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12.03.2016, 22:00

Ein Kommentar von Jörg Jakob (Chefredaktion)

"Mach et, Rainer!"

Werder Bremen hat beim FC Bayern mit 0:5 verloren. Ob das mit dem Einsatz der Gelb-gesperrten Zlatko Junuzovic und Clemens Fritz sowie des verletzten Claudio Pizarro hätte vermieden werden können, bleibt ein Geheimnis des 26. Spieltages. Hätte, hätte, Fahrradkette. Müßig, darüber nachzudenken, zumal, zugegeben, der bisherige Saisonverlauf wenig Anlass zu der Vermutung gibt, der SVW hätte hier "etwas reißen" können. Grund, sich aufzuregen, besteht aber dennoch.


Kommentar zum Spieltag von Jörg Jakob (Chefredaktion)

Traf mit Bayern auf wenig Werder-Widerstand: Robert Lewandowski.
Traf mit Bayern auf wenig Werder-Widerstand: Robert Lewandowski.
© Getty ImagesZoomansicht

Sie hätten es wenigstens versuchen können. Der 1. FSV Mainz 05 beim sensationellen Auswärtssieg und über weite Strecken sogar der SV Darmstadt 98 ohne seine "Mach et, Otze"-Fraktion machten es dem Rekordmeister in dessen Zuhause hübsch ungemütlich. Verständliche und unverständliche Aufregung gab es zudem in München und Darmstadt.

Aufgeregt hat sich schon vor der Begegnung Bayerns Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge über den DFB-Sportgerichts-Vorsitzenden Hans E. Lorenz. Der Richter hatte über die Bremer Gelb-Trickser gesagt: "Wenn das alle (...) so machen und gegen Bayern München aussetzen, dann führt das automatisch dazu, dass Bayern München in der Bundesliga regelmäßig gegen schwächere Mannschaften zu spielen hat. Das kann nicht im Sinne des Wettbewerbs sein."

Daraufhin echauffierte sich Rummenigge: "Durch so eine Aussage wird die sportliche Leistung des FC Bayern diskreditiert. ... Und Herr Lorenz sollte vorsichtig sein, wenn er den FC Bayern öffentlich, und sei es auch nur indirekt, in den Zusammenhang einer Wettbewerbsverzerrung stellt." Da fragt man sich schon, warum der Bayern-Boss so überempfindlich reagiert. Souverän klingt anders. Das Gelbschinden löst vor allem wegen möglicher Folgen im Abstiegskampf Empörung aus, nicht ernsthaft wegen möglicher Meisterschaftshilfe für die sportlich tatsächlich souveränen Münchner.

Losverfahren für Gelb-Sünder?

Überraschte mit einem interessanten Vorschlag: Dr. Rainer Koch.
Überraschte mit einem interessanten Vorschlag: Dr. Rainer Koch.
© imago

Sein Amt als Präsident des Bayerischen Fußball-Verbandes führt DFB-Interimspräsident Dr. Rainer Koch naturgemäß oft zu Heimspielen des Weltklubs aus der Landeshauptstadt. Koch hat einen Vorschlag forciert, den der europäische Verband und noch dringender der deutsche prüfen sollten. Die Idee ist simpel: In welchem der drei folgenden Spiele ein gelbgesperrter Profi draußen bleiben muss, darüber entscheidet das Los.

Da möchte man rufen: "Mach et, Rainer!" Dem zuletzt hinlänglich diskutierten, im Grunde unsportlichen, gleichwohl aber schon lange verbreiteten Abholen einer fünften oder zehnten Verwarnung und damit einer Sperre zum gewünschten Zeitpunkt wäre ein größerer Riegel vorgeschoben. In einem solchen Los-Verfahren müsste allerdings klargestellt sein, dass vor den letzten beiden Begegnungen einer Saison eben nur diese im Topf sind.

Schummel-Gelb könnte so leichter vermieden werden als mit der derzeitigen Praxis. Die Unberechenbarkeit des Losentscheids dürfte für Trickser durchaus unbequem sein und wäre eine pfiffige Reaktion des DFB, wenn der weiter nicht wie die UEFA für "grobe Unsportlichkeit wegen Wettbewerbsverzerrung" gleich eine Sperre von zwei Spielen vorsehen will.

In Darmstadt riecht es nach Konzessionsentscheidung

Eine krassere Wettbewerbsbeeinflussung blieb beim 2:2 am Böllenfalltor gewissermaßen aus, weil Schiedsrichter Bastian Dankert mit Fehlentscheidungen sowohl Gastgeber Darmstadt als auch den FC Augsburg benachteiligte. Zunächst hätte Caiubys Kopfball zum vermeintlichen Ausgleich des FCA nicht unterbunden werden müssen. Der Elfmeter, der dann doch noch zum Endstand und Punktgewinn der Gäste führte, roch stark nach Konzessionsentscheidung.

In dieser Saison haben Fehlurteile von Unparteiischen zu mehr Ungerechtigkeiten geführt als unsportlich initiierte Gelbsperren. Eine Art unbeabsichtigte Wettbewerbsverzerrung, die eine beabsichtigte freilich keinesfalls in einem besserem Licht erscheinen lässt.

Jörg Jakob (Chefredaktion)
Jörg Jakob (Chefredaktion)
© kicker
Bilder des Spieltages
1. Bundesliga, 2015/16, 26. Spieltag
1. Bundesliga, 2015/16, 26. Spieltag
Aus dem Weg

Mainz' Frei zieht an Kagawa vorbei.
© Getty Images

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12.03.16
 

26 Leserkommentare

Altobelli77
Beitrag melden
15.03.2016 | 10:14

@ Reinbolt48:
Entschuldigen Sie, aber so viel Blödsinn liest man wirklich selten.

@ BladeMM:<[...]
irrlaeufer06
Beitrag melden
14.03.2016 | 19:32

Glücksspiel im Fußball?

...es fehlt nur noch das "Freilos"!
Da sieht man mal wieder wie geschäftstüchtig und kreative der D[...]
Der_Niederbayer
Beitrag melden
14.03.2016 | 15:14

Wettbewerbsverzerrung

Ich weiß nicht was das Geschwafel von Wettbewerbsverzerrung soll wenn ein Verein bestimmte Spieler seines [...]
BladeMM
Beitrag melden
14.03.2016 | 15:13

@ Reinbolt48
Guter Gedanke! Am besten wird das so geregelt, daß kein Verein mehr Geld für Spieler ausgeb[...]
Reinbolt48
Beitrag melden
14.03.2016 | 13:06

Gelb statt Geld

Dass die Bayern mit ihrem Geld die besten Spieler der Liga und aus dem Ausland zusammenkaufen, ist - [...]

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