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05.03.2016, 21:17

Huntelaars kuriose Elfmeterbegründung - Stöger bedient

K.o. für Köln - weil Fährmann als Letzter steht

Das Spiel zwischen Köln und Schalke (1:3) - es glich einem spektakulären Boxkampf. Da trafen zwei Kontrahenten am Rhein aufeinander, die sich einen wilden Schlagabtausch lieferten, die die Deckung so gut wie nie hochnahmen, einfach nicht lockerließen. Dass letztlich Köln K.o. ging, lag in erster Linie an Schalkes Schlussmann Ralf Fährmann.

Du kommst hier nicht vorbei: Schalke-Keeper Ralf Fährmann klärt kurz vor dem Pausenpfiff gegen den Kölner Filip Mladenovic.
Ein großer Kampf, auch um den Ball: Leonardo Bittencourt war der einzige Kölner, der Ralf Fährmann überwinden konnte.
© imagoZoomansicht

17:18 Torschüsse, 120:123 Kilometer Laufleistung, 47:53 Prozent Ballbesitz, 51:49 Prozent Zweikampfquote: Es war ein spektakuläres und ausgeglichenes Duell, das sich Köln und Schalke am Samstag lieferten! Die Zuschauer wurden mit einem Offensivfeuerwerk verwöhnt, das auch noch äußerst fair verlief. Eine einzige Gelbe Karte zückte Referee Wolfgang Stark. Es war exakt bei der Szene, die das Spektakel von Köln einläutete. Nach gerade mal ein paar Sekunden verursachte Dominic Maroh mit einem Schlag ins Gesicht gegen Pierre-Emile Höjbjerg einen Elfmeter und sah zu allem Überfluss seine fünfte Gelbe Karte in der Saison.

Etwas überraschend übernahm Klaas Jan Huntelaar die Verantwortung. Er war vor der Partie als Schütze festgelegt worden, trotz seiner grauenhaften Quote vom Elfmeterpunkt. Sieben von 18 Elfmetern hatte er bis dato verschossen, trat dennoch an. Warum? Das erklärte er danach: "Wenn man schießt, kann man verschießen. Aber wenn man nicht schießt, trifft man sowieso nicht." Aha.

Huntelaar traf jedenfalls, und so war der Startschuss für das "brutal attraktive Spiel" (André Breitenreiter), das zur Pause "gut hätte 4:4 stehen können" (Horst Heldt), gefallen. Ein Mittelfeld in dem Sinne existierte eigentlich nicht, gefühlsmäßig spielte sich das Geschehen beinahe vollständig in den Strafräumen ab. Die drei Gründe, warum Köln dennoch nur ein Treffer gelang, waren nicht schwer zu finden:

Punkt eins: die ausgelassenen Chancen.
"Das, was wir an Aggressivität, Laufbereitschaft und Spielidee eingebracht haben, war in Ordnung. Die Chancenverwertung war es leider nicht", ärgerte sich FC-Coach Peter Stöger. "Wir haben uns sehr viele Chancen herausgespielt, haben sie aber nicht verwertet. Dann gewinnt man eben gegen eine solche Schalke-Mannschaft nicht." Auch Timo Horn sagte genervt: "Wir hatten Chancen für drei Spiele."

Punkt zwei: Pech mit den Schiedsrichterentscheidungen.
Referee Stark zeigte nach Roman Neustädters Einsatz gegen Matthias Lehmann (43.) nicht auf den Punkt - eine umstrittene Entscheidung. Modestes Tor in der Nachspielzeit blieb zu Unrecht die Anerkennung verwehrt, er hatte auf gleicher Höhe gestanden. Da war die Messe allerdings ohnehin schon so gut wie gelesen.

Und natürlich Punkt drei: Ralf Fährmann.
Auch Breitenreiter wusste, bei wem er sich zu bedanken hatte: "Ralf Fährmann war heute der überragende Mann. Was er gehalten hat, war Wahnsinn." In der Tat würde es den Rahmen sprengen, alle Glanztaten Fährmanns in diesem Spiel aufzuzählen. Die zwei "Schlüsselparaden": seine Glanztat gegen Leo Bittencourt nach Johannes Geis' fatalem Patzer (19.), wodurch er das 1:1 verhinderte. Und seine Reaktion beim Schlenzer gegen Philipp Hosiner in der 73. Minute: Mit den Fingerspitzen lenkte er den Richtung Tordreieck geschlenzten Ball über das Gehäuse, nur vier Minuten später traf Franco di Santo per Kopf zum 3:1 - die Vorentscheidung in Köln.

Als Trainer wird man fast wahnsinnig.Schalke-Coach André Breitenreiter zum Spiel in Köln

Es war nicht das erste herausragende Spiel des 27-Jährigen. Auf Schalke ist man längst der Meinung, Fährmann habe eine Chance in der Nationalelf verdient. Klappt es noch mal mit einer Einladung für den mit einem Schnitt von 2,71 notenbesten Schalker der Saison? Auf die Frage, ob er "noch mehr machen" könne, um sich für die Nationalmannschaft zu empfehlen, antwortete er mit einem Augenzwinkern: "Ja. Zu Null spielen."

Davon war Schalke allerdings meilenweit entfernt. Im Abwehrverbund ergaben sich riesige Lücken, die Abstimmung ließ mehr als zu wünschen übrig. "Wir haben hinten viel zugelassen und vorne zu viel vergeben. Von daher war es eher eine Qual als ein Genuss", sagte Fährmann, um letztlich beim Blick auf den erkämpften Tabellenrang vier und sieben Punkten aus drei Spielen versöhnlich nachzuschieben. "Aber ich höre jetzt auf zu meckern. Wir haben schließlich gewonnen."

las

1. Bundesliga, 2015/16, 25. Spieltag
1. FC Köln - FC Schalke 04 1:3
1. FC Köln - FC Schalke 04 1:3
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Nach dem 3:2-Sieg in der Mitte der englischen Woche wollte S04 um Coach André Breitenreiter am 25. Spieltag in Köln nachlegen.
© Getty Images

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05.03.16
 
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weitere Infos zu Fährmann

Vorname:Ralf
Nachname:Fährmann
Nation: Deutschland
Verein:FC Schalke 04
Geboren am:27.09.1988

1. Bundesliga - Tabelle

Pl. VereinTorePkte.
1Bayern München59:1363
 
2Borussia Dortmund59:2558
 
3Hertha BSC33:2642
 
4FC Schalke 0437:3241
 
51. FSV Mainz 0534:3040
 
6Bor. Mönchengladbach50:4239
 
7VfL Wolfsburg38:3237
 
8Bayer 04 Leverkusen36:3336
 
9FC Ingolstadt 0419:2632
 
10Hamburger SV30:3431
 
11VfB Stuttgart40:4931
 
121. FC Köln26:3330
 
13Werder Bremen35:4827
 
14FC Augsburg30:3826
 
15SV Darmstadt 9825:3826
 
16Eintracht Frankfurt28:4024
 
17TSG Hoffenheim26:4221
 
18Hannover 9622:4617