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23.05.2016, 23:59

Hertha: Neubauer fällt bei der Wahl durch

Gegenbauer bis 2020 Präsident

Der Berliner Unternehmer Werner Gegenbauer bleibt bis 2020 Präsident von Hertha BSC. Der 65-Jährige, der seit 2008 amtiert, erhielt bei der Mitgliederversammlung in der Messehalle 18 am Montagabend 911 Ja-Stimmen bei 100 Nein-Stimmen und 83 Enthaltungen. Der renommierte Spielerberater Jörg Neubauer (54) verpasste hingegen den Einzug ins Führungsgremium des Hauptstadt-Klubs deutlich. In das Präsidium müsse "mehr Sport rein", betonte Neubauer bei seiner Präsentation. "Dieses Gremium ist ideal, um mein Wissen und mein Netzwerk aus 25 Jahren Fußballgeschäft einzubringen."

Werner Gegenbauer
Bleibt Präsident von Hertha BSC - bis 2020: Werner Gegenbauer.
© imagoZoomansicht

Einen möglichen Interessenkonflikt, den auch der Hertha-Aufsichtsrat im Vorfeld in einem Gespräch mit Neubauer thematisiert hatte, schloss der Jurist, der aktuell u.a. Sami Khedira, Kevin Trapp, Leon Goretzka und René Adler betreut, aus: "Meine Karriere als klassischer Spielerberater ist vorbei, ich nehme nur noch Einzelmandate an. Jedes Mandat, das sich auf Hertha bezieht, wird abgelehnt."

Hertha-Mitglied Axel Kruse, der bereits im Vorfeld der Mitgliederversammlung Neubauer aufgefordert hatte, seine Kandidatur zurückzuziehen, attackierte den Bewerber frontal: "Du hast 25 Jahre als Spielerberater gutes Geld verdient - auch bei Hertha. Mir muss entgangen sein, dass Spielerberater mit sportlicher Kompetenz gesegnet sind. Mir ist aufgefallen, wie Spielerberater die Vereine ausrauben. Ich möchte keinen Spielerberater in diesem Gremium haben." Zudem kritisierte Kruse eine vermeintliche Nähe des Kandidaten zu den Boulevard-Medien, nachdem am Freitag in der "Bild" und "BZ" ein großes Neubauer-Interview erschienen war. "Das sah aus wie ein Gefälligkeitsinterview", so Kruse.

Neubauer kontert

"Die Gefälligkeit kann doch nur das Durchstecken von Informationen sein." Neubauer wies den Vorwurf entschieden zurück ("Wenn du in den vergangenen Jahren mal in die Zeitung geschaut hast: Von mir sind keine Vertragsinhalte oder -details in die Zeitung gelangt."), fand aber keinen ausreichenden Rückhalt an der Basis. Neubauer bekam nur 215 Ja-Stimmen (von 1039 abgegebenen Stimmen) und verfehlte damit deutlich den angepeilten Einzug ins Präsidium. Auch die Kandidaten Bert Handschumacher (226 Ja-Stimmen) und Oliver Dunk (165 Ja-Stimmen) scheiterten klar.

Hertha BSC
Für die Zukunft aufgestellt: Hertha BSC.
© imago

Neben Gegenbauer und dessen im Amt bestätigten Vize Thorsten Manske, die beide ohne Gegenkandidat waren, bilden wie bisher auch die wiedergewählten Renate Döhmer (750 Ja-Stimmen), Ingmar Pering (777), Michael Ottow (864), Norbert Sauer (757), Carsten Wolter (820) und Marco Wurzbacher (903) das Gremium. Einziger Neuling im Präsidium ist der 33-jährige Berliner Anwalt Fabian Drescher (732 Ja-Stimmen), der seinen bisherigen Sitz im Vereinsgericht aufgibt.

Eine der ersten Aufgaben des Gremiums wird die Vertragsverlängerung von Manager Michael Preetz sein, der aktuell bis Juni 2017 gebunden ist. Zugleich unterstrich der alte und neue Präsident Gegenbauer: "Wir brauchen einen zweiten Investor, um unsere Möglichkeiten zu vergrößern."

Preetz nach der schwachen Rückrunde: "Wir werden unsere Lehren ziehen"

Im Januar 2014 war das US-Private-Equity-Unternehmen KKR eingestiegen und hatte 9,7 Prozent der Hertha-KGaA-Anteile erworben, der Anteil kann optional auf 33 Prozent ausgeweitet werden. Manager Preetz befand angesichts der besten Platzierung seit der Saison 2008/09: "Wir können stolz sein, Platz sieben und das Pokal-Halbfinale erreicht zu haben. Wir sind in der Entwicklung der Mannschaft einen unglaublich großen Schritt vorangekommen. Wir sehen einen Spielstil, eine Spielidee, wir sind variabler, aggressiver, torgefährlicher geworden. Wir waren bis Ende März gut unterwegs, danach kam ein letztes Viertel, in dem wir nicht mehr so punkten konnten. Daraus werden wir unsere Lehren ziehen."

Burchert und van den Bergh müssen gehen

Sascha Burchert und Johannes van den Bergh
Keine Zukunft mehr bei Hertha BSC: Sascha Burchert und Johannes van den Bergh (rechts).
© imagoZoomansicht

Zugleich bestätigte Preetz erwartungsgemäß, dass Torwart Sascha Burchert (26/seit 2002 im Verein) und Linksverteidiger Johannes van den Bergh (29/2013) keine neuen Vertragsangebote erhalten werden. Die Verträge der beiden Profis laufen zum 30. Juni aus. Die Trennung von van den Bergh, so Preetz, solle auch "den Weg ebnen" für Eigengewächs Maximilian Mittelstädt (19).

Mit Blick auf die neue Saison kündigte Preetz an: "Das Gerüst der Mannschaft steht. Wir werden versuchen, uns punktuell zu verstärken." Die Profis hatten sich zu Beginn des Abends unter großem Jubel der Mitglieder auf der Bühne der Messehalle 18 gezeigt, Kapitän Fabian Lustenberger sagte: "Der siebte Platz ist uns hoch anzurechnen. Wir haben ein tolles Jahr gespielt und viel, viel richtig gemacht."

Der Besuch der Mitgliederversammlung war der letzte Dienstauftrag für die Profis vor dem Sommerurlaub. Trainer Pal Dardai bittet am 29. Juni zum ersten Training der Saisonvorbereitung.

Steffen Rohr

 
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weitere Infos zu Burchert

Vorname:Sascha
Nachname:Burchert
Nation: Deutschland
Verein:SpVgg Greuther Fürth
Geboren am:30.10.1989

weitere Infos zu J. van den Bergh

Vorname:Johannes
Nachname:van den Bergh
Nation: Deutschland
Verein:Holstein Kiel
Geboren am:21.11.1986

weitere Infos zu Dardai

Vorname:Pal
Nachname:Dardai
Nation: Ungarn
Verein:Hertha BSC

Vereinsdaten

Vereinsname:Hertha BSC
Gründungsdatum:25.07.1892
Mitglieder:35.150 (01.07.2017)
Vereinsfarben:Blau-Weiß
Anschrift:Hanns-Braun-Straße, Friesenhaus 2
14053 Berlin
Telefon: (0 30) 30 09 28 0
Telefax: (0 30) 30 09 28 94
E-Mail: info@herthabsc.de
Internet:http://www.herthabsc.de


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