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21.03.2016, 14:42

Hertha: Der Klub will raus aus dem Olympiastadion

Neues Stadion: Preetz geht in die Offensive

Bislang war es eine Debatte, die über Jahre vorwiegend hinter den Kulissen köchelte - und bewusst dort gehalten wurde. Jetzt wählt der Überraschungs-Dritte Hertha BSC auch abseits des Rasens den Weg in die Offensive. Der Hauptstadt-Klub will angesichts einer starken Saison vor eher kleiner Kulisse auf Sicht raus aus dem Olympiastadion und die Suche nach einer neuen Spielstätte forcieren. "Es ist an der Zeit, diese Thematik anzuschieben", sagte Manager Michael Preetz dem kicker (Montag-Ausgabe).

Mangelnder Komfort und sehr weitläufig: Das Berliner Olympiastadion.
Mangelnder Komfort und sehr weitläufig: Das Berliner Olympiastadion.
© imagoZoomansicht

Der eher überschaubare Andrang im Heimspiel gegen den FC Ingolstadt (2:1), das 40 385 Zuschauer verfolgten, lag für die Klub-Verantwortlichen genau im Korridor der Erwartungen - und war doch neuerlicher Beleg dafür, dass das Olympiastadion zu groß ist. "Dieses Duell war das Spiel der beiden Überraschungsmannschaften der Saison. Es hätte definitiv mehr Zuschauer verdient gehabt", sagte Preetz dem kicker.

Im Schnitt besuchen in dieser Saison 45 615 Fans die Hertha-Heimspiele, die Auslastung von etwa 61 Prozent ist die geringste aller Bundesliga-Stadien. Der Zuspruch bewegt sich seit Jahren um die 50 000er-Marke, mal knapp darunter, mal knapp darüber - und weitgehend abgekoppelt vom sportlichen Erfolg: Ob die Mannschaft in der 2. Liga spielt (Saison 2010/11, Saison 2012/13) oder wie jetzt um den Einzug in die Champions League kämpft, verändert den Zuspruch nur marginal.

Olympiastadion hat ein Fassungsvermögen von 74 475 Plätzen

Das Stadion, für die Olympischen Spiele 1936 gebaut und zwischen 2000 und 2004 für mehr als 240 Millionen Euro mit Blick auf die WM 2006 umfangreich modernisiert, hat ein Fassungsvermögen von 74 475 Plätzen. Schon 2008, in der Spätphase der Amtszeit von Manager Dieter Hoeneß, dachte der Klub über Alternativen nach - und erwog die Erstellung eine Machbarkeitsstudie. Seinerzeit waren drei potenzielle Standorte in der Diskussion: das Gelände des früheren Flughafens Tempelhof, das Terrain des früheren Grenzübergangs Dreilinden im Süden von Berlin und der Bereich des Oranienburger Kreuzes im Norden. Im Zuge des Hoeneß-Abschieds 2009 und des Bundesliga-Abstiegs 2010 wurden die Pläne ad acta gelegt. Jetzt nimmt die Debatte wieder Fahrt auf, auch wenn ein Umzug wohl frühestens Anfang der 20er Jahre dieses Jahrhunderts möglich scheint.

Hertha strebt eine reine Fußball-Arena an

Der aktuelle Mietvertrag endet 2017, eine nochmalige (und womöglich letztmalige) Verlängerung gilt als sicher. Konkrete Gespräche zwischen dem Land Berlin, dem Eigentümer der traditionsreichen Spielstätte, und dem Klub soll es allerdings erst im Herbst geben - nach den Wahlen zum Berliner Abgeordnetenhaus am 18. September. Der Klub strebt auf Sicht eine reine Fußball-Arena an - mit verringerter Kapazität (um die 60 000 Plätze) - und hofft bei verknapptem Angebot und zeitgemäßem Komfort auf höhere Nachfrage und steigende Vermarktungserlöse.

Herthas Bosse sehen im mangelnden Komfort und der Weitläufigkeit des Olympiastadions einen Wettbewerbsnachteil. Die seit Jahren vorherrschende Sichtweise des Klubs: In einem reinen Fußballstadion und in hitzigerer Atmosphäre würde die Mannschaft zu Hause pro Saison fünf, sechs Punkte mehr einfahren. Allerdings: In der aktuellen Saison ist Herthas Heimbilanz (31 Punkte, nur eine Niederlage in 14 Spielen) so gut wie seit 2008/09 nicht.

Hertha und die Suche nach einem externen Finanzier

Die Kernfrage des Projekts ist die nach der Finanzierung der neuen Arena. Der Klub kann das Vorhaben nicht stemmen, Hilfe vom Land Berlin wird es nicht geben. Hertha ist, übrigens schon länger, auf der Suche nach einem externen Finanzier - und hofft, dabei von der international guten Vernetzung seines Anteilseigners KKR profitieren zu können. Das Private-Equity-Unternehmen hatte im Januar 2014 9,7 Prozent der Anteile der Hertha BSC KGaA erworben und hält eine Option, die Anteile auf bis zu 33,3 Prozent aufstocken zu können. Das KKR-Investment umfasst ein Gesamtvolumen von 61,2 Millionen Euro. Hertha ist seit einiger Zeit auf der Suche nach einem zweiten Investor, auch eine Ausweitung des KKR-Engagements - etwa im Zuge eines Stadion-Neubaus - ist eines der Szenarien, die intern diskutiert werden.

Steffen Rohr

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21.03.16
 
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1. Bundesliga - Tabelle

Pl. VereinTorePkte.
1Bayern München65:1369
 
2Borussia Dortmund64:2664
 
3Hertha BSC37:2748
 
4FC Schalke 0439:3544
 
5Bor. Mönchengladbach54:4442
 
6Bayer 04 Leverkusen39:3342
 
71. FSV Mainz 0535:3341
 
8VfL Wolfsburg39:3438
 
91. FC Köln28:3433
 
10FC Ingolstadt 0423:3133
 
11VfB Stuttgart43:5432
 
12Hamburger SV31:3831
 
13SV Darmstadt 9828:4128
 
14Werder Bremen36:5428
 
15FC Augsburg33:4327
 
16TSG Hoffenheim30:4327
 
17Eintracht Frankfurt29:4327
 
18Hannover 9622:4917

weitere Infos zu Dardai

Vorname:Pal
Nachname:Dardai
Nation: Ungarn
Verein:Hertha BSC