgegriffen gehört. (...) Wenn jetzt ein Umdenken eingesetzt hat, begrüßt ProFans ausdrücklich einen Neuanfang eines Fandialogs, dessen Konstruktivität sich auch in dessen Struktur zeigt. Dazu gehören für uns die direkte Beteiligung kompetenter Entscheidungsträger, eine Einbeziehung der Vereine und größtmögliche Rücksichtnahme auf die ehrenamtlichen Fanvertreter, die ihre ohnehin durch Wochentagsspiele dezimierten Urlaubstage daransetzen. Es bedarf dazu einer neuen, höherrangig angebundenen Dialogstruktur, die die Vereine direkt mit einbezieht. Diese sollte jetzt unverzüglich gemeinsam entwickelt werden. ProFans bietet dafür die Mitarbeit an."

Das hätte man natürlich auch einfach haben können."Bündnis aktiver Fußballfans (BAFF)"

Das "Bündnis aktiver Fußballfans (BAFF)": "Interessant. Da geht wohl jemandem der Arsch auf Grundeis. Das hätte man natürlich auch einfach haben können. Ist ja nicht so, dass nicht Fanvertreter, Fanprojektler, Wissenschaftler bis hin zu Menschen innerhalb der Verbände nicht schon seit Jahren darauf hingewiesen hätten, dass Kollektivstrafen nichts bringen, sondern die Lage eher noch anheizen. Mal sehen, wie ernst es dem DFB jetzt damit ist..."

Hans E. Lorenz (Vorsitzender des DFB-Sportgerichts) gegenüber dem SID: "Wir hatten intern intensive und teilweise kontroverse Diskussionen zu diesem Thema. Die Sportgerichtsbarkeit unterstützt im Ergebnis inhaltlich voll und ganz die Initiative des Präsidenten. Das Ziel aller ist es, die Situation in den Stadien in den Griff zu bekommen. Allein mit repressiven Maßnahmen war das bisher nicht möglich."

Axel Hellmann (Vorstandsmitglied von Eintracht Frankfurt): "Es ist gut und richtig, dass der DFB einen Schritt auf die aktive Fanszene zugeht und dies mit der Abkehr von Kollektivstrafen verbindet. Wir haben uns immer gegen Kollektivstrafen ausgesprochen, sie sind unserer Meinung nach nicht zielführend. Genauso stehen wir Vereine aber auch in der Pflicht, im Gespräch mit unserer eigenen Fanszene für einen sachlichen Umgang miteinander einzutreten."

Stephan Schippers (Geschäftsführer von Borussia Mönchengladbach): "Der Austausch mit den Fans auch auf Verbandsebene ist nötig und gut. Wir hoffen auf eine konstruktive Zusammenarbeit aller Beteiligten und würden uns freuen, wenn die angesprochene Thematik auf nationaler Ebene bei der vom DFB und DFL initiierten AG Fankulturen aufgearbeitet wird."

Man muss sich nur mal das Beispiel Borussia Dortmund vorstellen, als die ganze Südtribüne ausgeschlossen wurde. Das kann nicht im Interesse des Fußballs sein.Karl-Heinz Rummenigge

Werner Spinner (Präsident des 1. FC Köln): "Es war dringend an der Zeit, dass der DFB insbesondere seine Praxis der kollektiven Bestrafung von Fan-Fehlverhalten überdenkt. Ich hoffe, dass es unter anderem auf Grundlage der Erklärung nun möglich ist, auf allen Seiten - DFB, Liga, Vereine und Fans - eine neue Vertrauensbasis aufzubauen, die zum Schaden des deutschen Fußballs in den letzten Jahren leider verloren gegangen ist. Gespräche sollten auf allen Seiten ehrlich geführt werden und möglichst ohne Vorbedingungen stattfinden. Die aktuellen Schritte gehen aber in die richtige Richtung."

Karl-Heinz Rummenigge (Vorstandschef des FC Bayern): "Es ist ein guter Ansatz, in den Dialog mit den Fanvereinigungen zu gehen. Ich begrüße die Initiative des DFB-Präsidenten sehr. Man muss sich nur mal das Beispiel Borussia Dortmund vorstellen, als die ganze Südtribüne ausgeschlossen wurde. Das kann nicht im Interesse des Fußballs sein. Ich finde es auch gut, in den Dialog zu treten für einen anti-rassistischen Fußball."

kon

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