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16.03.2016, 12:29

17 verletzte Tottenham-Anhänger

"Inakzeptabel": Spurs kritisieren Dortmunder Polizei

Verantwortliche und Fans von Tottenham Hotspur haben deutliche Kritik am Vorgehen der Dortmunder Polizei kurz vor dem Europa-League-Duell am Donnerstagabend gezeigt. 17 Spurs-Anhänger verletzten sich bei einer Auseinandersetzung. Die Polizei widersprach den Vorwürfen, dass die Fans fehlgeleitet worden seien.

Tottenham-Fans in Dortmund
Im Stadion selbst blieb alles ruhig: Spurs-Fans vor dem Anpfiff in Dortmund.
© imagoZoomansicht

Noch am Donnerstagabend hatte die Polizei eine Pressemitteilung veröffentlicht und von einer Auseinandersetzung an der Dortmunder Arena berichtet - der dortigen Darstellung widersprechen Tottenham-Fans und der Klub selbst jedoch teilweise. Die Kernfrage: Wie kam es dazu, dass 17 englische Fans nach Pfefferspray- und Schlagstock-Einsatz verletzt wurden?

Weil ein Großteil der Gästefans das Stadion erst kurz vor Spielbeginn erreicht hatte, sei es "zu einer Druckausübung auf den Eingangsbereich Nord/Mitte" gekommen, hatte die Polizei vermeldet. Rund 80 Fans seien so "ungehindert" ins Stadion gelangt, ein Durcheinander war die Folge: "Nachdem durch den Ordnungsdienst zunächst die Eingangstore temporär geschlossen wurden, kam es beim anschließend erneuten Öffnen der Zugänge zu Auseinandersetzungen zwischen Gästefans und Ordnungsdienstmitarbeitern. Bedingt durch die Auseinandersetzungen mussten die Tore wiederum geschlossen werden, was nur durch Unterstützung von Polizeikräften gelang."

Damit die Spurs-Fans daraufhin nicht "unkontrolliert" in die Arena gelangen konnten, habe die Polizei Pfefferspray und Schlagstock eingesetzt. 17 Anhänger, fünf Ordnungsdienstmitarbeiter sowie ein Polizeibeamter verletzten sich nach Polizeiangaben dabei.

Fanvertreter der Spurs warfen der Polizei "schwere Fehler" vor, Tottenham selbst sprach von einer "gefährlichen Situation": So sollen die englischen Fans von der Polizei zunächst zum falschen Eingang geleitet worden sein. Dem widersprach die Polizei. "Die Dortmunder Polizei hat keinen Grund, Fanströme, mit Ausnahme von Risikogruppen, zu leiten", heißt es in der jüngsten Pressemitteilung.

"Ich war sehr überrascht. Man erwartet eigentlich eine gute Organisation, es ist ja eines der größten Stadien in Europa", sagte Martin Cloake, der stellvertretende Vorsitzende des "Tottenham Hotspur Supporters' Trust", dem "Guardian". "Die Kommunikation zwischen den Ordnern im Stadion und der Polizei, die für alles außerhalb verantwortlich ist, brach komplett zusammen. Niemand schien gewillt oder fähig zu sein, die Verantwortung für das zu übernehmen, was sich außerhalb der Tore abspielte."

Der Pfefferspray-Einsatz war komplett unnötig und inakzeptabel.Ein Tottenham-Sprecher

Auch ein Klubsprecher kritisierte, dass die angebliche "Fehlleitung der Fans durch die Polizei zusammen mit dem Schließen der Drehkreuze zu einer potenziell gefährliche Situation geführt" habe. Die Polizei entgegnete, dass sich die ein Großteil der Fans erst gegen 18 Uhr (Anpfiff: 19 Uhr) aus der Innenstadt in Richtung Stadion begeben hätten. "Ein ordnungsgemäßer Einlass ohne Druck auf die Kontrollstellen war bei diesem geringen Zeitansatz bis zum Anpfiff faktisch nicht möglich", teilt die Polizei Dortmund mit. "Der Pfefferspray-Einsatz war komplett unnötig und inakzeptabel. Wir haben sofort nach dem Spiel ein Treffen zwischen unseren Fans und Offiziellen von Borussia Dortmund arrangiert, und auch selbst mit Kluboffiziellen gesprochen. Sie haben unsere Bedenken ernst genommen", sagte der Klubsprecher.

Hinsichtlich des Einsatzes von Pfefferspray haben Untersuchungen dazu geführt, dass gegen einen Polizeibeamten wegen des Anfangsverdachts des unzulässigen Einsatzes von Pfefferspray ermittelt wird, gab die Polizei am 16. März bekannt.

Der Dialog werde fortgesetzt, berichtete Cloake. Seine Einschätzung der Situation ist jedenfalls eindeutig: "Ich gehe seit den späten 70ern zum Fußball. Und das war eine der schlimmsten Erfahrungen."

jpe

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