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11.01.2017, 17:07

Belohnung für das Kämpferherz

Frankfurts Chandler lebt seinen Traum

Wenige Tage vor Weihnachten verlängerte Timothy Chandler seinen auslaufenden Vertrag bis zum 30. Juni 2020. In Abu Dhabi erklärte der Rechtsverteidiger am Mittwochmittag ausführlich, warum er seinem Jugendverein treu bleibt. Dabei fand der 26-Jährige bemerkenswerte Worte.


Aus Frankfurts Trainingslager in Abu Dhabi berichtet Julian Franzke


Timothy Chandler
Erst Frankfurt, dann Nürnberg und jetzt wieder Frankfurt: Timothy Chandler.
© Getty ImagesZoomansicht

Rückblende: Vor einem Jahr hatte Timothy Chandler einen ganz schweren Stand. Trainer Armin Veh hielt keine großen Stücke auf den Rechtsverteidiger, ein Abschied aus Frankfurt schien nur eine Frage der Zeit. Auch unter Veh-Nachfolger Niko Kovac hatte es Chandler zunächst nicht leicht. In der Sommer-Vorbereitung musste er als Innenverteidiger aushelfen, hinten rechts schien Neuzugang Guillermo Varela gesetzt zu sein. Die Leihgabe von Manchester United zog sich jedoch bereits am 2. Spieltag in Darmstadt einen Deltabandriss zu, fortan spielte Chandler. Der US-Nationalspieler nutzte seine Chance, machte über die rechte Seite viel Druck nach vorne und war aus der Mannschaft schnell nicht mehr wegzudenken.

Stärke aus familiärem Rückhalt

Dass er den Kopf zwischenzeitlich nicht in den Sand gesteckt hat, liegt nicht nur an seinem Kämpferherz, sondern auch an der Unterstützung seiner Familie. "Es ist der Traum vieler Leute, Fußballprofi zu werden - ich habe es geschafft. Wenn es mal nicht so gut läuft und ich zweifle, kriege ich von meiner Frau oder meiner Mutter ein paar Schläge auf den Hinterkopf. Die sagen immer, du weißt, was du kannst, du bist schon Profi geworden, du hast es schon allen gezeigt. Das ist gut für mich, ich kriege viel Kraft von zu Hause", erklärt der Verteidiger. Er betont aber auch: "Ich bin ein Typ, der nie aufgibt und immer kämpft. Vor einem Jahr hätte keiner gedacht, dass ich jetzt einen Vertrag bis 2020 unterschreibe. Deswegen bin ich überglücklich, dass ich wieder mal gezeigt habe, was ich draufhabe."

Einmal Frankfurt - Nürnberg und zurück

Rückschläge musste er nicht erst in der vergangenen Saison, sondern schon viel früher verkraften. Zunächst verlief allerdings alles nach Plan, Chandler wurde Anfang des Jahrtausends - damals spielte er bei den Sportfreuden Oberau - bei einem Hallenturnier entdeckt und zu den "Adlertagen" eingeladen. Es war das Eintrittstor in die große weite Welt des Fußballs. Von 2001 bis 2010 spielte er für die Eintracht, wurde dann aber für zu leicht für den Profifußball befunden und nach Nürnberg abgegeben. Der Traum, eines Tages wieder für die Eintracht zu spielen, lebte dennoch weiter. "Es war ein Zeichen, einen anderen Weg zu gehen und zu zeigen, dass ich es kann. Ich bin in Nürnberg Bundesligaspieler geworden, am Ende mussten sie mich zurückkaufen", berichtet Chandler mit einem Schmunzeln. Nach dem Abstieg des Club 2014 ging sein großer Comeback-Wunsch in Erfüllung.

So fit war ich noch nie.Timothy Chandler

So wertvoll wie in seiner momentanen Verfassung war er in Frankfurt jedoch noch nie. Das liegt nicht zuletzt an seiner exzellenten Physis. "So fit war ich noch nie", stellt der früher von einigen Verletzungen geplagte Chandler zufrieden fest. Mit dem neuen Vertrag streicht er nun den verdienten Lohn ein. "Ich hatte ein sehr gutes Gespräch mit Fredi Bobic und musste nicht lange überlegen. Wir haben uns ziemlich schnell geeinigt, beide Seiten sind sich in vielen Punkten entgegengekommen. Mir ging es auch um die Anzahl der Jahre, und ich freue mich, dass ich etwas länger hierbleibe. Vielleicht beende ich meine Karriere hier", sagt Chandler. Die Eintracht sei für ihn wegen der langen gemeinsamen Vergangenheit mehr als ein Klub. Ein weiterer Pluspunkt: In Frankfurt ist er in der Nähe seiner Liebsten. "Meine Familie brauche ich auf jeden Fall, sie ist sehr wichtig. Aber auch der Verein gefällt mir, egal was in den letzten Jahren war. Ich habe Eintracht Frankfurt immer sehr gemocht. Ich bin stolz darauf, dass ich nicht hin- und hergereicht wurde und in meiner Karriere erst für zwei Klubs gespielt habe."

Konkurrenzkampf mit Varela

Mit der Rückkehr von Varela bekommt es Chandler nun zwar mit einem ernstzunehmenden Konkurrenten zu tun. Seinen Platz sollte er aber dennoch ziemlich sicher haben, sofern er die Leistungen aus der Hinrunde bestätigen kann. Einen zusätzlichen Antrieb sieht er in dem neuen Konkurrenten indes nicht: "Pushen muss mich keiner, das kann ich selbst. Es ist aber für den Kader gut, wenn noch ein Rechtsverteidiger da ist, wir frische Spieler haben und auch mal durchwechseln können."

 
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weitere Infos zu Chandler

Vorname:Timothy
Nachname:Chandler
Nation: Deutschland
  USA
Verein:Eintracht Frankfurt
Geboren am:29.03.1990


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