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08.06.2016, 10:50

Fünf Bundesligaduelle am Montagabend

DFL präsentiert neue TV-Verträge am Donnerstag

Am Donnerstagvormittag präsentiert DFL-Geschäftsführer Christian Seifert den Vertretern der 36 Profiklubs den Abschluss der neuen TV-Verträge (Nationale Vermarktung), anschließend werden diese im Rahmen einer Pressekonferenz (14.30 Uhr) im Kap Europa (Messe Frankfurt) der Öffentlichkeit präsentiert. Die DFL hatte im April die Eckpunkte der Ausschreibung der audiovisuellen Medienrechte für den Zeitraum der Spielzeiten 2017/18 bis 2020/21 vorgestellt.

Christian Seifert
Stellt die neuen TV-Verträge vor: DFL-Geschäftsführer Christian Seifert.
© picture allianceZoomansicht

Aus dem laufenden Vertrag werden in der kommenden Saison 709,1 Millionen Euro ausgeschüttet, 36 Millionen davon aus Gruppenvermarktungsverträgen (z.B. der Ligaball von Adidas). Von den 709 Millionen erhält die 2. Liga 20 Prozent (141,8), 567,2 Millionen gehen an die Bundesligaklubs.

Um mehr Geld zu erwirtschaften, hat die DFL Live-Spiele in insgesamt acht Paketen für den nationalen Markt angeboten. In der Theorie können mehrere TV-Sender verschiedene Partien übertragen. Derzeit zeigt der Abo-Sender Sky alle Spiele live. Konkret sah die Ausschreibung so aus: Die Pakete A bis E (nur für Pay-TV) umfassen die Bundesliga-Spiele, F und G die des Unterhauses. Im Paket H sind vier Free-TV-Spiele enthalten (1./17./18. Spieltag plus Supercup). Mit Paket C darf der Sender, der den Zuschlag erhält, die meisten einzelnen Bundesliga-Spiele zeigen (176), Paket B umfasst ausschließlich die 36 Konferenzen. Die Pakete D (alle 30 18.30-Uhr-Spiele am Samstag) und E (alle 60 Sonntagsspiele) dürfen von Free- und Pay-TV-Anbietern erworben werden.

Erwirbt ein Bieter die Pakete A bis E komplett, wird aufgrund des vorgeschriebenen Alleinerwerbsverbots ("No Single Buyer Rule") ein weiteres Paket ausgeschrieben. Dieses muss dann von einem anderen Interessenten erworben werden. Es umfasst die Sonntagsspiele sowie ein 15.30-Uhr-Spiel am Samstag, die dann vom Anbieter allerdings nur im Internet-TV und auf Mobilfunk-Geräten gezeigt werden dürfen.

Juristisches Nachspiel - Beschwerde von Sky

Die neue Praxis der Vergabe der nationalen Medienrechte wird ein juristisches Nachspiel erfahren. Schon im Mai hat Sky beim Oberlandesgericht Düsseldorf eine Beschwerde gegen die Vorgaben des Bundeskartellamtes eingereicht. In den Gesprächen mit der DFL hatte das Kartellamt durchgesetzt, dass bei Anschluss der neuen Verträge kein Sender die Live-Übertragungsrechte für alle Spiele erwerben kann. Die in England seit einem Jahrzehnt geltende "No Single Buyer Rule" greift jetzt auch in Deutschland. Jedes Unternehmen, das jetzt ein Rechtepaket erwirbt, darf ab dem Sommer 2017 nach Abpfiff der Spiele eine zusammenfassende Highlight-Berichterstattung aller Begegnungen in der Bundesliga und in der 2. Liga ausstrahlen. Die einst preisgekrönte Sky-Sendung "Alle Spiele, alle Tore" wird damit ihr Alleinstellungsmerkmal verlieren.

"Mit der Beschwerde greift Sky Deutschland verschiedene Punkte an. Insbesondere ist Sky Deutschland der Überzeugung, dass das vom Bundeskartellamt geforderte Alleinerwerbsverbot kartellrechtlich nicht notwendig und zudem in seiner konkreten Ausgestaltung rechtswidrig ist", teilte das Medienunternehmen mit: "Darüber hinaus entspricht die Auffassung des Bundeskartellamtes zur Abgrenzung des Pay-TV-Marktes nicht dem, wie die Märkte sich real darstellen. Die Beschwerde wird den Ausschreibungsprozess und seinen Ausgang nicht verzögern."

Ab 2017 fünf Duelle am Montagabend

Einige Änderungen im künftigen Spielplan sind ebenfalls integriert: Ab 2017 werden pro Saison fünf Bundesliga-Ausweichpartien an einem Sonntag sowie fünf Duelle am Montagabend stattfinden. Christian Seifert, der Geschäftsführer der Deutschen Fußball Liga, erläuterte den Beweggrund für die Spiele zu Wochenbeginn: "Wir reden über fünf von 306 Spielen. Es ist ausdrücklich nicht geplant, künftig noch mehr Montagsspiele durchzuführen. Das macht auch sportlich keinen Sinn." Grundsätzlich werde es in der kommenden Rechteperiode (bis 2020/21) laut Seifert "kaum Veränderungen" beim Spielplan geben.

Einige Änderungen gibt es aber doch: In der Bundesliga wird das zweite Sonntagsspiel erst um 18 statt wie bisher um 17.30 Uhr beginnen. Insgesamt wird es zehn "Ausweichspiele" für die Europapokal-Starter geben (jene fünf am Montag und fünf am Sonntag). Unabhängig vom Abschneiden der deutschen Teams auf internationaler Bühne werden diese zehn Duelle in jedem Fall stattfinden - unabhängig davon, wie viele Klubs im Laufe der Saison noch international vertreten sein werden.

DFL
Fünfmal pro Saison findet ein Bundesliga-Spiel am Montagabend statt (2. Liga weicht aus).
© DFL

Die fünf Ausweichpartien am Sonntag beginnen um 13.30 Uhr oder eben 18 Uhr. Bundesliga-Anstoß am Montagabend ist um 20.30 Uhr, die bisher exklusive Montagspartie der 2. Liga wird dann auf Samstag verschoben.

Außerdem: Statt vier wird es künftig nur noch zwei englische Wochen geben.

DFL
Fünfmal pro Saison findet ein Sonntagsspiel mehr statt.
© DFL

2. Bundesliga: Ein Freitagsspiel weniger

Im deutschen Unterhaus treten ebenfalls Veränderungen auf den Plan: Neben der Montagspartie, die in fünf Fällen von der Bundesliga auf den Samstag verdrängt wird, ist auch der Freitag betroffen. Eines der bisherigen drei Freitagsspiele der 2. Liga rückt in Zukunft auf Samstag (Anstoß 13 Uhr).

Das Unterhaus bekommt außerdem zwei exklusive Spieltage. Diese finden im Sommer statt, bevor die Bundesliga in ihre neue Runde startet.

DFL
Ein Freitagsspiel der 2. Bundesliga rückt künftig auf den Samstag.
© DFL

kon

 

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