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29.02.2016, 18:31

Zum Tode der Kölner Rekord-Torschützen

Hannes Löhr: Großes Herz, Mutterwitz und null Allüren

Hannes Löhr war in Köln nicht einfach das, was man gemeinhin einen "Ex-Profi" nennt. Denn dieser 1. FC Köln hatte so viel von seinem ehemaligen Spieler, Co-Trainer, Trainer und Manager in sich, wie von wenigen der Kollegen. Weil er sich einbrachte wie kein Zweiter und es nie darauf anlegte, für sich selbst etwas herauszuziehen. Ein Nachruf von kicker-Redakteur Frank Lußem.

Am Montag mit 73 Jahren in Köln verstorben: FC-Legende Hannes Löhr.
Am Montag mit 73 Jahren in Köln verstorben: FC-Legende Hannes Löhr.
© imagoZoomansicht

Deshalb wurde er verehrt und gemocht, von jungen und alten Fußballern und für alle war er "De Nas". Ein sympathischer Zeitgenosse, ein Mensch mit einem großen Herzen, einer gehörigen Portion Mutterwitz und gänzlich ohne Allüren, was gerade für einen jungen Journalisten in Köln zu Beginn der 1980er Jahre sehr wichtig war.

In Eitorf an der Sieg geboren (wo er als Junge Messdiener war und auf den Spitznamen "Bim-Bam" hörte, weil er die Glocken der katholischen Kirche läuten durfte), führte ihn der Fußball zunächst zu den SportFreunden Saarbrücken, ehe er 1964 zum 1. FC Köln wechselte.

Für den absolvierte er 381 Bundesligaspiele, mit 166 Treffern ist er bis heute Rekordschütze des "Geißbock"-Klubs. 1968 gewann er mit 27 Toren die Torjäger-Kanone des kicker, 20mal lief er für die Nationalelf auf, mit der er 1970 in Mexiko Platz drei bei der Weltmeisterschaft holte. Bereits 1969 hatte er seinen Trainerschein gemacht, 1978 wurde er spielender Co-Trainer von Hennes Weisweiler.

Der große Förderer von Klinsmann & Häßler

Nach seinem Abschied vom FC an Weiberfastnacht 1986 wechselte er zum Deutschen Fußball-Bund und wurde zunächst Trainer der Olympia-Auswahl, die 1988 in Südkorea die Bronzemedaille gewann. Spieler wie Jürgen Klinsmann, Thomas Häßler oder Frank Mill schwörten auf Löhr, es gab damals nicht wenige, die ihn lieber als Beckenbauer-Nachfolger gesehen hätten als Berti Vogts. Löhr verzichtete auf Ränke-Spielchen, wurde U21-Trainer, ehe er sich 2002 zur Ruhe setzte.

Die Folgen eines Schlaganfalles bekämpfte er im vergangenen Jahr mit so viel Lebensmut, dass am Ende die Hoffnung keimte, endlich wieder eine Runde auf dem Golfplatz drehen zu können. Er war begeisterter Großvater und nahm teil am Leben seines Vereines, Löhr verpasste kein Heimspiel, saß bis zuletzt bei seinen alten Kollegen von Heinz Hornig über Bernd Cullmann bis hin zu Stefan Engels.

FC mit Trauerflor in Ingolstadt

Mit Freude hatte er zuletzt die Aufwärtsentwicklung seines Klubs registriert. Dieser Klub wird ihm ein ehrendes Andenken bereiten und im Spiel beim FC Ingolstadt mit Trauerflor spielen.

Ein großartiger Sportler und ein liebevoller Mensch ist von uns gegangen.Kölns Vize-Präsident Toni Schumacher

Vizepräsident Toni Schumacher, langjähriger Weggefährte Löhrs, zeigte sich am Montag betroffen vom plötzlichen Tod des 73jährigen: "Der Tod von Hannes Löhr trifft mich sehr. Er gehörte ohne Zweifel zu den größten Persönlichkeiten des 1. FC Köln, die ich kennenlernen durfte. Er war mein Mitspieler, Trainer und Manager. Zu Beginn meiner Profi-Karriere gehörte Hannes zu den absoluten Führungsspielern beim 1. FC Köln. Als junger Spieler habe ich viel von ihm lernen können. Gemeinsam haben wir das Double 1978 gefeiert. Später haben wir mit ihm als Manager den DFB-Pokal gewonnen und als Trainer internationale Erfolge errungen. Bis zuletzt gehörte er zu dem Kreis an Ehemaligen, die unserem Verein besonders nahe stehen. Hannes hatte einen unvergleichlichen Sinn für Humor. Ein großartiger Sportler und ein liebevoller Mensch ist von uns gegangen. Meine Gedanken sind bei seiner Familie."

kicker-Redakteur Frank Lußem.
kicker-Redakteur Frank Lußem.
29.02.16
 
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Vereinsdaten

Vereinsname:1. FC Köln
Gründungsdatum:13.02.1948
Mitglieder:79.500 (01.07.2016)
Vereinsfarben:Rot-Weiß
Anschrift:1. FC Köln
Geißbockheim
Rhein-Energie-Sportpark
Franz-Kremer-Allee 1-3
50937 Köln
Telefon: (02 21) 71 61 63 00
Telefax: (02 21) 71 61 63 99
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