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22.03.2016, 19:55

Allofs äußerst sich und stellt Forderung an den Nationalspieler

Wolfsburg steht zu Kruse: "Er benötigt unsere Hilfe"

Die Personalie Max Kruse ist nach wie vor das Thema schlechthin beim VfL Wolfsburg und beim DFB. Das wiederholte Fehlverhalten des Nationalspielers zog am Dienstag auch Konsequenzen seines Arbeitgebers VfL Wolfsburg nach sich. Die Wölfe stellen Kruse vorerst vom Teamtraining frei - sichern ihm aber unter Vorbehalt die Unterstützung zu. Man habe den Eindruck, dass er "dringend unsere Hilfe benötigt".

Allofs: "Max Kruse benötigt dringend unsere Hilfe"

Klaus Allofs
Sichert Max Kruse unter einer Bedingung die volle Unterstützung zu: Manager Klaus Allofs.
© Getty ImagesZoomansicht

Die Ereignisse um Max Kruse haben den VfL Wolfsburg noch einmal darin bekräftigt, dass neben der bereits erfolgten internen Sanktionierung die objektive Aufarbeitung aller Themen, der Schutz seiner Person und die Unterstützung im Vordergrund stehen müssen. "Wir haben bei der Aufarbeitung der aktuellen Entwicklung den Eindruck gewonnen, dass Max Kruse jetzt dringend unsere Hilfe benötigt", wird Wolfsburgs Manager Klaus Allofs von Seiten des Klubs zitiert. "Offenbar holen ihn derzeit Vorkommnisse und Probleme - auch aus seiner Vergangenheit - ein, die weder er noch wir steuern können. Dadurch wird ihm und automatisch auch dem Verein geschadet. Wir stellen nochmals klar, dass wir sein Verhalten missbilligen und uns klar von den Vorfällen distanzieren."

Wir haben Max in unseren Gesprächen auch verdeutlicht, dass wir für unsere weitere Unterstützung auch eine sofortige Veränderung seiner Lebensweise einfordern.Wolfsburgs Manager Klaus Allofs

Allofs führte darüber hinaus aus, dass der VfL dem Angreifer zur Seite steht: "Meine Geschäftsführer-Kollegen und ich entschuldigen uns im Namen des VfL Wolfsburg bei allen, die ungewollt und ohne eigenes Zutun damit konfrontiert wurden. Max Kruse hat sich ebenfalls aufrichtig entschuldigt und eingesehen, dass sein Verhalten sowohl seinem persönlichen Umfeld als auch dem Verein gegenüber völlig unangemessen war. Da er gegen das Geschehene juristisch vorgeht, darf er sich nicht öffentlich äußern. Ich kann aber sagen, dass all das, was in den letzten Wochen über ihn hereinbrach, ihn wirklich tief getroffen hat. Wir haben Max in unseren Gesprächen aber verdeutlicht, dass wir für unsere weitere Unterstützung über diese Entschuldigung hinaus auch eine sofortige Veränderung seiner Lebensweise einfordern."

Eine Reihe der Verfehlungen

Max Kruse
Max Kruse erhält die volle Unterstützung des VfL Wolfsburg, muss laut Verein aber sich und seinen Lebensstil hinterfragen.
© picture allianceZoomansicht

Zuletzt hatte Kruse mit zwei Vorfällen außerhalb des Platzes für negative Schlagzeilen gesorgt: Letztes Wochenende wurde bekannt, dass der Nationalspieler bereits am 18. Oktober 2015 bei einem nächtlichen Ausflug nach Berlin 75.000 Euro in bar in einem Taxi vergessen hatte. Wegen des Vorfalls wurde Kruse von seinem Verein VfL Wolfsburg mit einer Geldstrafe von 25.000 Euro belegt.

Die nächste Schlagzeile folgte prompt: Am Samstagabend soll sich Kruse bei der Party zu seinem 28. Geburtstag in einem Club in Berlin eine Auseinandersetzung mit einer Bild-Reporterin geliefert haben. Diese habe Kruse mehrfach ungefragt fotografiert. Kruse soll sich das Handy geschnappt und die Bilder gelöscht haben. Bundestrainer Löw zog die Konsequenz daraus und strich den Stürmer aus seinem Aufgebot, denn schließlich verlangt der 56-Jährige stets Professionalität von seinen Schützlingen, die im Rampenlicht der Öffentlichkeit stehen und eine Vorbildfunktion einnehmen. Löws Kommentar: "Max hat sich zum wiederholten Male unprofessionell verhalten. Das akzeptiere ich nicht."

"Die Europameisterschaft im Sommer wirft ihre Schatten voraus, dort haben wir mit der Nationalmannschaft große Ziele. Wir brauchen Spieler, die fokussiert und konzentriert und sich auch ihrer Vorbildrolle bewusst sind", führte der Bundestrainer weiter aus. "Wir waren auch ständig in Kontakt mit dem VfL Wolfsburg und haben uns eng mit Klaus Allofs und Dieter Hecking abgestimmt", ergänzte Nationalelf-Manager Oliver Bierhoff.

Kruse trainiert nicht mit dem Team

Die Hiobsbotschaften für alle Beteiligten rissen aber auch damit noch nicht ab: Am Dienstagvormittag fehlte Kruse beim Training des VfL, nachdem am Vorabend plötzlich ein persönliches Video mit pikanten Inhalten von Kruse die Runde gemacht hatte. Dies ließ bereits weitere Folgen erahnen. Von Seiten des Bundesligisten hieß es aber schnell, die Nicht-Teilnahme am Training sei nur eine notwendige Pause, um den Akteur zu schützen. "Wir sehen ja, was hier los ist", führte Coach Dieter Hecking im Zuge des Trainings aus. "Es wird so sein, dass Max ab morgen wahrscheinlich schon wieder ganz normal trainieren wird." Manager Klaus Allofs hatte dazu betont: "Wir haben Max deutlich gemacht, dass wir als VfL und auch unser Besitzer Volkswagen mit dieser Situation nicht leben können."

Interne Unterredungen standen also nach der Einheit an - mit Hecking, mit Allofs - und vor allem mit Kruse. Die Entscheidung verkündeten die Wölfe am Dienstagabend in einem offiziellen Statement. Und sie fiel zugunsten des Nationalspielers aus, den der Verein fortan vor der öffentlichen Hetze schützen will. Eine Entlassung tritt somit nicht in Kraft. Allerdings muss Kruse seinen Lebensstil hinterfragen und ändern, wie Allofs eingangs in seiner Aussage klarmachte.

mag

Video zum Thema
kicker.tv Hintergrund- 22.03., 17:10 Uhr
Bierhoff über Kruse: "Den Bogen überspannt"
Wegen mangelnder Professionalität strich Joachim Löw Angreifer Max Kruse aus seinem Aufgebot für die anstehenden Klassiker gegen England und Italien. "Er ist lange genug Profi, um einschätzen zu können, wie man sich in der Öffentlichkeit verhält", kommentierte Teammanager Oliver Bierhoff bei der Ankunft der Nationalmannschaft in Berlin am Dienstag. Speziell vor dem Hintergrund des gerade erst erfolgten Treffens mit dem Bundestrainers habe man sich gedacht: "Jetzt ist der Bogen überspannt."
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37 Leserkommentare

sagunto
Beitrag melden
23.03.2016 | 19:21

VW !

Da hat der gute Kruse einen Arbeitgeber der die halbe Welt mit seinen Produkten verdummt hat und sich [...]
Hauwech505
Beitrag melden
23.03.2016 | 18:52

Orden für Kruse

Der Max sollte einen Orden bekommen dafür das er seine Privatsphäre gegen die Bild verteidigt hat. Das [...]
Psternak
Beitrag melden
23.03.2016 | 16:11

Eben nicht, "Borussen-Frank-60"

Löw muß nicht seine Nationalspieler "schützen", sondern das Aushängeschild Nationalmannschaft muß vor [...]
Guido4
Beitrag melden
23.03.2016 | 16:10

Ich kanns nicht mehr lesen

Völlig zutreffend die Einschätzung!
Speiübel kann`s einem werden, diesen absolut "deneben liegend[...]
Reisem
Beitrag melden
23.03.2016 | 14:51

@ Wulfila21

@Wulfila21

Unbedingt sollte ein Fussballer als Vorbild auftreten, v.a. wenn er in der Nationalmanns[...]

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zum Thema

weitere Infos zu M. Kruse

Vorname:Max
Nachname:Kruse
Nation: Deutschland
Verein:Werder Bremen
Geboren am:19.03.1988

weitere Infos zu Hecking

Vorname:Dieter
Nachname:Hecking
Nation: Deutschland

Vereinsdaten

Vereinsname:VfL Wolfsburg
Gründungsdatum:12.09.1945
Mitglieder:21.500 (01.07.2016)
Vereinsfarben:Grün-Weiß
Anschrift:In den Allerwiesen 1
38446 Wolfsburg
Telefon: (0 53 61) 89 03 0
Telefax: (0 53 61) 89 03 15 0
E-Mail: fussball@vfl-wolfsburg.de
Internet:http://www.vfl-wolfsburg.de


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