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01.01.2017, 14:56

Ungar feiert Jubiläum bei Hertha BSC

Gute Ehe: Dardais 20 Jahre mit der Alten Dame

Am 01. Januar 1997 unterzeichnet das damals 20-jährige Talent Pal Dardai einen Kontrakt bei Hertha BSC. Über Jahre erarbeitet sich der Ungar einen Legendenstatus in der Hauptstadt, erst als Spieler, dann auch als Trainer und hievt seine Hertha auf ein neues Level.

Pal Dardai
Jubilar in seinem "Wohnzimmer": Pal Dardai ist seit nunmehr 20 Jahren bei Hertha BSC.
© imagoZoomansicht

Mit großen Erwartungen, schließlich galt Pal Dardai neben Krisztian Lisztes und Gabor Kiraly "als Toptalent in Ungarn", unterzeichnet der damals 20-Jährige am Neujahrestag 1997 einen Vertrag bei Hertha BSC. "Bernd Storck, damals Herthas Co-Trainer, hatte mich entdeckt", erinnert sich der in Pecs geborene Mittelfeldmann. Sein Debüt für die Alte Dame gibt Dardai am 03. März beim 1:0-Sieg gegen den VfL Wolfsburg, als er zur Pause eingewechselt wird. "Ich bin immer mitgewachsen: 2. Liga, Aufstieg, Champions League", sagt der heutige Coach über seinen Karriereverlauf in der Hauptstadt.

Absage an Bayern - Nach Milan nie wieder schmerzfrei

Unter Trainer Jürgen Röber entwickelt sich Dardai zur festen Größe bei der Hertha. Auch heute ist er seinem ehemaligen Coach immer noch dankbar: "Er war für mich eine Art Ziehvater. Er hat mir vertraut und war immer ehrlich." Zwei Jahre später hat sich der nimmermüde Dauerläufer ins Blickfeld des FC Bayern München gespielt, doch Dardai lehnt ab: "Ich schrieb auf zwei Zettel, was für Berlin und was für München spricht - und blieb."

Das 1:0 gegen Milan war schön und schlimm zugleich. Ich war in Topform, dann erwischte mich Demetrio Albertini am Sprunggelenk.Pal Dardai über den Sieg gegen den AC Mailand 1999

Einer seiner Gründe: "Hertha spielte damals Champions League und hatte große Ziele." Im zweiten Jahr nach dem Wiederaufstieg spielen sich die Berliner mit der Offensive um René Tretschok, Dariusz Wosz, Sebastian Deisler und Michael Hartmann sensationell auf den dritten Rang und qualifizieren sich damit für die Königsklasse. Mit acht Punkten überstehen die Berliner die Vorrunde, gewinnen unter anderem gegen den FC Chelsea (2:1) und den AC Mailand. "Das 1:0 gegen Milan war schön und schlimm zugleich. Ich war in Topform, dann erwischte mich Demetrio Albertini am Sprunggelenk." Für den Ungar eine bittere Erfahrung, denn dieses Foul verursacht eine fünfmonatige Pause, aber was noch viel schlimmer ist: "Danach spielte ich nie wieder schmerzfrei."

Ein ehrlicher Arbeiter und Teamplayer

In seinen insgesamt 297 Liga-Einsätzen für die Alte Dame, immerhin Rang drei in der Ewigen Hertha-Rangliste hinter Holger Brück (301) und Michael Sziedat (298), glänzt der Ungar als Teamplayer und sieht sich selbst sich immer als Arbeiter, der dafür da war, "dass Jungs wie Marcelinho in der Offensive zaubern konnten". Eines der negativen Ereignisse seiner Karriere ist der Bundesliga-Abstieg 2010. In der Saison davor spielt die Hertha "lange um den Titel mit, dann gingen Pantelic, Simunic, Voronin. Auch ohne sie hätten wir nie absteigen dürfen". Nicht nur sportlich, auch gesundheitlich eine schwierige Phase für Dardai: "Ich war lange verletzt, es waren bittere Monate."

Pal Dardai mit Sohn Palko
Pal Dardai auf der Ehrenrunde nach seinem Abschiedsspiel gegen den FC Augsburg.
© imagoZoomansicht

Ganz nach dem Sprichwort "Wenn sich eine Türe schließt, öffnet sich eine andere" bildet sich der Spieler Dardai zum Trainer weiter. In der Hinrunde von Coach Markus Babbel nicht eine Minute eingesetzt, kündigt der Ungar in der Winterpause 2010/11 sein Karriereende an, hilft in der U 23 aus, absolviert nebenbei seine Trainer-Lehre und hält sich für einen letzten großen Auftritt als Spieler fit: Sein Abschiedsspiel am 34. Spieltag gegen den FC Augsburg (2:1). "Alle standen auf und applaudierten, ich wusste: Es hat sich gelohnt."

Überlegter Start in die Trainerkarriere

Auf Anraten von Lucien Favre beginnt das Urgestein seine Laufbahn als Jugendtrainer. "Ich bekam einen anderen Blickwinkel und durfte mich ausprobieren". Anschließend übernimmt er die Nationalmannschaft seines Heimatlandes. Als Anfang Februar 2015 Jos Luhukay bei der Hertha entlassen wird, hilft Dardai zunächst interimsweise aus, fungiert als National- und Bundesligatrainer in Personalunion, bevor er dann endgültig zum Cheftrainer der Berliner befördert wird. Seine Bundesligapremiere an der Seitenlinie feiert er gegen Mainz 05: "Ich war nicht nervös. In Mainz siegten wir 2:0, waren aber nach 70 Minuten kaputt." Dardai, der in der Hauptstadt einen unbefristeten Vertrag hat, schafft den Klassenerhalt und führt sein Team ein Jahr später in die Qualifikation zur Europa League. Aktuell rangiert der Sportclub auf einem starken dritten Tabellenplatz hinter den Bayern und Aufsteiger RB Leipzig.

Bundesligatrainer Dardai
Im Februar 2015 gibt Pal Dardai in Mainz sein Bundesligadebüt als Trainer.
© picture alliance

Der Privatmensch Pal Dardai konzentriert sich auf seine Familie. "Ohne meine Familie wäre ich nicht der, der ich bin." Seine Söhne Palko (17, durfte schon mit ins Trainingslager der Profis), Bence und Marton spielen alle für die Hertha, seine Frau Monika, eine ehemalige Handballerin, "managt den Laden zu Hause - kein leichter Job bei vier Fußballern". In seiner Freizeit besucht der mittlerweile 40-Jährige "ab und an Operetten oder Musicals". Von seinem Landsmann Ivan Fischer, Chefdirigent des Konzerthausorchesters Berlin hat er sich eine wertvolle Lektion abgeschaut: "Eine Mannschaft ist ein bisschen wie ein Orchester: Sie muss harmonieren, dennoch muss einer den Takt vorgeben".

kög

20 Jahre Alte Dame: Vom Spieler zum Trainer
Jubilar Pal Dardai: Bilder einer Karriere
Pal Dardai
Kämpfer, Arbeiter, Dirigent

Vom nimmermüden Dauerläufer, Arbeiter und Teamplayer entwickelte sich Pal Dardai zum Trainer - ein Erfolgsrezept.
© Getty Images/imago

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weitere Infos zu Dardai

Vorname:Pal
Nachname:Dardai
Nation: Ungarn
Verein:Hertha BSC

Vereinsdaten

Vereinsname:Hertha BSC
Gründungsdatum:25.07.1892
Mitglieder:34.000 (01.07.2016)
Vereinsfarben:Blau-Weiß
Anschrift:Hanns-Braun-Straße, Friesenhaus 2
14053 Berlin
Telefon: (0 30) 30 09 28 0
Telefax: (0 30) 30 09 28 94
E-Mail: info@herthabsc.de
Internet:http://www.herthabsc.de

1. Bundesliga - Tabelle

Pl. VereinTorePkte.
1Bayern München38:939
 
2RB Leipzig31:1536
 
3Hertha BSC24:1630
 
4Eintracht Frankfurt22:1229
 
5TSG Hoffenheim28:1728
 
6Borussia Dortmund35:1927
 
71. FC Köln21:1525
 
8SC Freiburg21:2723
 
9Bayer 04 Leverkusen23:2421
 
101. FSV Mainz 0526:3020
 
11FC Schalke 0420:1918
 
12FC Augsburg13:1718
 
13VfL Wolfsburg15:2416
 
14Bor. Mönchengladbach15:2516
 
15Werder Bremen20:3416
 
16Hamburger SV14:3113
 
17FC Ingolstadt 0414:2712
 
18SV Darmstadt 9811:308

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