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26.02.2016, 14:58

Trainerdiskussion vor Bremens Schlüsselspiel

Die Skripnik-Debatte

Nüchtern, unaufgeregt, teilweise sogar gelangweilt - so reagierte Viktor Skripnik auf der Pressekonferenz vorm Spiel gegen Darmstadt auf die Fragen nach seiner womöglich drohenden Entlassung. "Was kann passieren?", fragte der Werder-Coach rhetorisch, "ein Trainer kann entlassen werden, das gehört zum Job. Bei mir, aber bei allen anderen auch."

Viktor Skripnik
Fehlt ihm das Feuer oder ist er einfach nur gelassen? Viktor Skripnik.
© imagoZoomansicht

Er werde einfach weiterarbeiten, so Skripnik, "fleißig, professionell, ehrlich". Von der bei seinen Ausführungen zur Schau gestellten Emotionslosigkeit fühlen sich derweil Skripnik-Befürworter und -Kritiker gleichermaßen bestärkt. Der Ukrainer bewahre in heikler Situation die nötige Gelassenheit, meinen die einen. Während die anderen glauben: Skripnik fehle inzwischen das Feuer einer erfolgreichen Führungskraft, er füge sich allzu gleichmütig in sein Schicksal.

Relativ deutlich signalisiert der Fußballlehrer so oder so: Angst um seinen Posten hat er tatsächlich nicht (mehr). Anders als noch im Verlauf der Hinrunde, als Skripnik sein Gefühlsleben klar erkennbar nach außen trug, scheint ihm die Debatte um seine persönliche Perspektive nicht mehr unter die Haut zu gehen. Vielmehr wirkt es, als habe er schon vorab seinen Frieden damit gemacht, sollte er in Kürze gehen müssen. Dass das Heimspiel gegen Darmstadt für Skripnik zu einem entscheidenden Gradmesser wird, steht außer Zweifel. "Ein Schlüsselspiel, das wir gewinnen müssen. Punkt", sagt Geschäftsführer Thomas Eichin, "danach wissen wir, wo die Reise hingeht." Deutlicher geht es nicht, auch wenn Eichin zugleich "volle Rückendeckung für Viktor" verspricht und erklärt: "Wir diskutieren nicht über den Trainer. Auch bei Thomas Schaaf und Robin Dutt habe ich die entsprechenden Fragen nie beantwortet." Der Verweis auf Skripniks entlassene Vorgänger lässt aber gerade tief blicken: Eichin stützt jeden Trainer - bis er ihn entlässt.

Wie reagiert die Mannschaft?

Maßgeblich wird also, wie am Samstagnachmittag die Mannschaft auf das reagiert, was ihr Vorgesetzter aktuell vorlebt. Zielorientiert, mit kühlem Kopf und aufs Wesentliche konzentriert? Oder ohne die nötige Leidenschaft und Inspiration? Je nachdem wird dann zwangsläufig auch über Skripniks Vorbild-Funktion geurteilt werden. Skripniks Führungsstil sorgt indes schon im Vorfeld für Diskussionen. Dass ein (potenzieller) Leistungsträger wie Zlatko Junuzovic im kicker-Interview erklärte, Skripnik habe über seine Reservistenrolle in Ingolstadt nicht mit ihm gesprochen, ist erstaunlich. Ebenso wie die Tatsache, dass die taktische Ausrichtung offenbar grundsätzlich nicht mit den Führungsspielern abgestimmt wird. Seinen Wunsch nach einem offensiveren Auftreten musste Jannik Vestergaard daher nach dem 0:2 in Ingolstadt öffentlich äußern.

Wir kämpfen nicht nur für uns und für den Trainer, sondern auch für den Verein. Dass Werder nicht absteigt, ist das Wichtigste.Jannik Vestergaard

Skripnik wird gegen Darmstadt entsprechend reagieren - aber, wie er betont, allein aus eigenem Antrieb, ohne Rücksicht auf die Überzeugung der Mannschaft. Obwohl Skripnik im täglichen Umgang nicht als klassisch-autoritär empfunden wird, offenbart sich in taktischen Fragen ein Führungsverständnis, das allgemein nicht als "modern" gilt. Freilich: Dass die Mannschaft gegen Skripnik spielen würde, braucht in Bremen niemand zu befürchten. "Wir kämpfen nicht nur für uns und für den Trainer, sondern auch für den Verein. Dass Werder nicht absteigt, ist das Wichtigste", erklärt Vestergaard. Sein Team, betont Skripnik zu Recht, "hat Charakter". Das gilt zweifellos auch für den Trainer. Ob er seinen Schützlingen darüberhinaus die entscheidenden Impulse verleihen kann, bleibt die alles entscheidende Frage.

Thiemo Müller

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