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21.04.2017, 12:10

Kommentar von Jörg Jakob (Leiter kicker-Chefredaktion)

Underperformer in Europa: Die Bundesliga muss Antworten finden

Erstmals seit 2005 finden die Europapokal-Halbfinals ohne Bundesligisten statt. Ist das Anlass für eine Fundamentalkritik? Jein. Aber die Liga der Weltmeister muss drei internationale W-Fragen beantworten. Ein Kommentar von Jörg Jakob, Leiter Chefredaktion.

Unter der Woche scheiterten die letzten Bundesligisten in Europa - erstmals seit zwölf Jahren noch vor dem Halbfinale.
Unter der Woche scheiterten die letzten Bundesligisten in Europa - erstmals seit zwölf Jahren noch vor dem Halbfinale.
© imago (3)Zoomansicht

Aus. Vorbei. Der FC Schalke 04, der in den Hinspielen der Viertelfinalrunden noch die schlechteste Figur abgegeben hatte, ließ gegen Ajax Amsterdam ein letztes Fünkchen Hoffnung leuchten. Doch dann war doch endgültig Schicht im Schacht für die Vertreter der Bundesliga in der Europapokal-Saison 2016/17. Erstmals seit 2004/05 finden die Halbfinalspiele in Europa und Champions League ohne deutsche Beteiligung statt. Damit gibt die Liga der Weltmeister ein schwaches Bild ab, die sich nach dem deutschen Champions-League-Finale in Wembley 2013 und nach dem Triumph der Nationalmannschaft 2014 in Brasilien zu Recht feiern ließ - und sich gefeiert hat.

Ist das Anlass für eine Fundamentalkritik? Jein.

Klares Nein im Fall von Borussia Dortmund, weil das Ausscheiden nie unter den üblichen sportlichen Gesichtspunkten bewertet werden kann nach dem kriminellen Bombenanschlag vor dem 2:3 im Hinspiel. Wie sich die junge BVB-Mannschaft im Jahr eins des großen Umbruchs gegen den AS Monaco, eine aktuell überaus positive Erscheinung in Frankreich und Europa, ohne Todesangst geschlagen hätte, darüber lässt sich nur spekulieren, auch wenn individuelle sportliche Schwächen und Coaching-Fehler von Thomas Tuchel festgestellt werden dürfen. Die Königsklassenkampagne der Schwarzgelben zeigte bis zu diesem Viertelfinale Fortschritte, die realistische Hoffnungen auf ein Weiterkommen zuließen.

Gemessen an ihren Möglichkeiten underperformen die Bundesligisten seit Jahren

Anders als für Dortmund muss hingegen die Summe der Leistungen aus Hin- und Rückspielen sowohl für den FC Bayern München als auch für Schalke als Maßstab dienen. Die Roten wie die Königsblauen sind hier an einem letztlich besseren Gegner, Real Madrid und Ajax Amsterdam, gescheitert. Der deutsche Rekordmeister war von einer "beschissenen" Schiedsrichterleistung beeinträchtigt, um eine Vokabel von Karl-Heinz Rummenigge zu bemühen, doch das missratene Risikomanagement des Trainers Carlo Ancelotti ist ebenfalls erkannt.

Jörg Jakob
Jörg Jakob, Leiter kicker-Chefredaktion.
© kicker

Erstmals seit 2011 verpasst der FC Bayern ein Halbfinale der Champions League. Damals schaffte der FC Schalke 04 den Sprung unter die letzten Vier in Europas Elite. In der 2. Liga des Europapokals hätte Markus Weinzierl mit seiner Belegschaft einer vermurksten Saison noch eine berauschende Wendung geben können. Hätte. Hätte. Fahrradkette. Auch die Tatsache, dass das Lospech im Achtelfinale (Gladbach gegen Schalke) einen Bundesligisten zum Ausscheiden zwang, kann nicht als Ausrede gelten: Unter dem Strich bleibt, dass die deutschen Klubs seit Jahren gemessen an ihren personellen und finanziellen Möglichkeiten als Underperformer agieren. Für die allseits angestrebte Internationalisierung zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit ist das sicher nicht von Vorteil.

In den letzten zwölf deutsch-spanischen Europapokal-Duellen gewann La Liga

Weitaus bedeutender ist in diesem Kontext freilich die Champions League, in der erstmals seit 2009 das Halbfinale ohne Bundesligist ausgetragen wird. In zwölf deutsch-spanischen Europapokal-Duellen in Folge haben sich nun die La-Liga-Vertreter durchgesetzt. Nicht dieses Jahr mit der extremen Dortmunder Ausnahme, sondern die Langzeitaufnahme in beiden Europapokalwettbewerben zeigt auf, dass die Liga der Weltmeister in der Breite auf drei internationale W-Fragen Antworten finden muss: Wettbewerbshärte? Widerstandsfähigkeit? Winner-Mentalität?

Jörg Jakob

Video zum Thema
kicker.tv Hintergrund- 21.04., 10:31 Uhr
Weinzierl: "Unheimlich bittere Niederlage"
Auch für Trainer Markus Weinzierl war es schwer in Worte zu fassen, was sich auf Schalke im Europa-League-Halbfinale-Rückspiel gegen Ajax Amsterdam ereignet hatte. Der S04-Coach sprach nach dem 3:2 in der Verlängerung von einer "unheimlich bitteren Niederlage", das Aus hatte tiefe Spuren hinterlassen. Nun gilt es für die Königsblauen, das Drama gegen die Niederländer entsprechend "zu verarbeiten".
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61 Leserkommentare

Trash_Alien_Ant
Beitrag melden
03.05.2017 | 08:42

sinnloser Bericht

Ich finde diese Diskussion völlig daneben. Gegen Real kann jede Mannschaft ausscheiden und die Bayern [...]
Dragonking
Beitrag melden
01.05.2017 | 20:53

Unnötige Diskussion

Mit ein bisschen mehr Matchglück und einem Anschlag weniger könnten jetzt evtl. 3 Halbfinalisten aus [...]
rsuntrup
Beitrag melden
22.04.2017 | 18:04

Der Bundesliga

fehlt das Kapital, dass in Ländern wie Spanien und England den Proficlubs zur Verfügung steht.
Zud[...]
Psternak
Beitrag melden
22.04.2017 | 13:41

Erstens: "Kommunismus" existiert nicht

Zweitens: Niemand verlangt die" selben Voraussetzungen". Drittens: Das hier ist kein "Wettbewerb". Sie [...]
Max00M
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22.04.2017 | 11:38

@Psternak

Sehr geehrter Herr Psternak,
Bevor Sie sich über dies und jenes beschweren: Lesen Sie doch bitte mein[...]

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