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08.03.2016, 15:01

Frankfurts neuer Trainer war schon im Sommer ein Kandidat

Kovac: "Wir müssen die taktischen Fehler aufarbeiten"

Niko Kovac (44) soll Eintracht Frankfurt vor dem Abstieg retten - mit einem nur für die Bundesliga gültigen Vertrag und ohne Trainererfahrung bei einem Profiklub. Bei seiner Vorstellung versuchte er die Vorbehalte zu entkräften, Heribert Bruchhagen konnte sich einen Seitenhieb in Richtung Journalisten nicht verkneifen.

Niko Kovac am Dienstag in Frankfurt
"Ich war als Spieler ein akribischer Arbeiter, so bin ich auch als Trainer": Niko Kovac am Dienstag in Frankfurt.
© imagoZoomansicht

Niko Kovac hat sich als Bundesliga-Trainer mit einer rhetorischen Frage vorgestellt. "Ich bin froh, dass ich die Möglichkeit bekomme, obwohl die Situation nicht leicht ist - aber welche Situation im Leben ist schon leicht?", meinte am Dienstagmittag der Mann, der Eintracht Frankfurt vor dem Abstieg bewahren soll. Kovac, ein "Kind der Bundesliga", kehrt mit etwas nach Deutschland zurück, was sein neuer Arbeitgeber seit Wochen nicht mehr verbreitete: Optimismus.

"Einstimmig" entschied sich die Eintracht für Kovac als Nachfolger von Armin Veh, schon im Sommer war der gebürtige Berliner ein Kandidat, mit dem Gespräche geführt wurden. Auch danach "haben wir uns immer mal getroffen", verriet Sportdirektor Bruno Hübner, unter anderem während des Wintertrainingslagers in Abu Dhabi, wo Kovac als Hospitant des BVB weilte. "Er weiß, wo der Hebel anzusetzen ist."

Kovac hat bereits das "größte Problem" der Eintracht identifiziert

Was Kovac, der die Bundesliga "100 Prozent und besser als jede andere" kennt, bei seinem TV-Studium als "größtes Problem" im Spiel der Eintracht identifiziert hat, sind "zwei Hälften, die in der Mannschaft entstehen", zwischen Offensive und Defensive, Stichwort Kompaktheit. "Wir müssen die taktischen Fehler, die Stellungsfehler aufarbeiten." Deshalb will er viele Einzelgespräche führen, "positiv in die Köpfe reinkommen".

Ich kann niemanden erreichen, wenn ich mir ein Hintertürchen auflasse.Kovacs Erklärung, warum sein Vertrag nur in der Bundesliga gilt

Vorstandsboss Heribert Bruchhagen möchte zwischen Trainer, Mannschaft und Fans wieder "einen Einklang, eine Kompatibilität erreichen", die zuletzt offenkundig verloren gegangen war. Bruchhagens kritischer Zusatz: "Daran beteiligen sich auch die Journalisten trefflich."

Kovacs Verpflichtung bringt ebenfalls gewisse Vorbehalte mit sich. Warum zum Beispiel gilt der bis 2017 datierte Vertrag nur für die Bundesliga? "Das ist ein Zeichen nicht nur von mir, sondern auch vom Verein", erklärt er, "ich kann niemanden erreichen, wenn ich mir ein Hintertürchen auflasse." Vom Klassenerhalt sei er "überzeugt".

Kovac coachte in Österreichs 2. Liga

Und warum holt die Eintracht einen Trainer, der noch nie einen Profiklub coachte? "Sie werden immer Risiken anführen können", entgegnet Bruchhagen. Ein arrivierter Trainer könne schnell als althergebracht gelten, ein junger als unerfahren. Kovac betont, dass sein erster Klub als Trainer, die Red Bull Juniors Salzburg, immerhin in der zweiten Liga spielten, Hübner, dass Kovac als Nationaltrainer Kroatiens "schon unter ähnlichen Situationen gearbeitet" habe. "Er hat dort einen hervorragenden Job gemacht", findet er ungeachtet des Vorrundenaus bei der WM 2014 und der Entlassung im vergangenen September.

Schon damals als Co-Trainer dabei: sein drei Jahre jüngerer Bruder Robert, zu dem er "ein sehr inniges Verhältnis" pflege. "Wir vertrauen einander, wir haben dieselbe Art, den Fußball zu sehen." Kovac beschreibt sich und "Robbie" als "schon ziemlich impulsiv", man vereine eben "das Deutsche und das Kroatische". Das wollen sie aufs Team übertragen. "Ich war als Spieler ein akribischer Arbeiter, so bin ich auch als Trainer. Ich verlange von meinen Spielern absolute Professionalität, Hingabe, Leidenschaft, Disziplin." Und die Sprache der Spieler könne er auch mit 44 Jahren noch. "Ben-Hatira kommt aus demselben Bezirk wie ich", lacht Kovac. "Wir wissen schon, wie man da spricht."

jpe

Fotostrecke zur Karriere des gebürtigen Berliners
Niko Kovac - Kind der Bundesliga
Niko Kovac - Kind der Bundesliga
Niko Kovac - Kind der Bundesliga

Gut zehn Jahre, nachdem seine Bundesliga-Karriere als Spieler zu Ende gegangen war, kehrt Niko Kovac als Trainer von Eintracht Frankfurt ins Oberhaus zurück. In der deutschen Eliteliga trug der gebürtige Berliner vier verschiedene Trikots, sein Wechsel nach Österreich war bei seiner letzten Profi-Station gleichzeitig Sprungbrett für seine Laufbahn als Trainer. Eine Fotostrecke veranschaulicht den genauen Werdegang des ehemaligen kroatischen Nationalspielers.
© imago

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121. FC Köln26:3330
 
13Werder Bremen35:4827
 
14FC Augsburg30:3826
 
15SV Darmstadt 9825:3826
 
16Eintracht Frankfurt28:4024
 
17TSG Hoffenheim26:4221
 
18Hannover 9622:4617

weitere Infos zu Kovac

Vorname:Niko
Nachname:Kovac
Nation: Kroatien
Verein:Eintracht Frankfurt