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27.02.2016, 12:00

FC hadert mit Berlins Zeitspiel, dem Referee und sich selbst

Kölner Unmut im Niemandsland

Es sollte der Auftakt zu einer verheißungsvollen englischen Woche werden. Doch die 0:1-Niederlage gegen Berlin sorgte am Freitagabend im Kölner Lager für Frust. Aus vielerlei Gründen. Vor allem Manager Jörg Schmadtke ärgerte sich - und zwar über eine erneute Benachteiligung.

Jörg Schmadtke und Peter Stöger
Frust und Ärger über die eigene Leistung und den Schiedsrichter: Jörg Schmadtke und Peter Stöger.
© Getty ImagesZoomansicht

Es war kein Abend für Genießer. Das ist oft so, wenn der Gegner Hertha BSC heißt. Und wenn einem dann von einer Mannschaft, die sich defensiv so gut wie keine Blöße gibt, durch stoisches Spielverschleppen mit immer wiederkehrenden Rückpässen zu Torhüter Rune Jarstein und mit an der Grenze zum Erträglichen praktiziertem Zeitspiel bei jeder Spielunterbrechung auch noch die letzte Illusion geraubt wird, es könne in diesem Spiel irgendetwas geben, was einem Freude bereitet, dann herrscht Frust auf der Verliererseite.

Frust über eine nicht nur vor dem Gegentreffer mit schwachem und unkonzentriertem Passspiel sowie ausbaufähiger Zweikampfführung verschwendete erste Hälfte. "In der ersten Halbzeit haben wir keine gute Reaktion auf das Derby gezeigt", gab Torhüter Timo Horn offen zu. "Den Kampf haben wir in der ersten Hälfte nicht so richtig auf den Platz gebracht." Wie schon beim 0:1 in Gladbach, als man erst nach der Pause dagegen hielt.

Verkommt das Kölner Stadion zur Handball-Arena?

Frust über den Schiedsrichter, der aus Kölner Sicht trotz vier Minuten Nachspielzeit dieses Zeitschinden ("Der Schiedsrichter hat uns eine Viertelstunde vom ganzen Spiel genommen", so Dominique Heintz) nicht angemessen sanktioniert hatte und zudem dem "Effzeh" einen klaren Handelfmeter (Per Cilian Skjelbred) verweigerte. "Ich habe langsam das Gefühl, dass wir hier in der größten Handball-Arena Deutschlands spielen", flüchtete sich Jörg Schmadtke in Ironie, dass Tobias Stieler ein klares Handspiel von Berlins Skjelbred eine gute Viertelstunde vor Schluss nicht geahndet hatte. "Doch bei uns ist es echt extrem diese Saison." Der FC-Manager legte gegenüber "Sky" nach: "Fakt ist, dass wir in den letzten Wochen Entscheidungen haben, die im Zweifelsfall immer gegen uns entschieden werden. Und ob wir darüber reden oder nicht reden, ist egal. So eine Mannschaft, wie wir es sind - wir sind im zweiten Jahr Bundesliga -, die steht normalerweise mit diesen ganzen Fehlentscheidungen auf einem Abstiegsplatz."

Ich habe langsam das Gefühl, dass wir hier in der größten Handball-Arena Deutschlands spielen.Jörg Schmadtke

Und Frust auch über die eigene spielerische Darbietung. Denn einzig mit leidenschaftlichem "Kick and Rush" schaffte es der FC, die Berliner in der letzten halben Stunde unter Druck zu setzen, so dass ein Remis durchaus möglich gewesen wäre. "Wenn du fußballerisch nicht den besten Tag hast, musst du versuchen, kämpferisch alles abzurufen", konstatierte Trainer Peter Stöger, der seiner Elf wohl den Willen zum Sieg, aber nicht die spielerischen Mittel attestierte.

Per Cilian Skjelbred
Beging ein Handspiel im Strafraum, das nicht geahndet wurde: Berlins Per Cilian Skjelbred.
© picture alliance

Geradezu passend zu seiner Einschätzung. Hatte er sich doch vor dem Spiel noch über eine mediale Einstufung seiner Mannschaft gefreut, die natürlich nicht so positiv gemeint war, wie der FC-Trainer sie interpretiert hatte. Dass sich der FC "im Niemandsland" bewege, sehe er als Kompliment an, hatte Stöger angesichts der Tatsache erklärt, dass der FC vor zwei Jahren noch in der 2. Liga spielte. Gedacht war die Wortwahl jenes Journalisten allerdings als Kritik.

Blickrichtung Ingolstadt

Damit es nicht zu größerem Unmut kommt, soll nun in Ingolstadt der Negativtrend der letzten beiden Partien gebrochen werden. "Am Dienstag gibt es ein richtungsweisendes Spiel. Da müssen wir mindestens einen Punkt mitnehmen", weiß Heintz. Droht doch sonst der FC womöglich nochmal in Kontakt mit dem Tabellenkeller zu kommen. Fußball fürs Auge dürfen die Betrachter auch dann nicht erwarten. "Dass Ingolstadt ein ähnliches Spiel wird, davon kann man ausgehen. Das wird mit Sicherheit kein berauschendes Spiel", warnte Lehmann also alle Fußballästheten.

In Ingolstadt muss dringend ein Erfolgserlebnis her, damit nicht das eintritt, was Stöger schon jetzt als "unser Problem" benennt. Der Österreicher sieht Mannschaften wie Gladbach und Berlin schlicht einen Schritt weiter als Köln, sorgt sich aber darum, dass dies nicht so beachtet werde. "Die Schwierigkeit ist gar nicht damit so umzugehen, dass es so ist. Sondern die Schwierigkeit ist, damit so umzugehen, dass niemand denkt, dass wir in einem Riesenloch sind, wenn wir gegen zwei Mannschaften, die da oben stehen, zweimal 1:0 verlieren. Wo wir stehen, das ist schon okay. Das ist unser Anspruch. Und für mehr ist es möglicherweise noch nicht gut genug."

Stephan von Nocks

1. Bundesliga, 2015/16, 23. Spieltag
1. FC Köln - Hertha BSC 0:1
1. FC Köln - Hertha BSC 0:1
Anspannung

Kölns Trainer Peter Stöger blickt dem Duell mit Berlin angespannt entgegen.
© Getty Images

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22 Leserkommentare

Uli7
Beitrag melden
01.03.2016 | 19:51

@P3F5

Jetzt hab ich´s verstanden, die schlechtere von 2 Mannschaften bekommt keine Elfmeter mehr. Ist doch [...]
P3F5
Beitrag melden
29.02.2016 | 19:55

Was macht Risse da mit Kalou?

Jeder kann sich jetzt gerne bei Bild.de das Spiel vom Freitag ansehen. Was macht da eigentlich Risse [...]
Fussballbeobachter
Beitrag melden
28.02.2016 | 22:06

Köln und die Schiedsrichter

Man sollte versuchen, hier nicht viele verschiedene Themengebiete in der Argumentation gegen den Artikel [...]
Uli7
Beitrag melden
28.02.2016 | 15:26

Da gibt es doch nichts mehr dazu zu sagen. Wer den Hannoveraner Spieler, der absichtlich ein Tor mit [...]
P3F5
Beitrag melden
28.02.2016 | 14:51

Polemik beim Kicker?

Es gab Zeiten beim Kicker, da hätte eine derartige Polemik wie die eines Herrn Stephan von Nocks keine [...]

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Vorname:Timo
Nachname:Horn
Nation: Deutschland
Verein:1. FC Köln
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Verein:1. FC Köln

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