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03.03.2016, 13:35

"Challenge"-Variante kein Thema

Videobeweis: Zwei Testphasen ab 2016/17

DFB und DFL haben am Donnerstag ihre Ideen zum Videoschiedsrichter-Testlauf präsentiert. Die nächsten zwei Saisons soll die beschlossene Variante des Videobeweises getestet werden. Ab der Testphase zwei (2017/18) dürfte dann der Videoschiedsrichter eingreifen.

DFB und DFL wollen ab der kommenden Saison einen Videoschiedsrichter ausprobieren.
DFB und DFL wollen ab der kommenden Saison einen Videoschiedsrichter ausprobieren.
© picture allianceZoomansicht

Am kommenden Wochenende trifft sich der International Football Association Board, die höchste Regelkommission der Welt, in Cardiff. Wichtigster Tagesordnungspunkt ist die geplante Einführung einer zweijährigen Testphase für den Videobeweis. Da es aufgrund diverser Vorab-Aussagen nahezu hundertprozentig sicher ist, dass der Board diese Neuerung beschließt, haben sich DFB und DFL bereits intensiv damit beschäftigt, welches Modell sie ab der kommenden Saison ausprobieren wollen.

Dies beruht weitgehend auf der niederländischen Variante, die der Verband des Nachbarlandes schon länger - ohne das Plazet des Weltverbandes - getestet hat. Dabei sitzt ein Videoschiedsrichter in einem Ü-Wagen, ein ebenfalls anwesender technischer Mitarbeiter kann ihm innerhalb von wenigen Sekunden das gesamte relevante und gewünschte Bildmaterial zur Auswertung vorspielen. Der Unparteiische auf dem Platz wird im Bedarfsfall von seinem Kollegen über seine Fehlentscheidung informiert.

Eingreifen nur bei drei Situationen

Allerdings darf der Videoschiedsrichter nur bei drei generellen Situationen eingreifen: Bei einer Torerzielung, bei Elfmetern und bei Vergehen, die eine Rote Karte nach sich ziehen können. Im Unterschied zum niederländischen Modell wollen DFB und DFL das Überprüfen einer Szene auch dann zulassen, wenn das Spiel nicht ohnehin unterbrochen ist.

Der Test der neuen Methode soll in zwei Phasen erfolgen. In der Saison 2016/17, die als erste Testphase bezeichnet wird, wird ein Video-Schiedsrichter installiert, der "offline" - also nicht verbunden - ist. Das bedeutet, dass in dieser Phase während des Spiels kein Kontakt zwischen dem Hauptschiedsrichter auf dem Platz und dem Videoschiedsrichter möglich ist. Dieser wird erst in der zweiten Testphase ermöglicht. Ab der Spielzeit 2017/18 soll ein Austausch zwischen den beiden bei strittigen Szenen erfolgen.

"Wir werden nicht die letzten Geheimnisse des Fußballs lüften", sagt DFB-Vizepräsident Ronny Zimmermann, "aber ein Stückchen mehr Gerechtigkeit bekommen." Sollte es nach der Betrachtung des Videomaterials allerdings weiterhin Zweifel geben, "dann steht die Entscheidung des Schiedsrichters auf dem Platz", so DFB-Schiedsrichter-Chef Herbert Fandel.

Wer wird Video-Schiri? - "Nein" zur Challenge-Variante

Wer aber stünde für die Rolle des Video-Schiedsrichters zur Verfügung? Es stehen verschiedene Modelle zur Diskussion. Zum einen könnten noch aktive Bundesliga-Schiedsrichter dafür herangezogen werden. Dafür müsste allerdings deren Zahl auf 26 erhöht werden - im Vergleich zu aktuell 23. Eine andere Möglichkeit wäre, ehemalige Unparteiische aus der Bundesliga für diese Tätigkeit zu reaktivieren. Was die beste Lösung ist, soll getestet und genau überlegt werden.

Die Variante Videoschiedsrichter ist jedoch nur eine von verschiedenen derzeit diskutierten Art und Weisen der neuen Entscheidungshilfe für die Referees. Karl-Heinz Rummenigge plädiert für die Challenge-Variante. "Mein Vorschlag wäre, dass jeder Verein pro Halbzeit bis zu zwei Unterbrechungen fordern kann, in denen ein Oberschiedsrichter strittige Szenen prüft", hatte der Vorstandschef des FC Bayern in der Stadionzeitung zum Heimspiel am Mittwoch gegen Mainz 05 erklärt. Ähnliches hatte der dreimalige Weltschiedsrichter Dr. Markus Merk im kicker angeregt. Seine Variante: je zwei Einspruchsmöglichkeiten für jeden der beiden Vereine und den Unparteiischen selbst. Diese Variante aber ist laut Herbert Fandel keine Option: "Wir müssen Chaos vermeiden".

Thomas Roth/kid

 
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