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17.02.2017, 13:46

Dortmunds Appell an die Öffentlichkeit

BVB ermittelt 61 Tatverdächtige nach Leipzig-Spiel

Borussia Dortmund kommt bei der Aufarbeitung der Vorkommnisse rund um das Leipzig-Spiel voran. Am Freitag teilte der BVB den aktuellen Stand mit, auch was die Vorfälle außerhalb des Stadions betrifft - verbunden mit einem Appell an die Öffentlichkeit.

Die Dortmunder Südtribüne vor dem Anpfiff gegen Leipzig am 4. Februar
Plakate mit Folgen: Die Dortmunder Südtribüne vor dem Anpfiff gegen Leipzig am 4. Februar.
© picture allianceZoomansicht

Vor dem Topspiel gegen Leipzig vor knapp zwei Wochen hatten BVB-Fans auf der Südtribüne zahlreiche Anti-RB-Plakate präsentiert, einige davon in beleidigender Form. Erste Folge war die Sperrung der berühmten "Süd" am Samstag (15.30 Uhr, LIVE! bei kicker.de) gegen den VfL Wolfsburg. Jetzt hat Borussia Dortmund mithilfe der hochauflösenden Stadionkamera-Bilder 61 Tatverdächtige ermittelt, die "offensichtlich" diese präsentiert bzw. mit vorbereitet hatten.

"Die durch das Videomaterial aufgedeckten Taten bzw. Tatbeiträge weisen unterschiedliche Schweregrade auf und werden nach einer Einzelfallprüfung, die bei jedem Verdächtigen eine Anhörung einschließen wird, konsequent verfolgt", teilte der BVB mit. "Im Fokus steht eine klare Zuordnung von Taten bzw. Tatbeiträgen zu einzelnen Personen, um nicht unschuldige Zuschauer mit zu bestrafen."

Sollte sich der Verdacht bestätigen, drohen den Betroffenen Sanktionen unterschiedlicher Art: Nach Klubangaben umfasst die Bandbreite "u.a. Stadionverbote, Vereinsausschlussverfahren in Abstimmung mit dem Vorstand des Ballspielverein Borussia 09 e.V. Dortmund, Dauerkarten-Kündigungen sowie zivilrechtliche Regress- und Schadensersatzansprüche. Erkenntnisse über schwerwiegende Verstöße stellt Borussia Dortmund selbstverständlich den Strafverfolgungsbehörden zur Verfügung."

BVB erwartet noch weitere Ermittlungsverfahren

Auch außerhalb des Stadions war es an jenem 4. Februar zu hässlichen Szenen gekommen, für deren Aufarbeitung allerdings nicht der BVB, sondern die Strafverfolgungsbehörden verantwortlich sind. Bislang, so teilt die Borussia mit, habe die Polizei 32 Ermittlungsverfahren eröffnet. Die Anzahl könne sich allerdings "nach unseren derzeitigen Erkenntnissen innerhalb der kommenden Wochen noch auf 40 bis 50 erhöhen".

Die 88 Problemfans, die am vorigen Wochenende auf dem Weg nach Darmstadt mit Pyrotechnik, Drogen, Schlaginstrumenten etc. gestoppt und nun - vom BVB "ausdrücklich begrüßt" - mit einem bundesweiten Stadionverbot belegt worden sind, hatten das Bild der Dortmunder Anhänger in der Öffentlichkeit weiter verschlechtert. Auch deswegen schloss die Borussia ihre Mitteilung am Donnerstag mit einem eindringlichen Appell.

Eine pauschale Verurteilung der BVB-Fans und auch seiner Ultraszene halten wir für kontraproduktiv und nicht zielführend.BVB

"Borussia Dortmund - Deutschlands zweitgrößter Sportverein mit inzwischen 145.000 Mitgliedern und rund zehn Millionen Fans - steht seit vielen Jahrzehnten für eine demokratische Kultur. Der BVB weiß um seine gesellschaftliche Verantwortung und engagiert sich nachhaltig präventiv in den Bereichen Integration, Anti-Diskriminierung und Gewaltfreiheit", heißt es dort. "Als Klub, der solch entschiedenes Vorgehen aus tiefster Überzeugung zusichert, wünschen wir uns eine sachliche und differenzierte Betrachtungsweise. Eine pauschale Verurteilung der BVB-Fans und auch seiner Ultraszene halten wir für kontraproduktiv und nicht zielführend."

jpe

Video zum Thema
kicker.tv Hintergrund- 13.02., 21:37 Uhr
Tuchels Reaktion auf die Sperrung der "Süd"
Der BVB hat nach den Vorfällen beim Spiel gegen RB Leipzig dem Strafantrag des DFB-Kontrollausschuss zugestimmt. Die "Süd" wird im Heimspiel gegen Wolfsburg gesperrt. "Da steckt ein erhobener moralischer Zeigefinger drin. Die Gelbe Wand ist ein Monument des Weltfußballs. Da stehen 25.000 Menschen, die Individuen sind, die man respektieren muss. Das ist eine Kollektivstrafe, die sehr, sehr vielen Leuten wehtut, die sich komplett von Gewalt und artikulierter Gewalt distanzieren würden", sagte Thomas Tuchel.
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19 Leserkommentare

ralfderhamster
Beitrag melden
19.02.2017 | 19:58

Mittlerweile ja eine dreistellige Zahl "überführt"

Wie "Aki" ja im Sportstudio und auch auf Sky erläuterte sind ja zumindest bis gestern schon eine dreistellige [...]
Sciathan
Beitrag melden
18.02.2017 | 12:54

@Psternak

Die Gladbacher Fans müssen ja auch nicht 90 Minuten durchhalten, sondern machen es genauso wie im Hinspiel [...]
logoutnockout
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18.02.2017 | 12:53

@Psternak...19:00 Minuten an Anlehnung des Gründungs-Jahres

...Es sind "nur" 19 Minuten....

..Ich finde es eine Super- Idee...Auf das Spiel hätte ich nor[...]
Stancer81
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18.02.2017 | 10:16

@schinkenkaemper

Nur handelt es sich um keine Kollektivstrafe auch wenn es die BVB Fans noch so oft sagen und sich noch [...]
Psternak
Beitrag melden
18.02.2017 | 10:16

Die Idee der Gladbachfans ist nicht von schlechten Eltern

Die wollen bei Ihrem Heimspiel gegen das Konstrukt RB Leipzig mit einem Stimmungsboykott ihren Beitrag [...]

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