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25.07.2017, 10:01

Aussagen erschütterten den Verein

Uli Hoeneß oder die Tradition schlägt zurück

Die Sätze des Bayern-Präsidenten vom Montag sorgten für großen Wirbel. Die Kritik an der Asien-Reise kam wohlüberlegt und sollte deutlich machen, dass Hoeneß nicht gewillt ist, der Moderne kampflos den Platz zu überlassen.


Von der Asien-Reise des FC Bayern berichtet Mounir Zitouni

Uli Hoeneß
Klare Ansage: Bayerns Präsident Uli Hoeneß hält mit seinen Ansichten nicht hinterm Berg.
© Getty ImagesZoomansicht

Seit gestern Morgen diskutiert Deutschland also, wer der neue Sportdirektor des FC Bayern wird. Ablenkungsmanöver gelungen kann man sagen. Nachdem es am Tag nach der 0:4-Klatsche in der öffentlichen Analyse vor allem um die Form der Bayern und deren Reisestrapazen ging, setzte Präsident Hoeneß am Montag ein neues Thema auf die Agenda. Die Aufmerksamkeit war damit erst einmal weg von der Mannschaft, die am heutigen Dienstag nun am Zug ist, diese Vorlage zu nutzen und gegen Chelsea eine Wiedergutmachung hinzulegen. Hoeneß sprach zur Presse wie man ihn kennt: schlagfertig, angriffslustig und gerade aus. Er genoss sichtbar die 31-minütige Talkrunde, um die eine oder andere Botschaft loszuwerden. Hoeneß ist ja keiner, der lange mit seiner Meinung hinter dem Berg halten kann, schon gar nicht, wenn es dabei um seinen FC Bayern geht. Es war Zeit zu sprechen.

In Singapur wurde für Hoeneß eine Grenze erreicht

Seit einer Woche hatte der Präsident und Aufsichtsratsvorsitzende auf der Asien-Reise Augen und Ohren offengehalten, traf mit viel Interesse Vorstände, Firmenrepräsentanten, Botschafter, Bürgermeister und Politiker. Als Präsident eines Klubs, der einen Markt wie den in China erobern will, war Hoeneß noch nie zuvor dagewesen. Die Taktung seiner Termine in Asien war schlichtweg rasend. Jeden Tag war er in Sachen Bayern unterwegs und zeigte sich beeindruckt von den Möglichkeiten. Doch Hoeneß ist Jahrgang 1952. Er wurde in den 70er-Jahren zum Bayern-Spieler, Europapokalsieger und Weltmeister. Diese Zeit, in der er mit Spielern wie Maier, Müller und Beckenbauer erfolgreich war, ist bis heute die Grundlage dessen, was der FC Bayern ist. Und doch hat sich der Klub in all den Jahren weiterentwickelt. Im Jahr 2017 ist Bayern eine weltweite Marke, stellt auf dem Weltmarkt der Fußballklubs einen "global Player" dar. Marketingbüros in New York und Shanghai, Vorbereitungen in Katar, USA, Italien, China und Singapur, Testspiele in Saudi-Arabien, Kuwait oder Indien, Sponsoren aus aller Welt, Webseiten und Social-Media-Aktivitäten auf Chinesisch und Englisch, usw. Hoeneß heißt das alles gut und doch ist er Traditionalist geblieben. Und für diesen war in Singapur eine Grenze erreicht.

Aussagen sorgten intern für viel Lärm

Seine Kritik am Montag an der Organisation und den Bedingungen der Reise erschütterte den Verein. Intern sorgten die knallharten Aussagen für viel Lärm in der Marketing- und Sponsorenabteilung. Doch Hoeneß hat stets das Ganze im Blick. Er heißt die wirtschaftlichen Aktivitäten so lange gut, so lange sie den sportlichen Erfolg nicht gefährden und den Klub nicht in eine falsche Richtung führen. Für ihn muss der Fußball stets im Vordergrund stehen. Das sah er zehn Tage vor der ersten Titelentscheidung in Dortmund nicht mehr gegeben. Aber der Verein ist an einem Punkt angekommen, wo er das Rad nicht mehr zurückdrehen kann. In Deutschland stoßen die Einnahmequellen an ihre Grenzen, neue Wachstumschancen gibt es vor allem im Ausland. Der Kader, um international mitzuspielen, muss finanziert werden und auch die Ablösesummen steigen immer mehr. Hoeneß steht dieser Entwicklung zweifelnd, misstrauisch und kritisch gegenüber.

Kann der der FC Bayern einen anderen Weg beschreiten?

Er wünscht sich für seinen FC Bayern einen neuen, einen anderen Weg. Doch gibt es den? Hoeneß hofft es, glaubt noch, dass sich der Verein dank seiner Historie, Erfolge und finanziellen Gesundheit sich leisten kann, nicht alles mitzumachen, was sich pfiffige Manager oder Unternehmensberater ausdenken. Auch mal nein sagen, wenn das große Geld lockt. Geht das? Die vielen Trainingslager in Katar, das Testspiel in Saudi-Arabien 2015, Nationalspieler, die man für einen Tag in die USA einfliegen lässt wie 2014, nun diese überfrachtete Marketing-Reise nach Fernost scheinen zu zeigen, dass sich der Klub zuletzt häufiger eher schwer damit getan hat. Man darf gespannt sein, wie diese Entwicklung voranschreitet, Hoeneß, das hat er am Montag gezeigt, ist jedenfalls nicht gewillt, der Moderne kampflos das Feld zu überlassen.

Video zum Thema
kicker.tv Hintergrund- 24.07., 16:34 Uhr
Klartext von Hoeneß und Angriff auf Journalisten
Auf dem Transfermarkt wird dieser Tage mit Millionensummen jongliert, dass es den meisten Fans schwindelig wird. Auch Bayerns Präsident Uli Hoeneß wundert sich über das Geschäft, teilte sich den Journalisten gewohnt direkt mit und machte diese gleich mitverantwortlich für die aktuelle Situation. Die Journalisten sollten nicht jeden "Scheißdreck" und vor allem auch weniger schreiben. Außerdem gab es ein klare Ansage an die Spieler in seinem Verein. Verträge werden nur vom FC Bayern beendet, von niemandem sonst.
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70 Leserkommentare

krausedi
Beitrag melden
29.07.2017 | 19:24

@Duuf

Wie ehrlich Herr Hoeneß seit 1975 mit seinen Steuern umgegangen ist wissen wir! Und was interessiert [...]
Duuf
Beitrag melden
29.07.2017 | 17:17

Krausedi

Ich ziehe also die Sachen aus dem Zusammenhang?

Weil ich Sie dabei erwischt habe, wie Sie sich s[...]
krausedi
Beitrag melden
29.07.2017 | 15:21

@Duuf

Das ist ja Wahnsinn wie Sie hier alles aus dem Zusammenhang zu ziehen versuchen, nachdem Sie ertappt [...]
Duuf
Beitrag melden
28.07.2017 | 21:49

Krausedi

Entschuldigung, aber Sie haben meine Posts wirklich nicht gelesen, oder?

Das ist ja Wahnsinn...[...]
krausedi
Beitrag melden
28.07.2017 | 15:24

@Duuf

Wusste gar nicht das Hitzfeld in 1990'igern Trainer bei den Bayern war! Lol

Dafür das sie gestern[...]

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Internet:http://www.fcbayern.de


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