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04.03.2016, 15:10

Zwischen Selbstkritik und Alibis - "kleine" Hoffnung auf Tah

Schmidt sieht "große Gefahr" - aber nicht für sich

Nach drei Niederlagen in Serie droht Bayer 04, auch seine Ziele in der Liga zu verfehlen. Der gesperrte Trainer Roger Schmidt spricht von einer "großen Gefahr", glaubt aber nicht, dass er im Misserfolgsfall um seinen Job bangen muss.

Hat große Verletzungssorgen zu beklagen: Bayer-Coach Roger Schmidt.
Hat große Verletzungssorgen zu beklagen: Bayer-Coach Roger Schmidt.
© Getty ImagesZoomansicht

Es war eine bunte Mischung bei der Pressekonferenz. Mal Kritik an der Mannschaft, mal an sich selbst. Mal Durchhalteparolen, mal realistische Bestandsaufnahme. Mal große Sorge um die eigenen Ziele, mal gar keine um die eigene Zukunft.

Natürlich fand Roger Schmidt zu dem in jeder Hinsicht einem Offenbarungseid gleichkommenden Auftritt seiner Elf beim 1:4 gegen Bremen kritische Worte: "Trotz der vielen Ausfälle war das eine Leistung, die wir so nicht abliefern dürfen. Wir müssen deutlich disziplinierter, deutlich geschlossener als Mannschaft agieren, eine absolute Einheit auf dem Platz sein", forderte Leverkusens Trainer und betonte: "Einstellung und Mentalität haben nichts mit neun Ausfällen zu tun." Abgesehen davon, dass bei Anpfiff sieben Akteure fehlten, ist dies nicht die Ursache für die Krise, wie der Fußballlehrer weiß, der auch sogleich hinterher schob, dass die Mentalität kein generelles Problem seiner Mannschaft sei.

"Natürlich schadet das der Mannschaft"

Akut attestierte sich Schmidt wenigstens eine Teilschuld an der Misere. Auf die Frage, ob er der Mannschaft mit seiner Innenraum-Sperre für drei Partien geschadet habe, gab er unumwunden zu: "Natürlich schadet das der Mannschaft. Das verschärft nochmal deutlich das Gesamtpaket."

Doch das Gesamtpaket sind derzeit aus Schmidts Sicht in erster Linie acht Feldspieler, die auch in Augsburg definitiv nicht zur Verfügung stehen werden. So lässt er doch keine Zweifel daran, dass man in der langen Ausfallliste die Ursache für den Niedergang sehen müsse, und erklärt zum nicht unwahrscheinlichen Verfehlen aller Saisonziele: "Wenn in dieser Phase so viele Spieler gleichzeitig ausfallen, besteht eine große Gefahr, dass man gerade deshalb die Ziele nicht erreichen kann." Gerade deshalb?

"Also zaubern können wir nicht"

Schmidt sieht es so und bangt folglich auch nicht um seinen Arbeitsplatz. Ob er Angst habe, seinen Job zu verlieren, wenn am Ende wirklich alle Ziele verpasst würden? Schmidt: "Nein, das glaube ich eigentlich nicht. Ich kann einschätzen, welche Saison wir spielen, welche Probleme wir haben. Das hat schon Einfluss darauf, was am Ende herauskommt. Also zaubern können wir nicht." Doch unter diesem Verdacht steht Schmidt dieser Tage ohnehin nicht.

Das ist genau die Achse, in der man am liebsten gar nicht wechseln möchte.Roger Schmidt über die lange Verletztenliste

Schmidts Aussagen wirkten je nach Blickwinkel wie eine Mischung aus Analyse und Alibis. Zum Mangel an Führungsspielern erklärte er nüchtern: "Es fehlen drei Innenverteidiger, drei Sechser, zwei Spitzen. Das ist genau die Achse, in der man am liebsten gar nicht wechseln möchte. Das sind Ausfälle, die man schwer kompensieren kann." Um dann aber auch zu behaupten: "Ich glaube, wir sind in der Lage, das durch Geschlossenheit zu kompensieren. Es geht nicht über individuelle Qualität." Letztere war gegen Bremen aber trotz aller Ausfälle noch genügend für eine starke Elf vorhanden - für eine akzeptable Leistung reichte es dennoch nicht, wie schon zuvor in Mainz.

In Augsburg tritt Bayer ohne den letztmals gesperrten Schmidt und mit dem letzten Aufgebot an. Konkrete Argumente, außer dass es nur besser werden kann, gibt es derzeit für einen Aufschwung nicht. Einzig Jonathan Tah, dessen Rückkehr mit dem völlig fahrigen Ramalho einen Unsicherheitsfaktor aus der Abwehr entfernen dürfte, könnte sein Comeback feiern. "Jonathan ist der einzige, bei dem vielleicht die ganz kleine Hoffnung besteht, dass er mitfahren kann", so Schmidt, der auf der rechten Abwehrseite nach dem Ausfall von Roberto Hilbert (Schlüsselbeinbruch) wohl den lange verletzt fehlenden Sebastian Boenisch Mittelfeld-Talent Benjamin Henrichs vorzieht, der im Wintertrainingslager als Außenverteidiger zu gefallen wusste.

Stephan von Nocks

Video zum Thema
kicker.tv Hintergrund- 04.03., 10:41 Uhr
Der absolute Tiefpunkt der Ära Schmidt
Das 1:4 gegen Werder Bremen war der spielerische Offenbarungseid von Bayer Leverkusen. Dazu das Pokal-Aus, der Absturz auf Tabellenplatz 7 und ein gesperrter Trainer, der von der Tribüne aus zusehen muss, wie sein Team Gefahr läuft, alle Saisonziele zu verspielen. Trotz der vielen Verletzten war das Bremen-Spiel der absolute Tiefpunkt der Ära Roger Schmidt. Eine Trainerdiskussion ist in Leverkusen längst in vollem Gange.
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weitere Infos zu Tah

Vorname:Jonathan
Nachname:Tah
Nation: Deutschland
Verein:Bayer 04 Leverkusen
Geboren am:11.02.1996

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Vorname:Roger
Nachname:Schmidt
Nation: Deutschland
Verein:Bayer 04 Leverkusen


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